Die Geschichte Tirols

 
Vorgeschichte
um 28 000 v.Chr.
In einer Wärmeschwankung der Würmeiszeit dringt der Mensch aus dem Norden in den Alpenraum vor. In der Tischoferhöhle im Kaisertal bei Kufstein fand man neben zahlreichen Tierskeletten bearbeitete Knochenspitzen, Spuren einer jungpaläolithischen Jägerkultur.
8000 - 5500 v.Chr.  Mesolithikum, die mittlere Steinzeit.In Südtirol. Zahlreiche Funde von Mikrolithen, das sind kleine und kleinste Steingeräte, die mittelsteinzeitliche, nicht seßhafte Jäger erzeugten. In Nordtirol kennen wir bisher nur zwei Fundstätten aus dieser Periode.
5500 - 2300 v.Chr.  Neolithikum, die Jungsteinzeit. Steinkistengräber rmit Hockerbestattung auf der Gand bei Eppan weisen auf Verbindungen nachdem Süden und nach dem Westen hin. Streufunde aus der Innsbrucker Gegend stehen der Altheimer Kultur in Bayern nahe. Die Tischoferhöhle ist wieder von Menschen bewohnt. Das Landecker und Rieder Becken beziehungsweise deren Hangterassen sind besiedelt.

Auch der sensationelle Fund einer ausgeaperten mumifizierten Leiche, des sogenannten "Ötzi" im Jahre 1991 am Hauslabjochbezeugt, daß die Alpenregion schon um circa 3200 v. Chr. vom Menschen wirtschaftlich genutzt wurde.

Archeologiemuseum
Bozen

Ötzidorf

GEO:Ötzi

2300 - 1365 v.Chr.  Frühe und mittlere Bronzezeit. Durchdie reichen Kupfervorkommen in Nord und Osttirol wächst die Bedeutungder östlichen Alpengebiete. Die frühbronzezeitlichen Funde in der Tischoferhöhle (Bronzegießerwerkstätte) werden der Straubinger Kultur zugeordnet. Zahlreiche Funde im Wipptal. in Landeckerund im Rieder Becken. Die Siedlungsplätze sind auf schwer zugänglichen Hügelkuppen, aber auch auf Talböden angelegt.  
1365 - 740 v.Chr.  Späte Bronzezeit, Urnenfelderkultur. In dieser Epoche ist eine rege Siedlungs- und Bergbautätigkeit erkennbar.In Nordtirol entwickelt sich eine eigenständige Urnenfelderkultur. Zwischen Kufstein und Ladis im Oberinntal stößt man auf zahlreiche, gelegentlich sehr große Brandgräberfelder. Kultureinflüsse aus Oberitalien führen zur Ausbildung der Lauben-Mellaun-Kultur, die vor allem in Südtirol und im Trentino zahlreiche Spuren hinterlassen hat, während sie in Nordtirol nur spärlich vertreten ist.
740 - 450 v.Chr.  Ältere Eisenzeit (Hallstattzeit). Die intensiven kulturellen Beziehungen Nordtirols zum südbayerischen Raum belegen u.a. die Brandgräberfelder vom Wörgl-Egerndorfer Feld und von Kundl. Während des jüngsten Ausschnittes dieser Epoche entwickelt sich die bodenständige Fritzens-Stanzeno-Kultur.
450 - 15 v.Chr.  Jüngere Eisenzeit (La-Tene-Zeit). Blütezeit der Fritzens-Stanzeno-Kultur, im zentralalpinen Raum beginntdie Verwendung der Schrift: Typische Hausform ist die zumeist zweigeschossige "Casa retica".
Römerzeit und Völkerwanderung
15 v.Chr.  Die Römer erobern das rätischeAlpengebiet bis zur Donau, die Fritzens-Stanzeno-Kultur erlischt. Das spätereTirol wird bis zum Ziller der Provinz Rätien , östlich vom Ziller Noricum zugeteilt. Südlich vom Kollmann im Eisacktal und von der Töll bei Meran gehörte das spätere Tirol zur italienischen Region Venetia et Histria.
46 a.D.  Die via Claudia Augusta wird ausgebaut; die Anaunen (Anauni) am Nonsberg erhalten das römische Bürgerrecht.
um 50 n. Chr.  Auguntum am Debantbach im Lienzer Becken erhält das römische Stadtrecht.
4. und 5. Jh.  Beginn der Christianisierung von Süden her.
476 a.D.  Untergang des Weströmischen Reiches
seit dem 6. Jh.  Im Zuge der Völkerwanderung wird der mittlere Alpenraum von Bajuwaren, das Gebiet des heutigen Trentino von Langobarden in meist friedlicher Auseinandersetzung mit der rätoromanischen Bevölkerung besiedelt. 

Säben oberhalb von Klausen wird Bischofssitz. Dieser wird im 10. Jh. nach Brixen verlegt.

569  Die Langobarden stoßen vom Süden bis in den Raum von Meran vor. Trient wird Mittelpunkt eines langobardischen Herzogtums.
um 575  Bei Salurn kommt es zu Kämpfen zwischenden von Norden her eindringenden Franken und den Langobarden. Die Franken werden nach Norden zurückgedrängt, behaupten sich jedoch im Vinschgau.
588  Die Langobarden schließen mit den Bajuwaren ein Bündnis. Ein bajuwarischer Herzog aus dem Geschlecht der Agilofinger kann seine Herrschaft bis ins obere Eisacktal ausdehnen.
um 600  Schwere Kämpfe zwischen Bajuwarenund Slawen bei Lienz. Osttirol bleibt zunächst bis zum Kristeinbach slawisches Siedlungsgebiet.
7. Jh.  Missionierung des Landes durch die hl.Magnus, Korbinian und Rupert.
um 650  Die Bajuwaren stoßen südlichvon Bozen auf die Langobarden.
um 680  Ein bajuwarischer Graf in Bozen bezeugt.
um 738  Festlegung der Bistumsgrenze im Nordtiroler Unterland durch den hl. Bonifazius. Der Ziller ist die Grenze zwischen den Bistümern Salzburg und Brixen.
769  Der Bayernherzog Tassilo III. begründet das Kloster Innichen als Stützpunkt für die Slawenmissionierung. Es ist das älteste Kloster auf deutsch-tiroler Boden.
um 770  Bau der vorromanischen Prokuluskirche in Naturns. Sie birgt die ältesten Fresken des deutschen Sprachraums.

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