1. Einleitung

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Carvingskis erleben seit ihrer Einführung vor ein paar Jahren einen riesigen Aufschwung. Immer mehr Skifahrer steigen auf Carvingskis um. Dies wohl auch deshalb, weil die Skihersteller anpreisen, dass das Skifahren auf Carvingskis für alle viel einfacher wird. Man müsse nur noch in die Kurve liegen und die Skis drehen von selbst. Somit werde dem Hobbyskifahrer das ermöglicht, was vorher nur gut trainierten Athleten vorbehalten war: in den Kurven nicht mehr zu rutschen, sondern auf den Kanten zu fahren. Ein weiterer Grund für den massiven Anstieg von Carvingskis auf den Skipisten sind die Skifirmen selber, denn sie bringen nur noch taillierte Skis auf den Markt.

Da das Carving relativ jung ist - der Trend begann in der Saison 1995/96 mit dem "Cyber" von der Firma Head (1) - gibt es nur wenige Studien zum Thema. Die wenigen Studien, die wir gefunden haben, enthalten zum Thema "Verletzungsmuster" zum Teil gegensätzliche Aussagen. Eine Studie von Werner Nachbauer et al. (2) sagt, dass bei männlichen Carvern der Rücken und die Schulter die am häufigsten betroffenen Körperpartien seien. Eine Forschergruppe aus Vermont hingegen fand heraus, dass bei Anfängern die Gefahr einer Knöchelfraktur und bei Fortgeschrittenen die einer Kreuzbandruptur erhöht sei (4).

Stefan Freudiger und Niklaus Friederich befassen sich zur Zeit mit kritischen Lastfällen beim Skifahren im Kniegelenk (3).

Nach der Lektüre der Beschriebe einiger Lastfälle war für uns klar, dass Situationen, die beim Carving auftreten, einigen dieser kritischen Lastfälle sehr ähnlich sind. Aus diesem Grund soll in dieser Arbeit der Carvingschwung als kritischer Lastfall untersucht und die Frage geklärt werden, ob Carving für das Kniegelenk gefährlich ist oder nicht.

Als erstes werden die Kräfte gemessen, welche beim Carving und beim gerutschten Schwung auftreten, um die verschiedenen Techniken später im Labor nachstellen und die Belastungen auf das vordere Kreuzband messen zu können. Das Kernstück dieser Arbeit sind Kräftediagramme, welche aus Messfahrten stammen, die mit einem Skilehrer durchgeführt werden. Der Testfahrer fährt mit zwei verschiedenen Skimodellen drei verschiedene Techniken: mit einem Funcarver geschlossen, mit einem Funcarver breit und mit einem Racecarver gerutschte Schwünge.

Mit diesen Untersuchungen soll festgestellt werden, welche Kräfte bei welchem Stil auftreten und wie sich die verschiedenen Techniken voneinander unterscheiden.

In einem zweiten Teil wird im Labor der Lastfall Carving nachgestellt und die Bewegungen zwischen Tibia und Femur gemessen. Anhand dieser Messungen können die Belastungen auf das vordere Kreuzband gemessen werden.

 

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