| Der Bucintoro war
die Prunkgaleere des Dogen und der Republik Venedig.
Es gibt verschiedene
Erklärungen für den seltsamen Namen - nach einer Version leitet
er sich vom lateinischen
Navilium Duecentorum Hominum ("Schiff für
200 Männer") her. Andere sagen, daß der Name folgendermaßen
entstanden sei: Vergil erwähnt ein Schiff, das Aeneas bei den Totenfeiern
für seinen Vater verwendete. Diese Schiff hieß Centaurus.
Die venezianische Galeere sei nun genau doppelt so groß gewesen,
was den Namen Bucentaurus ergab. Eine dritte Erklärung besagt
schließlich, der Name sei entstanden aus burchio (ein flachbödiges
Boot, das auf der Lagune benutzt wurde) und oro (Gold) und habe
sich auf die prachtvollen Verzierungen des Schiffes bezogen.
Der erste Bucintoro
stammt aus dem Jahre 1311. Er wurde 1526 durch einen Neubeu ersetzt, der
mit Schnitzereien verziert war. Der dritte Bucintoro kostete 70.000 Dukaten
und hatte seinen ersten Auftritt am Himmelfahrtstag 1606. Der letzte Bucintoro
wurde 1729 unter der Herrschaft des Dogen Alvise Mocenigo fertiggestellt.
Die letzten drei Bucintoros
waren gleich: Sie waren 35 m lang, 7,5 m breit und 8 m hoch. Kommandiert
wurden sie von drei Admirälen, die Mannschaft bestand aus 40 Matrosen.
Gerudert wurde der Bucintoro von 168 Ruderern "den schönsten und kräftigsten
jungen Männern aus dem Arsenal", die zu viert jeweils eines der 42
Ruder bedienten.
Der Bucintoro teilt
sich in zwei Decks. Auf dem Unterdeck saßen die Ruderer, die Passagiere
auf dem Oberdeck. Das Oberdeck war mit rotem Samt ausgekleidet, es besaß
48 Glasfenster mit seidenen Vorhängen. Der Platz des Dogen war im
Heck.
Auf dem Bucintoro
fuhr alljährlich am Himmelfahrtstag der Doge von Venedig unter großen
Feierlichkeiten auf das Meer. Dort wurde unter vielen Zeremonien und Beifall
der begleitenden Boots- und Gondelbesatzungen vom Dogen ein Fingerring
mit den symbolischen Worten "Meer, wir vermählen uns mit dir zum Zeichen
der unbegrenzten Herrschaft" in das Meer geworfen. Dieser Brauch geht bis
in das 10.Jh. auf die Brandschatzung von Istrien, Dalmatien und verschiedenen
Inseln durch die Narranter zurück.
Nach einem Feldzug
der Venezianer unter dem Dogen Orsoela wurde der Siegestag Sensa ähnlich
gefeiert. Auch hier spielte die grandiose Ausfahrt des Dogen auf dem Bucintoro
die Hauptrolle. Die letzte Fahrt dieses letzten Bucintoro war an der Festa
della Sensa 1796. |