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| Bereits 1886 gab
es Überlegungen, eine Eisenbahn zu bauen, die die Seitentäler
längs der Brennerbahn erschließen und mit dieser verbinden sollt.
Ritter Hermann von Schwind, der Direktor der Lokalbahn Innsbruck-Hall,
schlug eine Bahn entlang der Brennerstraße bis Fulpmes vor, die dann
über Mieders und Schönberg bis Matrei am Brenner weitergeführt
und dort die Brennerbahn erreichen sollte. Die fast 40 km lange Strecke
sollte mit Dampf betrieben werden.
Die Planung von Schwinds erwies sich jedoch als zu teuer. So plante der Ingenieur Josef Riehl eine andere Streckenführung über Natters und Mutters, die 1900 auch genehmigt wurde. In Fulpmes war ein Kopfbahnhof vorgesehen, von dort aus sollte die Bahn weiter bis Matrei gehen. Der Betrieb sollte wiederum mit Dampf erfolgen. Das zuständige Ministerum in Wien sagte jedoch eine staatliche Beteiligung nur für den Fall zu, daß die Bahn in Fulpmes enden würde, also wurde die Weiterführung nach Matrei nie verwirklicht. Auch der Dampfbetrieb wurde während der Planung zugunsten von Elektrizität verworfen. Ein Problem war, daß Gleichstrom nach dem damaligen Stand der Technik nur bis 1000 V verwendet und der Einsatz von Drehstrom für eine Lokalbahn wegen der zwei Fahrleitungen zu aufwendig war. Da wollte es der Zufall, daß die AEG gerade zu dieser Zeit die ersten Fahrmotoren für Wechselstrom entwickelt hatte. Riehl bot der AEG an, diese neuartige Antriebskraft auf seiner Bahn einzusetzen, wenn sich die AEG auch an den Baukosten beteiligen würde. Das geschah, und so wurde die Stubaital-Bahn die erste Bahn der Welt, die mit Wechselstrom betrieben wurde - 2500 V mit 42,5 Hz. 1926 wurde die Stromversorung auf 3000 V und 50 Hz umgestellt. |
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| Der Triebwagen Nr. 1 in seiner ursprünglichen Form mit Wechselstromantrieb, Holzaufbau und Gittern an den Einstiegen. |
Dasselbe Fahrzeug heute mit einem Stahlaufbau. Die Türen und die Halbscheren- Stromabnehmer erhielt es erst in den 70er Jahren. |
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| Am 1. Mai 1903 wurde mit dem Bau begonnen, und bereits im Juni 1904 war die Bahn fertig - sie ist also seit fast 100 Jahren in Betrieb. |
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| Baubeginn an der
Stubaitalbahn...
... und der Bahnhof Wilten
kurz nach der Fertigstellung.
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| Grund für die Planung einer Bahn war damals übrigens nicht der Tourismus, sondern die Kleineisen-Industrie um Fulpmes, deren Absatzchancen verbessert werden sollten. |
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| Deshalb wurden nicht nur vier Triebwagen und sechs kleine Beiwagen, sondern auch 16 zwei- und dreiachsige Güterwagen angeschafft, von denen einer hier bei einer Fahrt des Lokalbahnmuseums zu sehen ist. |
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| Im Jahr 1955 konnte man den Güterverkehr auf der Stubaitailbahn noch beobachten. |
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Aber natürlich ließ man den touristischen Effekt der Stubaital-Bahn nicht außer acht - wie dieses schöne Jugendstilplakat von etwa 1905 verdeutlicht. |
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| 1926 kaufte die Stubaital-Bahn für Ausflugsfahrten ein Schienenauto an - einen MD der Wiener Automobilfabrik Perl mit 14 PS und 60 km/h Höchstgeschwindigkeit. |
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| Die Aussicht ist sicher sehr schön gewesen - auf dem Bild schaut man auf die Wiltener Basilika, Innsbruck und die Nordkette - aber die Nachfrage war zu gering. Deshalb wurde das Auto noch im selben Jahr mit einer Fahrleistung von nur 136 km abgestellt und nie wieder in Betrieb genommen. Unten ein anderes Bild des Schienenautos von einer Probefahrt bei Mutters. |
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| Der Bahnhof von Fulpmes kurz nach dem 1. Weltkrieg - damals waren die Motoren der elektrischen Triebwagen so verschlissen, daß Dampflokomotiven der Mittelgebirgsbahn aushelfen mußten. |
| Ende der 70er Jahre wurden Versuche unternommen, die Bahn auf das Gleichstromsystem der Innsbrucker Straßenbahnen umzustellen, um die Bahn rentabler zu machen. Erste Fahrten mit Innsbrucker Fahrzeugen verliefen erfolgreich, sodaß 1983 der Betrieb auf 600 V Gleichstrom umgestellt wurde. Deswegen können heute die Züge der Stubaitalbahn ohne Unterbrechung vom Innsbrucker Hauptbahnhof aus starten. |
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