Melnik

Die Stadt Melnik liegt mitten im fruchtbaren böhmischen Tiefland, auf einem Hügel hoch über den Zusammenfluß der zwei größten bshmischen Flüssen - die Elbe und die Moldau. Dank der günstigen Lebensbedingungen wurde das Gebiet schon seit Urzeit besiedelt.. Eine Burg - der Vorgänger heutigen Schlosses - stand hier vermutlich schon am Ende des 10. Jahrhunderts. Die mehr als 700jährige überlieferte Geschichte von Melnik beginnt mit dem Jahre 1274, als der Przemysl Otakar II. der Stadt einen
Gewinnanteil am Handel an der Elbe schenkte. Der reichen Geschichte der königlichen Stadt, Leibgedinge (Witwengut) der böhmischen Königinnen, kann man beim Bummel durch das historische Stadtzentrum folgen.

Der Zusammenfluß von Elbe und Moldau

Der größere Fluß rechts ist die Moldau, der kleiner links die Elbe - trotzdem fließt die Moldau in die Elbe und nicht umgekehrt.

Die Stadt wird vom Schloß dominiert. Es hat eine verwickelte Baugeschichte - von der Romanik bis zur heutigen Frühbarock-Residenz. Unter dem ganzen Schloß, mit Ausnahme des nördlichen Flügels, befinden sich ausgedehnte Weinkeller.  Das Schloß ist jetzt im Besitz der Familie Lobkowitz.
Die typische Silhouette der Stadt wird, neben dem Schloß, vonder Sankt Peter- und Paulkirche gepägt, die ursprünglich ein Teil der Melniker Burg war. Im Laufe der Zeit wurde sie mehrmals umgebaut - vom ursprünglich frühromanischen Bau über die Gotik bis in die Renaissance. Zu den touristisch interessantesten Sehenswürdigkeiten gehört das Beinhaus in der Krypta unter dem Presbyterium. In der Nähe der Sankt Peter- und Paulkirche steht das Gebäude der ehemaligen Lateinpartikularschule, die im 16. Jahrhundert ein Zentrum humanistischer Kultur war.
Zeugen des Reichtums und Ruhms der Stadt sind auch die Bürgerhäuser auf dem Mir-Platz, manche von ihnen auch mit
erhaltenen Hausmarken (z.B. Goldenes Lamm, Goldener Stern, Blauer Stern, Goldene Traube).  Das historisch wertvollstes Gebäude auf dem Platz ist das Rathaus aus 14. Jahrhundert, ursprünglich ein gotisches Gemeindehaus mit Kapelle. Am Eingang erkennt man zwei eingemauerte historische Steinma0e - böhmische und österreichische Ellen. Das Rathaus ist mit den
übrigen Häusern durch die typischen Laubeng0nge verbunden. Abgeschlossen wird der Platz vom  Kapuzinerkloster und der Kirche der Vierzehn Nothelfer aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Ein weiteres interessantes Geb0ude ist die Kirche der Heiligen Ludmila von 1585. Sie besitzt einen Holzglockenturm mit der ältesten Melniker Glocke. Von der mittelalterlichen Stadtbefestigung ist neben einigen Schanzen vor allem das Prager Tor erhalten, das auf die Zeit um 1500 zurückgeht. 

Unter den tschechischen Städten ist Melnik durch seinen Weinbau bekannt. Die Hauptblütezeit des Weinbaues und damit
ein Aufblühen der ganzen Stadt trat im 16. Jahrhundert ein. Bis heute hat sich die Tradition des Melniker Weinbaues erhalten, obwohl er nicht mehr zu den Haupterwerbszweigen im Region gehört. In der Mitte des 19. Jahrhunderts, als Melnik Kreisstadt wurde, nimmt neben der Landwitschaft auch die Industrie ihren Aufschwung. Es wird eine Zuckerfabrik errichtet, heute gibt es in Melnik Energetik, Chemie, außerdem werden hier  Kinderwagen gebaut.

Die Truppe lauscht mehr oder weniger ergriffen Zuzannas Erklärungen.

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