Tunesien 1998
Es handelte sich um eine Woche Kurzurlaub Ende März. Zu diesem Reisezeitpunkt
sei soviel zu sagen, daß Tunesien zu dieser Zeit noch nicht touristisch
überlaufen ist, was im Souk (=Markt) durchaus ein Nachteil ist, wenn
einem bis zu zehn Händler gleichzeitig nachlaufen. Das Wetter ist
noch kühl und ein Pullover, oder eine Jacke durchaus angesagt. Die
Flora ist gerade am erwachen. Kurzum 14 Tage bis 4 Wochen später wären
ideal gewesen!
Die Tunesier ansich sind sehr gastfreundlich und zuvorkommend.
Nicht zuletzt deswegen, weil es ein sehr armes Volk ist und die meisten
Leute vom Geschäft und den Trinkgeldern der Touristen leben. Dies
und die Vorstellung daß alle Fremden unglaublich reich sind (wir
konnten uns ja immerhin einen Trip nach Tunesien leisten) rechtfertigen
in den meisten Fällen ein gutes Trinkgeld. Keine Angst auch vor den
aufdringlichen, selbsternannten Fremdenführern. Zumindest die in den
antiken Anlagen hatten alle ein gutes Wissen. Allerdings erwarten sie am
Ende auch ein vernünftiges Trinkgeld! Also, entweder gleich abblocken
oder zahlen!
Gesprochen wird in den Touristenorten Deutsch und etwas Englisch.
Abseits der ausgetretenen Touristenpfade sind ein paar Brocken Französisch
Gold wert. Die Landessprache ist Maghreb, eine Mischung aus einem speziellen
Arabisch und Französisch.
Als Ausgangsort ist die Region um Monastir zu empfehlen, wenn
man die verschiedenen Landesteile Tunesiens besuchen möchte. Wir hatten
unser Hotel in Sousse, was Verkehrstechnisch sehr gut angebunden ist (Bus,
Zug, Louages = Überlandtaxis)
1. Tag - Sousse ***
- vollständig erhaltene Stadtmauer ***
- Große Moschee *** - auffallend ist das kurze, dickliche Minarett
- Ribat (=Wehrkloster) **** - Blick über die Medina (=Altstadt) zur
Kasbah (=Wehranlage) ***
- Souk (=überdachter Markt) **** - handeln nicht vergessen! (je Artikel
sollten 20% vom Preis auch für schlechte Händler drinn sein;
50% sind sehr gut)
2. Tag - nach Tunis **** mit dem Zug (günstigstes Verkehrsmittel,
2. Klasse reicht)
- Bardo Museum - einige Statuen und viele Mosaike **** aus den ganzen Land;
das ganze in den Räumen eines ehemaligen Harems ***** (ist vom Hbf.
aus per Stadtbahn bequem zu erreichen)
- Karthago - von der einstigen Hauptstadt der Punier und der Stadt Hannibals
ist nicht mehr viel zu sehen - Byrsa Hügel (Reste des Wohnviertels
und des Tempels) - Reste eines Amphitheater *** in einem Pinienwäldchen
- Thermen des Antonius Pius **** - mehrere römische Villen *** - Überreste
des römischen Handelshafen und des punischen Kriegshafen ***
- Sidi Bou Said (von Tunis Hbf mehrmals pro Stunde mit einer Vorortbahn zu
erreichen) - das Dorf gegründet von moslemischen Heimkehrern aus Andalusien,
wurde mit seinen in weiß und blau gehaltenen Häusern sehr schnell
zum Künstlertreff. Bemerkenswert sind einige Türen *** und Fenstergitter
*** des Vorortes von Tunis. Sehr bekannrt ist das Café des Nattes ****,
das bereits von Macke als "Maurisches Café" gemalt wurde. Dort sollte
man sich unbedigt einen Pfefferminztee mit Pinienkernen *** bestellen. Für
die Mutigen gibt es auch die Möglichkeit Wasserpfeiffe zu rauchen
(Vorsicht: Durchfallgefahr!)
Café des Nattes (= Café der Matten)
3. Tag - Entspannung
4. Tag - Kairouan **** - Maktar **** - Sbeïtla *****
Fahrt mit dem Sammeltaxi (oder Bus) nach Kairouan; dies ist die vier
heiligste Stadt des Islam nach Mekka, Medina, Jerusalem, wer sieben mal
nach Kairouan gefahren ist (statt einmal Mekka) darf sich offiziell Hatschi
nennen. Eine Sammeleintrittskarten für alle Sehenswürdigkeiten
gibt es in einem Gebäude in der Nähe der Wasserbasins der Aghlabiden
(und nur dort!)
- Kairouan - Bassins der Aghlabiden *** - Große Moschee: Minarett ***
mit Säulengang mit antiken Säulen aus Karthago **** - Bir Barouta
** (kamelbetriebener Brunnen im 1.Stock eines Hauses, sehr versteckt und
nichts für radikale Tierschützer) - Moschee der drei Tore * -
Babiermoschee **** (Sidi Sabi ein Gefährte des Propheten hatte angebl.
immer drei Barthaare seines Herrn bei sich)
- Maktar (Louages aus Kairouan) - Amphitheater ** - Basilika des Hildegund
* - Forum mit Triumphbogen des Trajan **** - die großen Thermen *****
(sie sind die besterhaltensten Nordafrikas) - frühchristliche Kirchen
**
die großen Thermen in Maktar
- Sbeïtla (sprich Spittla, sehr schlecht von Maktar aus zu erreichen;
Bus zweimal am Tag; besser von Sousse/Kairouan aus mit dem Louages) - Diokletiansbogen
*** - Tor des Antonius Pius ***** - Forum und kapitolinische Tempel *****
- Servaskirche * mit Taufbecken ***** (schwer zu finden, aber ein Muß)
- Aquädukt **** - Amphitheater am Hang ***
5. Tag - El Djem **** - Mahdia ** - Monastir ***
(wir habens mit dem Mietwagen gemacht, es geht aber auch mit Touristenbus oder Taxi)
- El Djem - Amphitheater **** - man sollte nicht vergessen in die angrenzenden
Läden zu sehen; man fühlt sich an Karawansereien bei Karl Mey
erinnert.
- Mahdia - ehemaliger Fischerort, Gründung der Feluken die nach ihrer
Vertreibung die Stadt Kairo gründeten - Shifa el Khala (Tor) *** -
Cap Afrika ** - Kashbah ** - Islamischer Friedhof **
- Monastir - Bourgiba Mausoleum ** (erst wieder geöffnet wenn der tunesische
Staatsgründer tot ist) - Ribat ***** - Bourgiba Moschee **
6. Tag - Entspannung
7. Tag - Heimflug
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