Die Geschichte Tirols

Der 1. Weltkrieg
1914  Ausbruch des ersten Weltkrieges.
1915  Italien erklärt Österreich denKrieg. Da Tirol ohne militärischen Schutz ist, werden die Standschützen (Jugendliche, alte Männer und Untaugliche) aufgeboten. Sie schützen als "letztes Aufgebot" die Grenze gegen Italien, bis reguläre Truppen die Verteidigung übernehmen.
Die erste Republik - Die Teilung Tirols
1918  Ende des Ersten Weltkriegs. Die Italiener besetzen kampflos Südtirol. Der Staatsrat und die Nationalversammlung erklären Deutschösterreich zur Republik.
1919 Die Tiroler Landesversammlung bietet vergeblich die Selbständigkeitserklärung an, um dadurch die Landeseinheit zu retten. Unterzeichnung des Staatsvertrages von St. Germain (10. September). Das von Wilson verkündete Selbstbestimmungsrecht wird den Südtirolern vorenthalten.
1920  Italien annektiert am 10. Oktober Südtirol.
Luis Zuegg aus Lana erbaut die Seilbahn von Meran nach Hafling. Sie wird zum Ausgangspunkt für die weitere Entwicklung der Seilbahntechnik.
1921  Bei einer Volksabstimmung in Nord- und Osttirol sprechen sich 98,5 Prozent für den Anschluß an das Deutsche Reich aus. Das Abstimmungsergebnis bleibt ohne Folgen.

Beginn des faschistischen Terrors in Südtirol. Die Faschisten überfallen den anläßlich der Eröffnungder Bozner Messe stattfindenden Festzug, dabei wird der Merlinger Lehrer Franz Innerhofer meuchlings ermordet und 40 Südtiroler werden schwerverletzt.

Dr. Paul Schwarzkopf gründet das Metallwerk Plansee bei Reutte, das heute bedeutendste schwermetallurgische Werk Europas.

1922 Die Faschisten unter dem "Duce" Benito Mussulini übernehmen die Macht in Italien. Sie organisieren einen Marsch auf Bozen. Beginn der Italienisierungsmaßnahmen in Südtirol. Der Unterricht in deutscher Sprache wird unter Strafsanktionen verboten. Die deutschen Lehrer werden in italienischsprachige Provinzen versetzt,d ie deutschen Beamten entlassen. Italienische Ortsnamen werden eingeführt, der Name Tirol wird verboten und durch die Bezeichnung "Alto Adige" (zu deutsch "Oberetsch") ersetzt. Alle deutschen Verbände und Vereine werden aufgelöst. Alle öffentlichen Ankündigungen, Firmenschilder, Wegweiser, Aufschriften usw. müssen italienisch sein.
1923 Gründung der Innsbrucker Messe
1925 Die nach der Zerreißung Tirols nachdem Ersten Weltkrieg österreichisch gebliebenen Teile der Diözese Brixen werden vom Mutterbistum abgetrennt. Eine selbständige Apostolische Administratur "Innsbruck - Feldkirch" (Nord und Osttirol sowie Vorarlberg) wird geschaffen. Die Erhebung dieses Kirchengebietes zur Diözese erfolgt 1964.
1926 Die frei gewählten Südtiroler Bürgermeister werden abgesetzt und durch faschistische ersetzt.
1927  Der von der Sozialdemokratischen Parteiausgerufene Verkehrsstreik in Nord- und Osttirol wird von der Landesregierung mit  Hilfe der Heimatwehr gebrochen.

Deutsche Grabinschriften werden in Südtirol verboten.

1928 Am Galzig in St. Anton findet auf Initiative von Arnold Lunn und Hannes Schneider das erste Arlberg- Kandahar- Rennen statt.

Der Bozner Max Valier, einer der größten Pioniere der Raketentechnik und der Raumfahrt, konstruiert ein Raketenauto, das eine Geschwindigkeit von 230 km/h erreicht.

