Madeira 1996
Die Insel Madeira liegt 445 km nördlich von Teneriffa und 965 km südwestlich
von Lissabon auf der Höhe von Marrakech im Atlantischen Ozean. Die
klimatischen Verhältnisse auf der Insel sind ziemlich extrem. Obwohl
sie mit ca. 50 km Ost-West- und ca. 25 km Nord-Süd-Ausdehnung relativ
klein ist, ist es im Süden der Insel fast ausschließlich heiß
und trocken. Im Norden dagegen, wo der einzige Campingplatz der Insel
liegt, ist es fast immer kalt und regnerisch.
Wir haben um dies herauszufinden 4 Tage gebraucht (brrrrrr ....). Ihr
bekommt diese Information von uns vorab gratis! Am vierten Tag sind wir
dann mit dem Mietwagen auf die Berge gefahren und waren abends am Campingplatz
das 7. Weltwunder mit unserem Sonnenbrand.
Wie bereits angedeutet, haben wir uns nach Ankunft am Flughafen Funchal,
der von Piloten und Crew nur das "Tor zur Hölle" genannt wird (findet
selber raus warum) ein Leihauto gemietet, soweit dieser Begriff nach bundesdeutschen
Maßstäben anzuwenden ist.
In Wirklichkeit hatten wir ein VW Polo, der bereits ca. 20 km hinter
Funchal, von äußerst hilfsbereiten Einheimischen zusammengeflickt
werden mußte. Nun werdet Ihr sagen: "Ha irgend so ein altes Vehikel
zum Discountpreis gemietet und nicht vorher angesehen!" Falsch: wir hatten
wirklich mit Abstand das beste Auto, das am Flughafen noch zu bekommen
war. Übrigens war die Autovermietung soweit kollant und hat die unumgängliche
Reparatur des Auspuffs später mit dem Mietpreis verrechnet.
Nun gut. Hat man ein funktionierendes Auto, ist man als Mitteleuropäer,
der doch einige gewisse Verkehrsregeln befolgt, da er den Urlaub überleben
möchte in Madeira ziemlich aufgeschmissen. Nachts fahren nur die Touristen
mit Licht (sie werden dafür natürlich angeblinkt , bzw. angehupt),
und daß man in den vielen unbeleuchteten Tunneln, durch die das Regenwasser
hereinläuft, als Einheimischer sein Auto wäscht, hatte uns vorher
auch keiner gesagt.
Sollte man mit viel Fortune und Raffinesse dies alles überleben,
so bekommt man an vielen Stellen der Insel ein Meer aus Blumen zu sehen.
Auch ist es ein außergewöhnliches Gefühl, durch die sich
ständig an der Nordseite der Berge aufstauenden Wolken hindurch zufahren,
oder zu wandern, um dann von einer kräftigen Sonne fast verbrannt
zu werden und von oben auf ein Meer von Wolken und Nebel sehen zu können.
Allgemein ist Madeira eine wunderbare Insel für Wanderfreaks und
Hobbybergsteiger, aber auch wenn man nicht zu dieser Kategorie zählt,
kann der Aufenthalt hier sehr kurzweilig sein.
1. Tag - München - Funchal - Porto Moniz (Campingplatz)
2. Tag - Ruhetag
3. Tag - Porto Moniz * - Saõ Vicente ****
- Porto Moniz - hier ist nicht nur der einzige Campingplatz der Insel zu
finden (billig und sauber), sondern es gibt hier auch ein Seewasserschwimmbecken
**, für die Leute, die ständig einen Neoprenanzug dabei haben,
oder bereits mit einer ein Zentimeter dicken Hornhaut geboren wurden. Wir
haben uns trotzdem reingewagt und waren die absolute Sensation des zugehörigen
Hotels (ca. 20 - 30 Leute, die sich die Nase an der Scheibe plattgedrückt
haben). Das Schwimmbecken ist eine Abmauerung eingefügt in das natürliche
Riff und mit einer Menge kleiner Fische und Krebse versehen, die dort leben.
- Saõ Vincente - ist ein schönes malerisches Dörfchen, das zum
Bummeln einlädt, sobald man die Neppbars, die sich direkt an der Straße
befinden, hinter sich gelassen hat und in den eigentlichen Ort vorgedrungen
ist. Von hier aus nochmals mein Dank an die skurrile, aber effektive Volkswagen-Vertragswerkstätte.
- Barocke Pfarrkirche **** 17. Jahundert, die schönste der Insel,
innen gibt es reichlich Blattgold, Holzschnitzereien **** und typische
blaue Fliesenbilder **** (=Azulejos) zu sehen., auf dem Friedhof gibt es
einen kleinen Tanzpavillon ** zu sehen.
