|
![]() |
|
|
|
![]() |
![]() |
Venedig hat auch Straßen - Gassen zwischen den Häusern, oder breitere Straßen entlang der geraden Kanäle im Nordosten der Stadt. Die meisten dieser Wege sind aber zu eng für irgendwelchen Fahrzeugverkehr. |
![]() |
| Aber selbst, wo die Gassen breit genug wären, haben sie einen entscheidenen Nachteil - sie führen über steile Brücken mit Stufen oder enden abrupt im Wasser. Venedig ist also eine autofreie Stadt - nicht aus ökologischen Gründern, sondern weil es einfach nicht geht. Der Landtransport ist hier mehr als schwierig - schwere Güter werden auf Handkarren mit großen Rädern transport, die auch Treppen überwinden. |
|
|
| Nein, der wichtigste Transportweg hier ist das Wasser - und das ursprüngliche Transportmittel für den Personentransport die Gondel. |
|
|
![]() |
| Die Gondel ist ein schlankes Boot, 10,15 m lang und 1,40 m breit, mit flachem Boden. Bug und Heck sind hochgezogen, um dem Fahrzeug einen kleinen Wendekreis zu geben und das Steuern zu erleichtern. Außerdem ist die Gondel assymetrisch, sie ist rechts 24 cm schmaler als links. Dadurch bleibt sie gerade im Wasser liegen, auch wenn der Gondoliere etwas seitlich auf ihr steht. |
![]() |
| Was für uns Landbewohner der Parkplatz vor dem Haus ist, sind für die Venezianer die oft farbenfroh gestalteten Pfähle am Hauseingang, an der die Gondel anlegen und festgebunden werden können. |
|
|
![]() |
| Den Bug der Gondel
ziert das "Eisen" ("ferro"), das ursprünglich wohl dazu diente, das
Gewicht des Gondoliere am Heck auszugleichen. Heute ist es nurmehr Zierrat.
Die obere Rundung soll den Dogenhut symbolisieren, nach anderen stellt
das ganze Eisen den Verlauf des spiegelbildlich s-förmig verlaufenden
Canale Grande dar. Die sechs nach vorne gerichteten Streifen sollen ein
Sinnbild der sechs Stadtviertel Venedigs sein, der siebte, nach hinten
gerichtete steht für die Insel Giudecca.
Seit 1562 sind die Gondel durchweg schwarz lackiert. Damals war die Prunkentfaltung an den Gondeln so weit gegangen, daß aller Schmuck verboten und nur noch schlicht schwarze Boote erlaubt wurden. |
![]() |
| Jeder Gondoliere
sorgt aber dafür, daß sein Fahrzeug besonders elegant und komfortabel
ist. Der Fahrgastraum ist reich mit Polstern ausgestattet, es gibt sogar
Sessel, Fußbänke und ähnliches.
Bis in's 19. Jahrhundert hatten viele Gondeln eine Kabine, was natürlich bei Regen und im Winter sehr angenehm ist. Da heute die Gondeln fast ausschließlich für touristische Zwecke benutzt werden, sind sie ziemlich alle offen. |
![]() |
| Diese geschlossene Gondel ist übrigens zwischen Venedig und dem Festland unterweg - wegen der weiten Strecke rudern auch zwei Gondolieri. Die Gondel ist zwar nicht direkt hochseetauglich, wurde aber nicht nur auf den Kanälen, sondern auch über weitere Strecken benutzt. |
![]() |
![]() |
Die Gondel wird nicht gestakt, wie es vielleicht aussieht, sondern gerudert. Der Vortrieb ist wegen des geringen Tiefgangs und des ruhigen Wassers relativ leicht, die große Kunst ist das Steuern. Nicht alle Kanäle in Venedig sind der Canale Grande - viele sind sehr eng und verwinkelt, und es herrscht auf allen reger Verkehr von Booten aller Art. Da kann es Situationen geben, wo der Gondoliere sein Fahrzeug wirlich beherrschen muß. Und dann nimmt er natürlich das Ruder auch zu Hilfe, um sich von Häuserwänden oder "gegnerischen" Booten abzustoßen. |
![]() |
| Gondeln werden immer noch in kleinen Handwerksbetrieben gefertigt. Eine Gondel kostet etwa so viel wie ein Mittelklasseauto. Der alpine Charakter des Wohnhauses und der Nebengebäude dieser kleinen Werft paßt nicht ganz nach Venedig, und das hat seinen Grund. Die Gondelbauer kamen meistens aus den Dolomiten, wo die besten Hölzer für den Bootsbau vorkommen, und sie brachten die Architektur ihrer Heimat mit in die Lagunenstadt. |
![]() |
| Die
offizielle Seite
der Gondeln von Venedig (auf Italienisch und Englisch) |
|
|
| Im 16. Jahrhundert gab es in Venedig ungefähr 10.000 Gondeln, heute sind es nur noch rund 450. Der erste Konkurrent für die Gondel war das Vaporetto oder Dampfboot, das zum ersten Mal um 1890 fuhr. |
|
|
![]() |
| Deute sind die Vaporetti
natürlich keine Vaporetti mehr, sondern Dieselboote, aber sie heißen
immer noch so. Sie sind die Omnibusse von Venedig, preislich akzeptabel
und regelmäßig verkehrend, jedenfalls auf den größeren
Strecken.
Die Vaporetti gehören der ACTV, dem öffentlichen Nahverkehrsunternehmen von Venedig. |
![]() |
![]() |
Die
offizielle Seite
der Verkehrsbetriebe von Venedig (auf Italienisch) |
|
|
| Und dann gibt es noch die Taxis - dieses hier ist eines .... |
![]() |
| Die Taxis gehören Privatunternehmen, wie unsere Taxis auf Rädern auch. Aber Vorsicht, die Fahrten sind extrem teuer - einmal Canale Grande kostet mehr als 100 DM !!! |
|
|
|
|
![]() |
| Alles wird in Venedig auf dem Wasser transportiert - auch die Toten (im Hintergrund die Insel St. Michele, wo sich der Friedhof von Venedig befindet. |
|
|