Ratzmann schwimmt

nicht weit, aber tief... ha-ha-ha...

Immerhin ist Schwimmen aber meine Lieblingssportart. Schwimmen ist GENIAL. Daß das die meisten Leute nicht nachvollziehen können, macht mir gar nix - jeder darf seine eigene Meinung dazu haben.

     

Davon abgesehen konzentriert sich mein Ehrgeiz aber auch darauf, den lebenden Beweis gegen das beliebte Vorurteil anzutreten, daß eine Schwimmerin aussieht wie ... äh ... also, sagen wir, wie eine Mischung aus Arnie und Hella. Alles Chlor?

Wer Lust hat, sich ein bißchen über Termine, Zeiten, ..., Schwimmerlatein, auszutauschen, mal ein paar Bahnen mit mir zu ziehen, oder sich auf dem nächsten Wettkampf zu verabreden, kann sich gern bei mir melden.

Die nächsten Termine:

Ein paar Wettkampf'berichte' und Bilder:

Achja, und für die Rubrik "Dinge, die es nie geben wird", hätte ich da noch folgendes: DIE  WASSERDICHTE  CHLORBRILLE. (Respektive "Dinge, die es schon gleich gar nie nicht geben wird" - "die wasserdichte Chlorbrille, die nicht beschlägt")


23.11.97 - Schwimmfest im schönen Gerlingen ;-)

ein Kinderwettkampf, ein richtiges Rettichfest, aber ich mußte einfach die letzte Chance des Jahres nutzen, nochmal unter echt selbstgestricktem Leistungsdruck und den üblichen üblen Peristaltik-Attacken einen Zeittest zu schwimmen - schließlich kannst ja nicht mit einer Zeit von 15,7 das Jahr beenden, wär doch ZU peinlich...

Die 100 Rücken um 9 Uhr morgens hab ich prophylaktisch gleich mal wieder ausgecheckt, in Anbetracht des wie erwartet leberschädigenden Abends davor eine weise Entscheidung... an dieser Stelle ein virtuelles Grüßchen an meinen mentalen psycho-Coach Wolfi (halt Dir schonmal das letzte Januarwochenende frei, da ist nämlich der nächste Wettkampf), der mir zwar nun auch nicht genau erklären konnte, worum es in Pulp Fiction eigentlich geht *lach* - aber zumindest weiß ich jetzt, daß 'pulp' nicht Tintenfisch heißt, wie ich fälschlicherweise immer dachte. Aber ich wollte ja eigentlich was zu dem Wettkampf schreiben :-)

Die 100 Delphin waren eine wahre Pracht und einfach geil zu schwimmen, wow ich kann mich nicht erinnern, daß ich bei dieser Strecke jemals ins Gleiten gekommen bin, und die Arme wurden auch wirklich erst auf den letzten 10 Metern zu Blei. 1:38,09 - eine fantastische Bestzeit um 3.7 Sekunden, von meinen Schwimmerkollegen - die sich diesmal geweigert haben "diese Plage" live zu verfolgen - wie folgt kommentiert "wir verstehen ÜBERHAUPT nicht, wie sich ein Mensch über sone Scheißzeit freuen kann". Danke :-) Es tut einfach gut, liebe Freunde zu haben *lach*. Um dieses Defizit entsprechend auszugleichen, habe ich mir einen affengeilen Badeanzug im Metallplättchen-Schlangenhaut-Design geleistet, ÄTSCH!

Und dann die 100 Freistil mit 1:13,29 - damit ist die Ehre für den Rest des Jahres ja wohl voll und ganz verteidigt! Das hab ich jetzt echt gebraucht, also wirklich :-) Also kann ich mich jetzt erstmal zufrieden zurücklehnen, nächstes Wochenende das Training schwänzen und zum Skifahren gehen :-)))) - es soll ja außer Schwimmen angeblich auch noch andere Dinge im Leben geben, wie meine Mom immer sagt...


