Seit
jeher ist der Brennerpass die wichtigste Nord-Süd-Verbindung über
die Alpen. Er ist in der Kernzone Europas über die Alpen hinweg die
kürzeste Verbindung des deutschen Lebensraumes mit dem italienischen.
Abgesehen von seiner bevorzugten geographischen Lage ist dieser Weg von
der Natur durch die geringe Seehöhe des Brennerpasses (1.372 m) ausgezeichnet.
Diese Höhenlage gewährleistet die Wintersicherheit dieses Überganges
auch ohne Untertunnelung des Alpenhauptkammes.
Schon
in der Steinzeit führten steile und gefährliche Pfade über
die Alpen in den Süden. Trotz der hohen Bedeutung dieser Wege wurden
diese Saumpfade erst zur Römerzeit verbreitert und befestigt. Die
römischen Straßen waren weder breit noch bequem, aber durch
den Unterbau konnten sie den Jahrhunderten trotzen. Viele Strecken der
Römerstraßen sind bis in das Mittelalter und in die neuere Zeit
benutzbar geblieben. Noch im Mittelalter benützten 66 Kaiserzüge
den Römerweg über den Brenner.
Erst unter
Kaiserin Maria Theresia wurde 1777 der Karrenweg über den Brenner
zu einer Kunststraße ausgebaut. In der Mitte des 19. Jahrhundrt wurde
dann die bis heute bestehende Landstraße ausgebaut. Wichtigstes Bauwerk
war die Stephansbrücke, die von Leonhard Liebener erbaut wurde. Sie
war seinerzeit die drittgrößte Bogenbrücke der Welt und
wurde damals ebenso bestaunt wie in unserer Zeit die Europabrücke.
Im
August 1867 wurde unter dem würtembergischen Ingenieur Etzel die Eisenbahnlinie
über den Brenner fertiggestellt. Damit verlegte sich die Hauptlast
des Verkehrs auf die Bahn.
Die Möglichkeit
der Errichtung einer Autobahn über die Alpen wurde erstmals 1957 erwogen.
Das ansteigende Verkehrsaufkommen mit Kraftfahrzeugen belastete die Ortschaften
entlang der Brenner Bundesstraße stark und das Bedürfnis nach
einer sicheren und schnellen Route über den Brenner verstärkte
sich. Im April 1959 nahm der Bau der österreichischen Brenner-Autobahn
mit dem Spatenstich für die Europabrücke seinen Anfang.
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1. Spatenstich
für die Brenner-Autobahn durch Minister Fritz Bock (vorn) und Landeshauptmann
Hans Tschiggfrey
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| Die Brücke über
die Sillschlucht am Bergisel |
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Die
technischen Anforderungen für die erste Vollautobahn über den
Alpenhauptkamm waren enorm. Brücken mussten über Schluchten und
Täler gespannt werden, wie es sie im Gebirge noch nie gab. Auf den
34,5 km zwischen Innsbruck und dem Brenner galt es, einen Höhenunterschied
von 772 m zu bewältigen, wobei die Maximalsteigung der Trasse 6 %
nicht übersteigen sollte.
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Die
bemerkenswerteste dieser Brücken und das Wahrzeichen der A13 Brenner
Autobahn ist die Europabrücke - sie ist 190 m hoch und war
lange Zeit die höchste Autobahnbrücke des Kontinents. Auf der
Europabrücke quert die Autobahn das 700 m weite Silltal über
dem Sillfluss.
Die Europabrücke
wurde als einzige Brücke auf der A13 Brenner Autobahn mit einem Hohlkastenstahltragwerk
mit orthotroper Fahrbahnplatte geplant und gebaut. Die Auflagerung der
Stahlkonstruktion erfolgte auf Stahlbeton-Hohlpfeiler. Die Europabrücke
hat pro Richtungsfahrbahn je drei Fahrspuren.
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Baubeginn
der Brenner-Autobahn war am 25. April 1959, die Verkehrsfreigabe erfolgte
am 17. November 1963.
Mehr Informationen
und Bilder über die Brennerautobahn hier:
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