Ein Besuch an Heines Grab

 
 
Der Dichter Heinrich Heine, 1799 in Düsseldorf geboren, übersiedelte 1831 in das "freiwillige Exil" nach Paris. 

Heine sieht sich selbst hier als Flüchtling und als Kulturbote deutscher Literatur. So wird er in den Literaturkreisen mit Wohlwollen aufgenommen, sowohl als Person, die den Romantikern noch verpflichtet ist, als auch als Gesellschaftskritiker und Gegner des Metternichschen Regimes. In den Pariser Salons lernt er geistige Größen seiner Zeit wie Alexandre Dumas kennen, wird auch gezielt vor allem von Musikern und Komponisten wie Mendelssohn Bartholdy und Richard Wagner, aber auch von Größen seiner Zeit aus anderen Bereichen aufgesucht. Durch diese ständigen Besuche versucht Heine, im Gedächtnis der deutschen Öffentlichkeit zu bleiben.

In Paris lernt Heine 1834 auch seine spätere Frau Crescentia Eugenie Mirat kennen, die er selbst Mathilde nennt.

 
Heine und Mathilde
 
In Frankreich kommt zu Heines dichterischer Tätigkeit eine weitere Aufgabe hinzu: die literarische Vermittlung zwischen Deutschland und Frankreich - zwischen zwei Literaturen und Kulturen. So schreibt er "Französische Zustände" und "Französische Maler", auf der anderen Seite "Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland" und "Die romantische Schule". Er schreibt übrigens seine Werke immer auf deutsch und läßt sie anschließend ins Französische übertragen, obwohl es nie zu Verständigungsschwierigkeiten kommt, und seine Frau etwa nie Deutsch lernt. 

Erst nach zwölf Jahren besucht Heine wieder Deutschland. Das literarische Ergebnis dieser Reise ist "Deutschland. Ein Wintermärchen".  Nach der Rückkehr von seiner Reise lernt Heine in Paris den noch jungen Marx kennen.

Heines Gesundheitszustand hatte sich seit den dreißiger Jahren kontinuierlich verschlechtert. Schon 1846 wird  Die Krankheit, die er selbst für die Syphilis hält, die aber wohl eher eine myatrophische Lateralsklerose war, zehrt sehr an ihm. So bleibt ihm seine geistige Kraft erhalten und seine Leiden beschränken sich auf seinen Körper, der ihn an die "Matratzengruft" fesselt. Ab 1850 scheint er sich auch psychisch stabilisiert zu haben und er arbeitet wieder regelmäßig. Die Jahre seiner "Matratzengruft", wie er selbst sein Gefängnis tituliert, sind literarisch äußerst produktiv.

Am Sonntag, dem 17.2.1856, morgens gegen fünf Uhr, verstirbt Heinrich Heine nach fast achtjährigen Qualen. 

 
Auf dem Friedhof Montmartre wird er am 20.2. begraben, ohne Reden und geistlichen Beistand, so wie er es sich im Testament von 1851 gewünscht hatte. Auf dem ersten, inzwischen durch einen anderen Grabstein steht die Inschrift, die er bereits in den "Reisebildern" formuliert hatte:
"Ich weiß wirklich nicht, ob ich es verdiene, daß man mir einst mit einem Lorbeerkranze den Sarg verziere. Die Poesie, wie sehr ich sie auch liebte, war mir immer nur ein heiliges Spielzeug, oder geweihtes Mittel für himmlische Zwecke. Ich habe nie großen Wert gelegt auf Dichter-Ruhm und ob man meine Lieder preiset oder tadelt, es kümmert mich wenig. Aber ein Schwert sollt Ihr
mir auf den Sarg legen; denn ich war ein braver Soldat im Befreiungskriege der Menschheit."
 
Ein kleiner Vogel besucht Heine.
 
 
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