11.10.97 - Masters-DMS, Vorrunde in Mengen

nicht, daß dieser Wettkampf so nichtssagend gewesen wäre, aber man muß ja auch nicht überall seinen Senf dazugegeben haben :-) 2:50,15 über 200 F sind immerhin eine Bestzeit um 3 Sekunden :-))


Baden-Württembergische Masters in Weinheim (20./21.9.97)

Lieber Himmel, das war ja wohl kein Wettkampf sondern eine Katastrophe! Da quälst Du Dich mühsam aus den Federn und fährst 75 Minuten irgendwohin in die Pampa, und dann sowas: stattliche 30 Grad Wassertemperatur (ungelogen!) - ein Becken ohne Beleuchtung in der hinteren Wende, so daß man garantiert nicht sehen kann, wann man angekommen ist - das T-Kreuz am Boden irgendwie viel näher am Rand als es sollte - und dann noch normale, mega-ausgeleierte Trainingsleinen ohne Wellenbrechung. So daß man garantiert im Kielwasser der Konkurrenz um sein Leben schwimmen muß, wenn man nicht vorne ist - und das bin ich ja sowieso nie.

Naja. Da muß man durch. Dachte ich. Aber schon beim ersten Start hab ich mir an der Wende die Ferse blaugeschlagen, und mich dann auch noch in dieser blöden Rille verfangen. Nettes Gefühl, unter Wasser erstmal 2 Sekunden nach der Abflugrichtung graben zu dürfen... Über 1:15,7 kann ich mich in dem Fall wohl nicht beschweren, auch wenns mir echt den Tag versaut hat. Die 100 Delphin hab ich mit 1:41,61 irgendwie überstanden, was sogar eine Bestzeit ist - aber ich seh ein, daß es Panne war, sowas öffentlich zu schwimmen, denn die Dame die das Rennen gewonnen hat, hatte eine Zeit von 1:16 oder etwas in der Gegend. 

Am Sonntag kamen dann noch 200 F, mit 2:53,irgendwas die gleiche Zeit wie in Prag, 50 Rücken in 0:47 mit versauter Wende, 50 Delphin (0:44, glaub ich) und 50 F, ebenfalls mit Bodenkontakt und einer mittelmäßigen Zeit von 0:34,5. Alles in allem ein Wettkampf, der mich mal wieder an der Sinnhaftigkeit des ganzen Tuns (ver)zweifeln ließe, wäre nicht das Drumherum ganz nett gewesen.


European Masters (Prag, 3.-7.9.97)

Jaja, man sollte nicht 4 Wochen Urlaub machen und kaum ins Wasser kommen, bevor man auf die EM fährt... Und man sollte sich vielleicht auch nicht auf dem Heimflug von Zypern den grippalen Tod holen, so wie ich das wieder hingekriegt hab. Da hilft dann alles alibimäßige Radfahren in Holland nichts, denn es sagt kein Mensch, daß man für einen 50m-Sprint eine besondere Kondition braucht.

Spätestens allerdings als ich in Stuttgart auf dem Bahnhof angekommen bin und das Bierfäßchen auf Michas Rucksack gesehen hab, hab ich endgültig begriffen, daß dies wohl eher eine Bildungsreise anstatt ein sportliches Großereignis werden wird. Keine Panik auf der Titanik also. Über die Zugfahrt breite ich wohlwollendes Schweigen, nur eins war uns allen hinterher klar, nämlich daß wir für die nächste Reise den Schlafwagen für die Rückfahrt buchen, nicht umgekehrt. Ziemlich matschig haben wir dann erstmal die Akkreditierung und das Einschwimmen hinter uns gebracht, geniales Gelände, riesengroß direkt an der Moldau, geniales Wetter, 10 Minuten mit der Straßenbahn in die Innenstadt, 15 Minuten zu Fuß zu unseren Wohnungen.

Bevor meine Grippe dann so richtig rauskam, hab ich die 50F gerade noch so mit 0:33,97 hinter mich gebracht, zwar langsamer als auf den Deutschen, aber wen wunderts. Bei den 100F sah ich dann mit 1:16,44 schon ziemlich alt aus, aber gemessen an meinem Gesundheitszustand ist das glaub ich sogar noch ganz ok. Die 800F am gleichen Abend durfte ich ohne moralischen Rückhalt schwimmen, denn die anderen hatten frei und waren in der Oper und kamen morgens gegen 5 Uhr nach Hause, und ich habe offensichtlich den genialsten Abend verpaßt. Jedenfalls, 13:12,11 ist zwar wohl wirklich keine Glanzleistung, aber für mich ganz ok. Danach bin ich tot ins Bett gefallen, um am nächsten Tag noch kranker aufzustehen. 200F in 1:53,97 ist immerhin eine Zeit, die ich auf den Ba-Wü wahrscheinlich verbessern kann :-). Ich finde auch nicht, daß ich bescheuert bin, solche Strecken zu schwimmen, auch wenn hier die Meinungen auseinandergehen...

