|
|
6. Zusammenfassung |
zurück zum Inhaltsverzeichnis |
Ausgangslage war der relativ junge Stil des Carving und die unterschiedlichen epidemiologischen Studien betreffend Verletzungsmuster im Carving. Als erstes wurde der Begriff Carving definiert. Die Idee war, die Kniegelenksbewegungen während des Carvens zu messen und so eine Aussage betreffend Belastungen zu machen. Wegen technischer Schwierigkeiten wurde nur der erste Teil der Arbeit durchgeführt. Mit zwei Kraftmessplatten wurden die Kräfte beim Carving gemessen, die Geschwindigkeit und die Neigung errechnet.
Es folgt ein Beschrieb der drei ausgewählten Techniken, mit dem Funcarver mit einer sehr breiten und einer engen Skiführung, und mit dem Racecarver.
Die Vor- und Nachteile der Techniken werden aufgeführt und die Stile untereinander verglichen. Danach wird auf die möglichen Verletzungsmechanismen eingegangen.
Bei den Fahrten mit dem Funcarver wird nach dem gleichzeitigen Umkanten, z.T. in der Luft, mit Vorlage gelandet. In einer zunehmenden Rücklage und einer Druckverteilung von 70% auf dem Aussenski und 30 % auf dem Innenski wird der Schwung fertig gefahren, um am Ende mit beiden Beinen gleich viel Druck zu geben und aktiv eine starke Rücklage einzunehmen, was die Skispitzen abheben lässt. Danach springt der Fahrer leicht bergwärts aus dem Schwung, um in der Luft umzukanten. Die Rücklage ist in beiden Stilen deutlich zu erkennen. Mit einer grösseren Standhöhe wäre bei der geschlossenen Technik mehr Druck auf den Innenski möglich gewesen, so aber behinderte der drohende "boot-out" (d.h. das Ausrutschen auf dem Schnee mit dem Skischuh), einen grösseren Druck auf den Innenski. Mit dem Racecarver geriet der Fahrer nie in Rücklage, und der vorgegebene Schwung konnte auch nicht gecarvt werden, der Fahrer musste also rutschen. Die Schräglage war dementsprechend weniger stark, die Geschwindigkeit hingegen war mit beiden Geräten erstaunlicherweise etwa gleich hoch.
Der Vorteil der Technik der engen Skiführung beim Funcarver ist das Gefühl, mit dem Gleichgewicht zu spielen, und die Möglichkeit, mit dem Innenski mehr Druck auf den Schnee zu geben. Der Nachteil liegt darin, dass er schwer zu fahren ist, es braucht Mut und Erfahrung. Verletzungsmechanismen für das Kniegelenk konnten keine entdeckt werden. Allerdings klagen auch Profis nach einiger Zeit über leichte Kniebeschwerden, wenn sie lange eine extreme Rücklage gegen Ende Schwung provozierten, um zu springen und in der Luft umzukanten. Der ständige starke Zug auf das Lig. patellae und die provozierte vordere Schublade (5) scheinen auch bei gut trainierten Schmerzen auszulösen. Vor allem aber sind Schultern, Handgelenke, Rücken und Kopf gefährdet, was sich auch in den Unfallstatistiken widerspiegelt.
Der Vorteil der breiten Skiführung ist die stabile, breite Unterstützungsfläche. Er eignet sich für Anfänger. Allerdings besteht für das Innenknie durch den grossen Flexionswinkel, den Druck des Skischuhs von hinten auf die Tibia und die Taillierung des flach geführten Innenskis bei Ausrutschern des Aussenskis eine Verletzungsgefahr. Beim Fahren mit dem Racecarver wurde festgestellt, dass weniger Nickbewegungen stattfinden, dass es aber erheblich mehr Platz braucht, um wirklich zu carven. Dabei wird ein Racecarver sehr schnell, da er sich länger in der Fallinie bewegt. Das wiederum wird als Risiko für Verletzungen durch Zusammenstösse gesehen.
Die zum Teil widersprüchlichen Aussagen epidemiologischer Studien und Statistiken zum Verletzungsrisiko und zu Verletzungsmustern beim Carving sind also durch den unterschiedlichen Gebrauch des Begriffs "Carving" zustandegekommen. Eine carvingspezifische Verletzungsgefahr für das Kniegelenk konnte nur bei der breiten Technik gefunden werden.
Allerdings sind die Diagramme nicht sehr einfach auszuwerten. Die erheblichen Schwingungen erlauben es auch nicht, eindeutige Aussagen bezüglich absoluter Kräfte zu machen. Eine Fourier- Analyse hätte diesbezüglich eine Vereinfachung, aber auch eine Verfälschung der Diagrammauswertung gegeben. Auch ist die Datenlage ziemlich schmal. Aussagen allgemeiner Gültigkeit nach der Messung eines einzigen Fahrers zu machen, ist schwierig. Wir hätten mindestens zwei, besser noch drei oder vier Fahrer messen müssen, was aber sicher zwei oder drei Tage Messungen auf dem Schnee bedeutet hätte. Auch sind Aussagen über Knieflektionswinkel, Neigungswinkel und Geschwindigkeit sehr ungenau, da sie auf Beobachtungen der Fahrten auf Video und aus mathematischen Berechnungen stammen. Ein Goniometer für die Flektionswinkel und Lichtschranken für die Berechnung der Geschwindigkeit müssten hier verwendet werden. Leider konnten wir, wie erwähnt, die Messungen im Labor mit dem FASTRAK- System nicht nachstellen und so die Bewegungen im Kniegelenk direkt messen. Wir werden es weiterhin versuchen.
|
zurück zum Inhaltsverzeichnis |