Die Hungerburgbahn

Das Plateau der Hungerburg war wegen seines schönen Blickes über Innsbruck schon immer ein beliebtes Ausflugsziel, nur war es wegen der Steilheit des Anstiegs schwer zu erreichen. 
1904 werden die ersten Vorarbeiten für eine Kleinbahn vom Südbahnhof zur Kettenbrücke und für eine Seilbahn Kettenbrücke-Hungerburg genehmigt.  Die Kleinbahn wird nicht verwirklicht, aber die Seilbahn. Im Juni 1906 beginnt die Eisenbahnbau-Firma Joseph Riehl auf eigene Rechnung mit dem Bau, bereits im September ist die Bahn fertig.
Bau der Brücke für die Hungerburgbahn über den Inn
Die Bahn hat eine Länge von 824 m und überwindet einen Höhenunterschied von 287 m. Die Länge der eisernen Brücke über den Inn beträgt 158 m. Auf dem Bild unten sind die Brücke der Seilbahn und die Station neben dem Rundgemälde zu sehen, links davon die Kettenbrücke von 1838, die 1937 der heutigen Stahlbetonbrücke weichen mußte.
Auf einem betonierten Viadukt von 160 m Länge und 13 m Höhe erreicht die Bahn mit 555 o/oo ihre stärkste Steigung. Auf der Bergstation befinden sich Antrieb und Führerstand. Die elektrische Anlage stammt von der AEG und besitzt einen Wechselstrommotor mit 90 PS. Anfangs fährt die Bahn mit 1,2 m/s, die Fahrzeit beträgt 11 Minuten, pro Stunde können 300 Personen befördert werden. 
Die Wagen werden von der Rollschen Eisengießerei in Bern geliefert. Sie sind nach dem Riggenbachschen System konstruiert, d.h. nur ein Rad hat zwei Spurkränze, das andere ist glatt. Dadurch befährt ein Wagen an der Ausweichstelle mit zungenlosen Weichen immer das linke, der andere immer das rechte Ausweichgleis.
Oben die beiden ersten Wagen an der Ausweiche - deutlichen zu sehen sind die obere Riggenbachweiche und die Seiführungen.
An diesem Arbeitswagen auf einem neueren Bild ist das Schienensystem der Bahn zu erkennen - das Rad links hat keine Spurkränze, das Rad rechts zwei.
1907 wird die Hungerburgbahn vertragsgemäß für einen Kaufpreis von 660.000 Kronen von der Lokalbahn Innsbruck-Hall in Tirol übernommen
Dieses schöne Jugendstilplakat aus dem ersten Betriebsjahr der Bahn 1906 hat Max Schammler entworfen.
Paul Tautenhahn hat diese Ansicht von Innsbruck gemalt. Vorn Stadtturm, Dom, Landestheater und Goldenes Dachl (obwohl so in Wirklichkeit nicht zu sehen), hinten am Hang als rote Linie der Verlauf der Hungerburgbahn.
Die Entführung in das "Sagenreich der Frau Hitt" ließ allerdings noch 20 Jahre auf sich warten - die Seilschwebewahn auf die Nordkette wurde erst 1928 gebaut.
Oben das ursprüngliche Gebäude der Talstation der Hungerburgbahn. 1954 wird die Talstation neben dem Rundgemälde erneuert und erhält ihr heutiges Aussehen. 
1957-1958 wird die Bahn grundlegend überholt. Der alte Wechselstromantrieb wird durch einen Gleichstromantrieb von 260 PS ersetzt, wobei - erstmals bei einer Personenseilbahn - der Gleichrichter beim Bremsen Wechselstrom ins Netz zurückspeist. Der alte Antrieb wird für den Notbetrieb beibehalten. Der Fahrbetrieb wird weitgehend automatisiert. Die Maschinenanlage wird von Waagner-Biro in Wien geliefert, die elektrische Ausrüstung stammt wieder von der AEG.
Die Fahrgestelle der neuen Ganzstahl-Wagen kommen ebenfalls von Waagner-Biro, die Aufbauten mit großen Fenstern und Dachverglasung von Gräf & Stift. 

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