In jeder längeren Pause sind wir natürlich in die Stadt gefahren, und es ist wirklich unglaublich, wie sich Prag in den letzten 2 1/2 Jahren nochmal verändert hat - hart an der Grenze, seinen Charme einzubüßen. Zum erstenmal habe ich Prag 1985 erlebt, wie es damals dort ausgesehen hat, kann man sich heute schon wirklich nicht mehr vorstellen. Also alles in allem, diese 6 Tage waren wirklich super, Grippe hin oder her.


Deutsche Masters (1.-3.8.97, Sindelfingen)

Einer der wenigen Wettkämpfe, auf dem ich zur Abwechslung mal so richtig GUT war!

0:33,3 auf 50F und 1:14,4 auf 100F, was soll man dem noch hinzufügen :-))

Abgesehen von meinen Glanzleistungen war der ganze Wettkampf supergenial, ich kam aus dem Gucken gar nicht mehr raus. Soll nochmal einer sagen, das Niveau bei solchen Grufti-Wettkämpfen sei nicht hoch! Nix von wegen Geriatrie und so...

Hier sieht man mich mit meinem Paps, der auch mitgeschwommen ist.

Und hier sieht man unsere Jungs, nachdem sie die 4x50F-Staffel AK120 gewonnen haben. Ich muß das Bild einfach reinnehmen, obwohl ich ja den guten Vorsatz habe, niemanden ohne sein Wissen hier zu veröffentlichen.


29.6.97 - Internationales Schwimmfest in Esslingen-Berkheim

Also um es gleich zuzugeben, ich bin total abgesoffen. 1:17,5 auf 100 Freistil, damit kann man nun wirklich keinen Staat machen. Realistisch betrachtet wollte ich etwas mit 15 schwimmen (auf der langen Bahn wird man bescheiden), ganz heimlich war ich mir sogar sicher, daß eine 13er oder 14er Zeit drin sein muß, aber das darf ich jetzt nicht mehr laut sagen. Wenigstens aber hab ich die 1:18 zur Qualifikation für die Deutschen geschafft, es hätt ja auch noch schlimmer kommen können. Schließlich hab ich genügend trainiert in letzter Zeit. Um es genau zu nehmen: es kann auch sein, daß ich ZU VIEL trainiert hab, falls es das wirklich gibt. Wenigstens hat sich das dann aber bei den 200 Lagen positiv bemerkbar gemacht - die Zeit von 3:32 ist zwar ziemlich poplig, aber darum geht es in dem Fall nicht, denn bei Lagen war ich schon immer schlecht - denn die hab ich einigermaßen 'würdevoll' durchgehalten.

Vielleicht hatte ich ja auch bloß einen schlechten Tag. Nicht mal das Wetter war schuld, denn ausnahmsweise hat es sogar mal nicht geregnet. Die Bahn kam mir so merkwürdig lang vor. Genau. Anders kann ich mir das nicht erklären. Man sollte das verdammte Ding endlich mal neu ausmessen. Im übrigen bin ich mein Leben lang in Berkheim immer nur miese Zeiten geschwommen, und alle anderen auch, das bestätigt diese Vermutung.

Und Berkheim ist ja nun kein Seniorenwettkampf, sondern ein offener. Logisch, daß da fast nur Kinder rumgesprungen sind (ich wußte schon, warum ich mich nur für einen Tag melde). Ein Blick ins Meldeergebnis hat mir dann bestätigt, daß ich tatsächlich die älteste Schwimmerin im Feld war (Männer gab es noch ein paar ältere). Nicht, daß mir das jetzt sonderlich zur Ehre gereicht, ich wollte es einfach nur mal gesagt haben.

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