1931  In Kitzbühel findet das erste Hahnenkamm- Rennen statt.
1933  Machtergereifung Hitlers in Deutschland. Terror und Wahlerfolge der Nationalsozialisten in Tirol führen zum Verbot der NSDAP in Österreich. Durch die Einführung der 1000-Mark-Sperre wird der Tiroler Fremdenverkehr schwer getroffen. Verheerende Arbeitslosigkeit. Das österreichische Parlament wird ausgeschaltet.
1934 Anläßlich der Februarkämpfekommt es in der Umgebung von Wörgl zu Gefechten zwischen dem sozialdemokratischen Republikanischen Schutzbund und bewaffneten Kräften der autoritären Regierung Dollfuß. Unter Umgehung der Landesverfassung wird auch in Nord- und Osttirol die autoritäre ständestaatliche Regierungsform eingeführt. Nationalsozialistischer Putschversuch am 25. Juli. Ermordungvon Bundeskanzler Dollfuß. Sein Nachfolger wird der Tiroler Rechtsanwalt Kurt Schuschnigg.
1935  Um die Zuwanderung von Italienern zu fördern,wird die Bozner Industriezone errichtet. Südtiroler dürfen in den neugegründeten Werken nicht beschäftigt sein.
Die Nazizeit und der 2. Weltkrieg
1938 Am 12. März besetzt die Deutsche Wehrmacht Österreich und marschiert über Kufstein und Scharnitz in Tirol ein. Österreich wird seines Namens beraubt und als Ostmark dem Deutschen Reich angeschlossen. Der Gau Tirol - Vorarlberg wird errichtet, Osttirol dem Gau Kärnten eingegliedert.
Der"Anschluß"
1939  Beginn des Zweiten Weltkrieges.

Umsiedlungsabkommen zwischen Hitler und Mussolini; massive Propaganda für die Option zugunsten Deutschlands. 86 Prozent der Südtiroler optieren für die Auswanderung. Die Männer müssen für ihre Ehefrauen und für ihre Kinder unter 21 Jahren entscheiden.

1940  In Südtirol beginnt die Umsiedlung der Optanten. 75.000 Südtiroler wandern aus, durch die Kriegsereignisse wird die Umsiedlung gestoppt. Nach dem Kriegsende kehren rund 25.000 Südtiroler in ihre Heimat zurück.
1943 Sturz Mussolinis und Besetzung Italiens durch die Deutsche Wehrmacht. Südtirol wird ein Teil der deutschen "Operationszone Alpenvorland" (Provinzen Bozen, Trient und Belluno) unter Gauleiter Hofer. 
ab 1943
Luftangriffe der Alliierten auf Tirol.
Luftangriffe
Nachkriegszeit und zweite Republik
1945  Ende des Zweiten Weltkrieges. Tirol wird von alliierten Truppen besetzt. Die Widerstandsbewegung verhindert viele sinnlose Zerstörungen. Nordtirol wird Teil der französischen, Osttirol der britischen Besatzungszone in Österreich.

In Bozen wird am 12. Mai die Südtiroler Volkspartei durch Erich Amonn und eine Gruppe gleichgesinnter Freunde gegründet. Die Forderung auf Selbstbestimmung für Südtirol und  Wiedervereinigung mit Österreich wird erhoben. Im Dezember übergeben die Alliierten die Verwaltung Südtirols an die Italiener.

1946  Die Pariser Friedenskonferenz verweigert den Südtirolern das Selbstbestimmungsrecht. Am 5. September wird das "Gruber - Degasperi - Abkommen" unterzeichnet, es soll den Schutz der deutschsprachigen Minderheit sichern.
1947  Osttirol wird wieder mit Nordtirol vereinigt.
1948  Das Italienische Parlament beschließt das erste Autonomiestatut, wobei die Provinzen Bozen und Trient zur Region "Trentino - Tiroler Etschland" zusammengeschlossen werden. Die Selbstverwaltung liegt bei der in der Region bestehenden italienischen Mehrheit. Dadurch bleibt der Pariser Vertrag unerfüllt.
1949  Herrmann Gmeiner gründet das erste SOS - Kinderdorf in Imst.
1955  Abschluß des österreichischen Staatsvertrages. Die letzten französischen und britischen Besatzungstruppen verlassen Nord- und Osttirol. Österreich ist nunmehr außenpolitisch voll handlungsfähig.
1956  Beginn von Verhandlungen über die Erfüllung des Pariser Abkommens.

Das Innkraftwerk Prutz - Imst wird in Betrieb genommen.

