Die Geschichte Tirols

Mittelalter
774  Karl der Große unterstellt das Langobardenreichdem Fränkischen Königreich.
783  Der aus Mais bei Meran stammende Bischof Arbeo von Freising stirbt. Er veranlaßte vermutlich die Abfassung der Abrogans, eines der ersten Literaturdenkmäler in deutscher Sprache.
788  Das bayerische Stammesherzogtum Tassilos III., zu dem auch Tirol gehört, wird in das Frankenreich Karls desGroßen eingegliedert. Nur das rechtsseitige Etschtal ab Lana bleibt beim Königreich Italien.
798  Salzburg wird zum Erzbistum und zum Metropolitansitz der bayrischen Krichenprovinz erhoben. Die Diözese Säben, später Brixen, kommt zur Kirchenprovinz Salzburg.
903  Brixen wird gegründet. Es ist somit die älteste Stadt Tirols.
um 950  Der Legende nach gründet Graf Rathold von Aibling im Stallerntal bei Schwaz das Kloster Georgenberg.
962 Die Erneuerung des Römischen Reiches durch Otto I. und die damit verbundene Vereinigung Deutschlands und Italiens erhöhen die Bedeutung der Brennerstraße als wichtigste Verbindung zwischen dem Nord- und dem Südreich. Von 133 Zügen der römischdeutschen Herrscher nach Italien führen 66 über den Brenner.
999 Bischof Albuin verlegt seine Residenz von Säben nach Brixen.
Die Anfänge Tirols
1004 / 1027 / 1094  Das Gebiet des späteren Tirol wird vom Herzogtum Bayern getrennt. Um die überaus wichtige Kaiserstraße, den Brennerweg, in sicherer Hand zu wissen, übertragen die Kaiser Heinrich II. und Konrad II. die Grafschaften Trient, Bozen und Vinschgau dem Bischof von Trient, die Grafschaft Norital, so hieß damals das Gebiet des Eisack und Unterinntales, dem Bischof von Brixen. Diesem wird 1094 auch die Grafschaft im Pustertal übergeben. Die Bischöfe,die nun auch Landesherren sind und daher den Titel "Fürstbischof" führen, übertragen ihre weltliche Macht den Vögten oder Schutzherrn. Es sind dies vor allem die Grafen von Eppan, Andechs und Tirol. Im Laufe der Zeit werden die Vögte gegen den Willen der Bischöfe die eigentlichen Machthaber im "Land im Gebirge". Am erfolgreichsten sind die Grafen von Tirol. Sie benennen sich nach ihrer Stammburg Tirol oberhalb von Meran. Diese gibt schließlich dem ganzen Land den Namen.
1047  Bischof Poppo von Brixen wird zum Papst Damasus II. gewählt. Seine Regentschaft dauert nur 23 Tage, dann stirbt er an Malaria.
1080  In Anwesenheit von Kaiser Heinrich IV. findet im Zusammenhang mit dem Investiturstreit in Brixen eine gegen Papst Gregor VII. gerichtete Kirchenversammlung statt.
1137  Kaiser Lothar stirbt auf dem Rückweg von Italien nach Deutschland in Breitenwang im Außerfern.
1138  St. Georgenberg bei Schwaz wird zur Benediktinerabteierhoben.
Gründung des Prämonstratenserstiftes Wilten.
um 1170  Walther von der Vogelweide soll auf dem Vogelweiderhof am Lajener Ried bei Klausen geboren worden sein.
1180  Gründung Innsbrucks durch die Grafen von Andechs durch Verlegung des andechsischen Marktes vom linken auf das rechte Innufer.
1187  "Insprucke" wird erstmals urkundlich erwähnt.
um 1200  In Bozen entsteht die erste Niederlassung der Franziskaner auf deutschem Boden.
1232 Erste Nachricht über das Salzvorkommen im Halltal.
1248 Die Grafen von Andechs sterben aus. Der tatkräftige Graf Albert III. von Tirol vereinigt erstmals die Grafschaften im Etsch-, Eisack- und Inntal in einer Hand.
