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| Diesen Prunkerker ließ der spätere Kaiser Maximilian I. in nur 3 Jahren von 1497 bis 1500 am Neuhof errichten, der damaligen Stadtresidenz, die Maximilians Großonkel gekauft und eingerichtet hatte. Er ersetzte einen früher schon vorhandenen, wesentlich schlichteren und kleineren Erker. Der Architekt war Niklas Türing d. Ä. |
Das Goldene Dachl diente als Hofloge bei Turnieren und Festen auf dem Platz davor. Manchesmal mag es vor dem Dachl so ausgesehen haben wir auf dem Bild rechts. |
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Der Erker sollte aber auch die Macht und Bedeutungs Maximilians verdeutlichen - er legte großen Wert auf diese Symbolik. Das Goldene Dachl ist nicht zufällig an dieser Stelle errichtet worden. Jeder, der über den Brenner nach Italien reisen wollte, mußte die Innbrücke benutzen und anschließend über diesen Platz fahren oder gehen. Und allen rief das Bauwerk zu: "Schaut her, welch mächtiger, reicher und kunstsinniger Herr hier residiert!" |

| Ursprünglich war das Goldene Dachl noch eindrucksvoller als heute. Auf diesem Bild von 1822 ist der Neuhof noch so zu sehen, wie er zu Maximilians Zeiten war. Der 5. Stock des Gebäudes wurde erst im 19. Jahrhundert aufgesetzt, anfänglich reichte der Erker also über die gesamte Gebäudehöhe. Die kaiserliche Residenz umfaßte übrigens nur die Breite der ersten vier Laubenbögen von rechts. Es ist deshalb kein Zufall, daß das Dachl aus heutiger Sicht etwas versetzt nach rechts am Gebäude steht. |
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| Das Innere der Loggia ist mit Fresken von J. Kölderer dekoriert, die eine höfischen Gesellschaft zeigen. Diese Bilder sind von außen nur bei einer ganz bestimmten Beleuchtung zu sehen, sie dienten wohl eher dem privaten Genuß. |
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| Es ist unklar, wer
die Dargestellten sind und ob es überhaupt konkrete historische Personen
sind. Weil aber das ganze Bauwerk voller Hinweise und Anspielungen steckt,
läßt sich denken, daß es auch hier welche gibt, die sich
nur heute nicht mehr entschlüsseln lassen.
Die Decke der Loggia ist gewölbt und von Netzrippen überzogen. In deren Zwickeln sich zahlreiche Wappen und kleine figürliche und symbolische Darstellungen finden, die ebenfalls Anspielungen auf dynastische Verhältnisse oder Lebensumstände des Bauherrn enthalten. So soll der kleine Halbmond ganz oben in der Mitte auf den "Honigmond", d.h. die Hochzeit Maximilians mit Maria Sforza hindeuten. |