4. Tag - Sexal - Santana *** - Faial * - Porto da Cruz **
- Sexal - nettes Örtchen, das sich an den Fels anschmiegt, Weinanbaugebiet
- Santana - über 100 strohbedeckte Häuser ***, die im ehemaligen
Baustil der Insel gehalten sind. Einige kann man besuchen, andere sind
nach wie vor in Gebrauch
- Faial - Ort an der Steilküste, kleine Dorfkirche *, südliche
Verbindungsstraße nach Funchal
- Porto da Cruz - hier gibt es eine Zuckermühle **, die von März
bis Mai zum Brennen von hochprozentigem Zuckerrohrschnaps verwendet wird.
Wir waren später da, aber niemand hat sich gestört, als wir einfach
frech in die Mühle gelaufen sind. Im Gegenteil wurden uns sogar noch
einige urige Fabrikgegenstände erklärt. Hier herrscht in Wirklichkeit
ein Flair, wie es Jack Daniels in seiner Werbung darstellt.
5. Tag - Rabaçal *****- Paul da Serra * - Ponta da Sol **
- Rabaçal - Berghütte, von der aus sogar Nichtwanderer einen schönen
Spaziergang an den Lavadas **** (=Bewässerungskanäle für
den Süden der Insel) entlang zu den Risco-Wasserfällen *****
(man kann mit etwas Mut hinter den Wasserfall laufen, ein Hauch von Indiana
Jones) unternehmen können. Die vier Kilometer lange Abfahrt von der
Hauptstraße zur Hütte bedarf bei Fußgängern eines
guten Schuhwerkes und bei Autofahrern stahlharter Nerven!
- Paul da Serra (Hochebene) - eigentlich gibt es hier auf 16 qkm Nichts zu
sehen. Aber alle Einheimischen verbringen hier in sengender Hitze ihr Picknick
und irgendwie hat diese völlig flache Fläche innerhalb der Berge
dann doch eine gewisse Ausstrahlung *.
- Ponta da Sol - überhalb der Berge im Süden gelegen, gibt es hier
einen alten Kiosk *, die Pfarrkirche ** (leider geschlossen) und eine Ortsdurchfahrt
* durch den blanken Fels zu sehen.
![[Foto]](../images/pictures/p_madei2.jpg)
Typisches Azulejo in Funchal (so fuhr man früher von Monte nach Funchal)
6. Tag - Funchal ***** - Monte **
- Funchal - Hauptstadt der Insel mit ca. 120.000 Einwohnern und einer Menge
häßlicher Hotels - Fortaleza de Saõ Tiago **** (Fort aus dem
17. Jhdt.), direkt an der Spitze der Hafenausfahrt, wirkt heute eher freundlich,
denn abschreckend, aber für die Piraten hat es lange Zeit gereicht.
- Sé *** (=Kathedrale) von 1514 im manuelinischen Stil - Altes Zollhaus
*** , heute Regireungsparlament mit toller Fasade - Im Hafen liegt das
ehem. Boot der Beatles ** (heute Restaurant) - Der Rathausplatz ***** wird
vom Rathaus 1758, Jesuitenkolleg und dem Museu de Arte Saera eingeramt.
Das Rathaus war früher die Herberge des reichsten Mannes der Insel,
da es einen Turm besitzt, von dem aus man als erster die mit Handelswaren
herannahenden Schiffe sehen konnte.
- Monte - Villenviertel von Funchal, hoch oben im Berg gelegen, mit einer
Wallfahrtskirche ** und einem schönen Marmorbrunnen. Früher fuhr
man als Reicher mit dem Zug von Funchal nach Monte, um sich dann von zwei
Einheimischen in einer Art Korbschlitten **, in z.T. waghalsiger Fahrt
von Monte den Berg hinunter nach Funchal fahren zu lassen. Die Zahnradbahn
wurde verkauft, aber die Korbschlitten gibt es noch. Für einen durchaus
heftigen, aber berechtigten Obolus kann man dies heute noch ausprobieren.
7. Tag - Ruhetag
8. Tag - Funchal
- Mercado dos Lavradores ***** (Markt), es gibt getrennt von einander einen
Blumenmarkt, einen Gemüsemarkt, einen Fisch- und Weinmarkt. Außerdem
kann man hier Korbflechter sehen und so ziemlich alles kaufen, was man
für das tägl. Leben benötigt (immer außer So.)
- Madeira Wein Company ***, hier kann man, und sollte, den einheimischen
Madeira probieren, eine Art Sherry (sehr lecker). Außerdem bekommt
man eine Führung in Sachen Herstellung geboten. (immer außer
So.)
![[Foto]](../images/pictures/p_madeir.jpg)
landesüblicher Kraftstoff für menschliche Verbrennungsmotoren
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