Positive Entwicklungen im neuen Jahrtausend

Tirol also nicht mehr "oans"?

Doch, aber anders, als sich die Menschen das jahrzehntelang gedacht hatten. Unter dem Dach der EU bildete sich nämlich die Europaregion Tirol - Südtirol - Trentino. Hier wird die Zusammenarbeit auf der Ebene der Bundesländer/Provinzen über Staatsgrenzen hinweg praktiziert und damit das alte Problem der Teilung einfach unterlaufen.

Der Beitritt Österreichs zur EU 1995 und das Inkrafttreten des Schengener Abkommens 1998 beseitigte die verhaßte Brennergrenze zwar nicht, aber sie machte sie wenigstens durchlässig. 

Bei der Grenzöffnung am Brenner 1998: Ein Tiroler Schütze und ein italienischer Carabiniere freundschaftlich vereint. Der Schütze ist zwar offenbar nicht mehr ganz nüchtern, und der Carabiniere lächelt etwas gequält, aber immerhin ein Anfang.

Seinen großen Auftritt hatte das "oane" Tirol auf der Weltausstellung 2000 in Hannover - dort waren alle drei Landesteile mit einem gemeinsamen Stand vertreten, dem ersten seiner Art auf einer Expo. 

Und - es geht doch!

Meldung der TT vom 9. März 2001:

Italien ist kein Bundesstaat, sondern in Provinzen und Regionen organisiert - insofern kann es auch keine wirkliche föderale Selbständigkeit für eine Provinz geben. Aber die Stärkung des Landtages von Südtirol ist natürlich ein Schritt voran. 
Die Wiederherstellung des Namens "Südtirol" anstelle des ungeliebten "Alto Adige" ist das spektakulärste an dieser Meldung, und das, was den Tirolern sicher am meisten ans Herz geht. Eigentlich rennt das italienische Parlament damit aber offene Türen ein und bestätigt etwas, das sich inzwischen schon allgemein durchgesetzt hat. Zu danken ist das dem Tourismus und dem Internet. Überall wird hier schon lange die Bezeichnung "Südtirol" gebraucht - schon aus Werbungsgründen, denn mit "Alto Adige" können außerhalb Italiens die wenigsten Menschen etwas anfangen. 
TT vom 03.07.2001
Allerdings ist die Haut auf beiden Seiten noch sehr dünn. Seit dem Antritt der Berlusconi-Regierung in Italien im Jahre 2001 kommen wieder alte Befürchtungen hoch. Das liegt weniger am politischen Rechtsdrall der neuen Regierung als vielmehr daran, daß diese im Parlament in Rom nicht mehr auf die Stimmen der Abgeordneten aus Südtirol angewiesen ist. Bisher war das anders, deswegen konnten die Verwaltungen in den Provinzen Bozen und Trient eine Menge für ihre Gebiete herausholen. 

Deshalb werden an sich läppische Vorgänge wie der nebenstehend beschriebene immer noch argwöhnisch beobachtet.


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