| Die Loggia war nur
gewöhnlich nur dem Herrscher zugänglich, deswegen trägt
hier die Symbolik einen eher privaten Charakter. Von außen jedoch
ist der Erker von oben bis unten mit Darstellungen bedeckt, die nur das
eine Ziel haben - die Selbstdarstellung Maximilians. Dabei sind es Kunstwerke
von Rang, und alle fügen sich harmonisch in das Gesamtbild des Bauwerks
ein.
Bis in die 1950er Jahre befand sich hinter dem Goldenen Dachl übrigens eine Privatwohnung, und die dort waltende Hausfrau benutzt die Loggia Kaiser Maximilians zum Wäscheaufhängen !!! Vom ursprünglichen Schmuck sind vor allem die Reliefs an der Brüstung des offenen Balkons erhalten. |
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| Sie zeigen zweimal
den Kaiser - links mit seinen beiden Frauen, Maria von Burgund (rechts)
und Bianca Maria Sforza (in der Mitte, mit dem goldenen Apfel). Auf dem
Wappen der Maria von Burgund (rechts) sitzt eine Eule als "Totenvogel",
womit angedeutet wird, daß sie bereits verstorben war. Die Darstellung
spiegelt das Gefühlsleben Maximailians wider - die Ehe mit Maria war
eine Liebesheirat, die mit Bianca nicht. Also ist es folgerichtig, daß
beide Frauen gleichzeitig dargestellt werden - die eine, weil sie Anspruch
darauf hatte, die andere, weil Maximilian die Erinnerung an sie bewahren
wollte.
Auf dem Relief rechts ist Maximilian mit einem Narren und einem Ratsherren dargestellt. Es ist unklar, was diese Gruppierung bedeutet - vielleicht sind es die Interessen des Kaisers, die her abgebildet werden - Politik und Staatskunst einerseits, auf der anderen Seite Kunst, Spiel und Mummenschanz. Warum läßt sich Maximilian überhaupt zweimal darstellen? Innsbruck war nur eine Residenz, oft hielt er sich anderswo auf, die Zeit des Reisekaisertums war noch nicht ganz vorbei. Während seiner Abwesenheit war er dann wenigstens durch die Bilder am Goldenen Dachl gegenwärtig. |
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| Die übrigen
Felder zeigen Figuren, die den sogenannten Moriskentanz aufführen,
einen zu Zeiten Maximilians modischen höfischen Tanz. Hier ist es
eindeutig eine Vorliebe Maximilians, die den Anlaß für die Darstellung
gegeben hat.
Was die hebräischen Schriftzeichen auf den Bändern zu bedeuten haben, ist ungeklärt - z.T. sind es gar keine wirklichen Buchstaben, und auch die Zeichen, die welche sind, ergeben keinen Sinn. |
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| Die Fresken unter der Loggia stellen die Fahnenträger des Reiches und Tirols mit der Datierung "im XV jar" dar. |
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| Darunter folgt ein Reliefband mit den - von links nach rechts - Wappen Österreichs, Ungarns, des Deutschen Kaisers, des Deutschen Königs, Burgunds und Mailands. Das erste Wappen ist ein Herrschaftswappen Maximilians, schließlich war er Erzherzog von Österreich. Das ungarische Wappen hingegen noch fast ein Anspruchswappen - Maximilian war nicht König von Ungarn, sondern als deutscher Kaiser Herr über dieses Königreich, allerdings in recht lockerer Form. Kraft Erbes ist Maximilian deutscher König. Die Kaiserwürde hingegen kann man nicht erben, sondern man erhält sie mit der Krönung durch den Papst. Deswegen die zwei verschiedenen Wappen. Die beiden letzten Wappen erinnern schließlich an die beiden Frauen Maximilians - Maria von Burgund und Maria Bianca Sforza. |
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| Mit diesen Wappen
hat es eine besondere Bewandtnis. Ursprünglich, d.h. seit 1494/96,
befanden sich an dieser Stelle die Herrschaftswappen Maximilians, ausgeführt
in mittelalterlicher Manier in gotischen Dreipaßnischen und mit Helmzier.
1508 wird Maximilian in Trient zum Kaiser gekrönt - eine Romreise
war von Venedig verhindert worden. Diese höchste Würde, die er
nun erreicht hat, muß natürlich auch am Goldenen Dachl dokumentiert
werden. Die alten Wappen werden also entfernt und durch die neue Reihe
ersetzt, die das kaiserliche Wappen enthält. Inzwischen hat sich aber
auch Stilempfinden gewandelt - die Renaissance hat begonnen. Die Wappenschilde
werden in streng rechteckigen Feldern ausgeführt, und an die Stelle
der als altmodisch empfundenen Helmzier treten jetzt "moderne" Rangkronen".
Die Krönung in Trient machte Maximilian zwar faktisch zum Kaiser, aber sie hatte nicht den gleichen Wert, den eine Krönung in Rom gehabt hätte - Max war nur "erwählter Kaiser". Deshalb wird das kaiserliche Wappen auch von einer Spangenkrone und nicht von einer Mitrenkrone gekrönt. |






| Die alten Wappen wurden nicht weggeworfen, sie hatten ja ihre Bedeutung nicht verloren - einige von ihnen finden sich noch an den Schmalseiten des Erkers. |

| Im Gebäude des Goldenen Dachls befindet sich das Innsbrucker Standesamt, 1996 wurde hier außerdem zu Ehren des Erbauers das Museum Maximilianeum eröffnet. |
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Hier gibt es zwei
kurze Filme von Goldenen Dachl (jeweils ca. 3 MB, sie laden also entsprechend
lange, und manchmal auch gar nicht!)
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