1956 - 1958  Sprengstoffanschläge in Südtirol.
1957  Großkundgebung für die volle Autonomie auf Schloß Sigmundskron. 35.000 Südtiroler protestieren gegen die Unterwanderung und die Nichterfüllung des Pariser Vertrages ("Los von Trient").
1959  Die Südtirolfrage kommt vor den Europarat.
1960/61  Südtiroldebatten und Resolutionen der Vereinten Nationen. Die UNO fordert Österreich und Italien auf, Verhandlungen über Südtirol aufzunehmen. Damit anerkennt die UNO Österreich als Schutzmacht Südtirols.
1961 Sprengstoffattentate in Südtirol, vor allem in der Herz - Jesu - Nacht vom 11. auf den 12 Juni 1961.
Großangelegte Polizeiaktionen führen zu Verhaftungen und Folterungen in Südtirol.
Das Andreas - Hofer - Denkmal am Bergisel wird gesprengt.
Die 19er Kommission zum Studium der Autonomiefrage beginnt ihre Arbeit.
1961 - 1969 Österreichisch - italienische Verhandlungen über die Südtiroler Autonomie.
1962  Die Gerlos - Hochalpenstraße wird dem Verkehr übergeben.

Weitere Sprengstoffanschläge in Südtirol.
In Mailand beginnt ein Prozeß gegen 87 Südtiroler, sechs Österreicher und einen Deutschen, denen Sprengstoffanschläge in Südtirol zur Last gelegt werden.

1964  Errichtung der Diözesen Bozen - Brixen und Innsbruck.

Olympische Winterspiele in Innsbruck.

1967  Die Saline in Hall wird nach 700 Betriebsjahren geschlossen.

Die Felbertauernstraße mit dem 5,2 Kilometer langen Straßentunnel wird dem Verkehr übergeben.

1968 Vorarlberg trennt sich von der Diözese Innsbruck. Mit der Errichtung der Diözese Feldkirch ist nun die einstige Brixner Großdiözese in drei Bistumsbereiche aufgeteilt.

Eröffnung der Autobahn von Innsbruck zum Brenner.

1969  Gründung der technischen Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur an der Innsbrucker Universität.

Die Timmelsjochstraße, die das Ötztal mit dem Passeiertal verbindet, wird eröffnet.
Einigung über ein "Paket" autonomer Rechte für die Provinz Bozen und den "Operationskalender" zu dessen Durchführung.

Neue Verhältnisse
1970  Erstmals findet eine gemeinsame Sitzung der Landtage des Bundeslandes Tirol und Südtirols statt.
1970/71  Italienisches Verfassungsgesetz und neues Autonomiestatut für die Region "Trentino - Südtirol". Die italienische Bezeichnung bleibt weiterhin "Alto Adige" anstatt "Sudtirolo", wie dies südtirolerseits bereits gefordert worden war.
1972  Gründung der Arbeitsgemeinschaft Alpenländer (ARGE ALP)
1978  Eröffnung des 13,8 Kilometer langen Arlberg - Straßentunnels von St. Jakob bis Langen.
1984 Anläßlich der 175. Wiederkehrdes Tiroler Freiheitskampfes von 1809 findet am 9. September ein Landesfestzug in Innsbruck statt. Daran beteiligen sich rund 34.000 Menschen aus ganz Tirol.
1989 In Südtirol tritt die Bestimmung über die Gleichstellung der deutschen mit der italienischen Sprache in den Ämtern und über den Gebrauch der ladinischen Sprache in den ladinischen Gebieten in Kraft.
1991  Beim Hauslabjoch (3200 m) in den Ötztaler Alpen wird die Mumie eines prähistorischen Mannes sowie fast seine gesamte Ausrüstung und Bewaffnung gefunden. Der archäologische Jahrhundertfund des sogenannten "Ötzi" löst Euphorie bei den Wissenschaftlern in aller Welt aus.
Archeologiemuseum
Bozen

Ötzidorf

GEO:Ötzi

1992 Mit der "Streitbeilegungserklärung" Österreichs gegenüber Italien wird der formelle Abschluß der Südtirol - Verhandlungen vollzogen.
1994  Österreich entscheidet sich in einer Volksabstimmung für den Beitritt zur Europäischen Union. Der Beitrittsvertrag wird in Korfu unterzeichnet.
1995  Österreich wird Mitglied der Europäischen Union.
1998  Die Grenzkontrollen zwischen Nord- und Osttirol einerseits und Südtirol andererseits fallen. Man kann wieder ungehindert in ganz Tirol reisen.
2000
Nordtirol, Südtirol und Trentino richten einen gemeinsamen Stand auf der EXPO in Hannover aus.
2001
Der Name Südtirol wird von der italienischen Regierung wieder offiziell zugelassen.

Zurück