nach 1250  Der Brixner Fürstbischof Bruno von Kirchberg erbaut Burg und Stadt Bruneck.
1253  Mit Albert III. sterben die Tiroler Grafenaus. Ihr Erbe ist Graf Meinhard I. von Görz
nach 1253  Meran wird Münzstätte. Hier werden die Etsch-Kreuzer geschlagen.
1285 - 1295  Graf Meinhard II. von Tirol-Görz. ER ist der eigentliche Gründer der Tiroler Landeseinheit. Als treuer Kampfgenosse König Rudolfs von Habsburg wird er zum Reichsfürsten erhoben und mit dem Herzogtum Kärnten belehnt.
1271 Kitzbühl erhält das Stadtrecht.
1273  Meinhard II. und seine Frau Elisabeth gründen das Zisterzienserstift Stams im Oberinntal. Hier werden bis1511 in der berühmten Fürstengruft die Tiroler Landesfürsten begraben.
um 1280
Auf Schloß Tirol entsteht über dem Eingang zur Oberkapelle die älteste farbige Darstellung des Tiroler Landeswappens. Das Wappen selbst wurde jedoch schon vor 1250 von Albert III., dem letzten männlichen Grafen von Tirol, als Siegel verwendet. Im 14. Jh. kam meist ein dreizackiges Krönlein, ab 1542 immer häufiger auch ein grünes Kränzlein im Tiroler Landeswappen vor. Die Flügelspangen mit Kleeblattenden sowie die Waffen (Schnabel und Fänge) des Adlers sind golden gehalten. Das 1983 von Italien genehmigte Südtiroler Landeswappen zeigt den Tiroler Adler so, wie erhier auf  Schloß Tirol dargestellt ist.
Schloß Tirol
1293  Meinhard II. erläßt in Anwesenheit der Edlen, Grundherren, ritterlichen Dienstmannen, Bürger und Bauern eine neue Gerichtsordnung für die Grafschaft Bozen. Sie stellt die erste schriftliche Äußerung der Vertretung des Volkes dar.
1296  Sterzing wird als Stadt genannt.
um 1300  Walser aus dem schweizerischen Wallis wandern ins oberste Lechtal, ins obere Paznaun (Galtür) und vereinzelt ins mittlere Ötztal ein.
1303  Hall erhält das Stadtrecht.
1304 / 1308  Glurns und Klausen werden erstmals als Stadtgenannt.
1314 Der Kuntersweg zwischen Kollmann und Bozen durch die Eisackschlucht wird gebaut. Erstmals Verwendung von Sprengpulver.
1335 Tod Herzog Heinrichs, des Sohnes Meinhards II. Mit ihm stirbt die männliche Linie der Meinhardiner aus. Die Tiroler Stände unterstützen Margarethe Maultasch als die rechtmäßige Landesherrin. Kärnten fällt an die Habsburger.
1338 Ungeheure Heuschreckenzüge suchen den Süden Tirols heim. Ihre Schwärme verfinstern die Sonne und fressen alles kahl.
1339  Kufstein erhält das Stadtrecht.
1342 Der Wittelsbacher Ludwig, Markgraf von Brandenburg, der zweite Gemahl der Tiroler Landesfürstin Margarethe Maultasch, verbrieft im sogenannten "Großen Freiheitsbrief" die alten seit den Tagen Meinhards II. geltenden Rechte. Darin wendet er sich an alle Bewohner Tirols, "edel und unedel, rich und arme". Sie haben ein Mitspracherecht bei der Gesetzgebung, in Steuerangelegenheiten und bei der Regierung.
1348 Das Land wird von der Pest, vom "SchwarzenTod", schwer heimgesucht.
Tirol wird habsburgisch
1363 Margarethe Maultasch, die Letzte aus dem Geschlecht Meinhards von Tirol, übergibt mit Zustimmung der Stände "das Land im Gebirge an Etsch und im Inntal" an Rudolf IV. von Habsburg. Damit gehört Tirol zu den österreichischen Erblanden. Die drei Gerichte Rattenberg, Kitzbühel und Kufstein bleiben bis 1504 bei Bayern.

Die Bayern, die Ansprüche auf Tiroler heben, fallen mehrmals plündernd in das mittlere Inntal ein, können aber die befestigten Städte Hall und Innsbruck nicht einnehmen.

Die Übergabe Tirols
1365 Der Geschichtsschreiber Goswin, Proioin der Benediktinerabtei Marienberg, beendet seine Klosterchronik, eine der bedeutendsten erzählenden Geschichtsquellen des Mittelalters.
1369 Bayerm verzichtet im Frieden von Schärding auf die einstmals zu seinem Herzogtum gehörige Grafschaft Tirol, mit Ausnahme der drei Herrschaften Rattenberg, Kitzbühel und Kufstein.
1373 Das wegen des Bergbaues wirtschaftlichbedeutende Primiero (Pramör) kommt zu Tirol.
um 1373  Oswald von Wolkenstein, der letzte deutsche Minnesänger, wird geboren.
1379 - 1490  Eine Linie des Hauses Habsburg residiert zunächst auf Schloß Tirol und seit etwa 1420 in Innsbruck; dies ist für die politische und kulturelle Entwicklung Tirols von großer Bedeutung.
1386  Herzog Leipold III. von Österreich,seit 1379 Tiroler Landesherr, fällt in der Schlacht bei Sempach im Kampf gegen die siegreichen Schweizer Eidgenossen.
1393 Rattenberg erhält das Stadtrecht.
1404  Herzog Leopold IV. von Österreich erläßt für Tirol eine Ordnung zur Regelung der Rechte des Bauernstandes. Grundherr und Bauer werden vor dem landesfürstlichen Gericht gleichgestellt.
1406 Die Appenzeller fallen mit dem Ruf "Friede den Hütten, Zerstörung den Zwingburgen" in Westtirol ein und dringen bis Imst vor.
1406 - 1439  Regierung des volkstümlichen HerzogsFriedrich IV., "Friedl mit der leeren Tasche". In dieser Zeit finden die ersten Landtage statt. Dabei sitzen Bürger und Bauern neben Adel und Geistlichkeit. Die landesfürstlichen Eigenleute werden aus der Leibeigenschaft entlassen. Kein Landesangehöriger darf seinem ordentlichen Richter entzogen sowie ohne Spruch desselben verurteilt werden. Dem Landesfürsten ist es verwehrt, in die Gerichtsverhandlung einzugreifen.
1413/14  Friedrich IV: erwirbt von Venedig die Gerichte Telvana, Castellalto, S. Pietro und Ivano in der Valsugana.
1415/16  Ächtung Friedrichs IV. auf dem Konzil von Konstanz. Er wird gefangengenommen, kann aber fliehen. Bürger und Bauern unterstützen ihn gegen des Kaiser und den einheimischen Adel.
1420  Innsbruck wird Residenzstadt. Erst 1849 erhält es den Rang einer Landeshauptstadt. Von 1418 bis 1848 hatte Meran diesen Rang und Titel inne.

Der Silberbergbau zieht "viel fremdes Bergvolk aus Böhmen, Sachsen und anderen deutschen Landen nach Schwaz" (Schwazer Bergchronik)

1446 - 1490 Herzog Sigismund der Münzreiche, Sohn Herzog Friedrichs IV.
1449 Die Schwazer Bergordnung Herzog Sigismunds wirkt als Vorbild für Montanunternehmen der ganzen Welt.
1450 - 1560 Blütezeit des Schwazer Silberbergbaues.Schwaz ist mit 20000 Einwohnern die größte BergwerkssiedlungEuropas.
um 1460 Streit Herzog Sigismunds des Münzreichen mit Kardinal Nikolaus Cusanus von Brixen um die Landeshoheit.
um 1470 Herzog Sigmund baut die Burg Formigar bei Bozen zur größten Burganlage Tirols aus und nennt sie Sigmundskron.
Schloß
Sigmundskron
1477  Die landesfürstliche Münzstätte von Meran wird nach Hall in die Nähe des schwazer Silberbergbaues verlegt.
1486 In Hall wird unter Sigismund dem Münzreichen der Uncialis oder Guldiner geprägt. Diese große Silbermünze im Wert eines Goldguldens gilt als erster Taler der Welt.
1487 Krieg gegen Venedig. Die Tiroler erobern Rovereto und siegen bei Calliano südlich von Trient.
um 1490  Michael Gaismair, der spätere Tiroler Reformer und Sozialrebell wird biem "Hofer im Feld" in Tschöfs bei Sterzing geboren.

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