Ratzmann und das Pseudonym

wer mich kennt, weiß natürlich auch, wer Ratzmann ist, keine Frage. Da  diese Seiten aber hoffentlich auch von Leuten besucht werden, die noch nicht das zweifelhafte Vergnügen mit mir hatten, sei es kurz erklärt:

Ratzmann, mit vollem Namen Ariane Ratzmann, ist die Hauptperson in meinem ersten Buch. Da das Buch in der Ich-Perspektive geschrieben ist, ist nur logisch, daß Ratzmann mir - sagen wir - stark ähnelt. Grins. Ich will nicht sagen, daß Ratzmann und ich uns aufs Haar gleichen, aber sie ist so etwas wie der lebhafte, chaotische, öffentliche Teil von mir. Also genau der Teil, der in ein öffentliches Medium gehört.

Der zartbesaitetere Teil meines geschätzten Egos unterliegt zwar nicht der strengen Geheimhaltung, aber ich nehme mir die Freiheit, selbst zu entscheiden, wer mehr über mich erfährt. Ich freue mich aber natürlich jederzeit, wenn sich nette Leute bei mir oder bei Ratzmann melden!

Wer es nicht so genau wissen will, kann ja mal diesen Lebenslauf lesen... Den hat aber jemand anders geschrieben!!!

"Grundsätzlich muß ich sagen, daß man ja auch ungeboren bleiben kann - ich blieb es jedenfalls nicht, sondern entstand mit Hilfe meines Vaters und meiner Mutter. Als ich geboren wurde, war ich noch sehr jung. Ich erblickte das Licht der Welt und begann erst einmal fürchterlich zu schreien - meine Eltern übrigens auch. Sie haben auch sofort reagiert und in der Geburtsurkunde nach irgendwelchen Rücktrittsklauseln gesucht - aber ohne Erfolg.

Eigentlich wollten meine Eltern mich Mocca taufen, weil ich sie immer die ganze Nacht wachgehalten habe. Mein Vater pflegte immer zu mir zu sagen: "Du hast uns nur einmal Freude bereitet. Und das war 9 Monate vor Deiner Geburt". Sowas prägt, meine Damen und Herren.

Aber ich war trotzdem recht brav, ich habe als Kind nie etwas angestellt - außer dem Fernseher vielleicht. Trotzdem sind meine Eltern zum Elternabend in der Schule immer unter falschem Namen gegangen. Warum sie das taten, ist mir bis heute noch unklar.Ich habe zu Hause einen Hamster, der hat keinen Namen. Aber den braucht er auch nicht, denn wenn man ihn ruft, kommt er ja doch nicht. Trotzdem nenne ich ihn Ernie. Ich wurde als Kind immer wie ein rohes Ei behandelt. Alle haben mich immer in die Pfanne gehauen.Und je größer und älter ich geworden bin, desto kleiner wurde mein Zimmer. Dann bin ich einmal von zu Hause weggelaufen. Sie haben mich nie gefunden. Es liegt wohl daran, daß sie mich nicht gesucht haben. Also ging ich von selbst zurück. Dann ging es los mit den Frauen; ich verliebte mich. Den ersten Kuß werde ich in meinem ganzen Leben nicht vergessen - sie hatte nämlich eine Zigarette im Mund. Trotzdem waren wir hundertprozentig verliebt. Ich zu 90 und sie zu 10 Prozent. Meine nächste Freundin nannte mich ständig Ludwig - weil ich ihr 14. war. Ein Mädchen wollte sich wegen mir sogar schon einmal das Leben nehmen. Sie sagte: "Bevor ich Dich liebe, hänge ich mich lieber auf!".

Die nächste gestand mir dann irgendwann: "Ich bin Nymphomanin". Da habe ich zu ihr gesagt: "Das macht nichts, ich passe schon auf, daß Du keine Häuser anzündest. Hauptsache, Du bist mir treu". Ein Freund von mir, der Herbert, der ist wirklich das genaue Gegenteil, er ist ein richtiger Casanova. Der hat sich schon so oft bei den Frauen im Kleiderschrank verstecken müssen, daß ihn die Motten jetzt duzen. Aber ich weiß gar nicht, warum ich das hier überhaupt erzähle.

Als ich 18 wurde, sagte mein Vater zu mir: Deine Mutter und ich haben beschlossen, daß von jetzt an der freie Markt für Dich sorgen soll. Dann bin ich groß ins Schallplattengeschäft eingestiegen. Leider hat man mich dabei erwischt. In dieser Zeit sind mir die Frauen übrigens massenweise nachgelaufen. Aber im Knast konnte ich natürlich dann auch keine Handtaschen mehr klauen... Das ganze hatte mich sehr mitgenommen und so wurde ich mit zunehmendem Alter immer dicker. Wenn jemand Pfarrer ist, sagen die Leute "Hochwürden" zu ihm. Ist jemand Kardinal, heißt es "Eminenz". Wenn ich mit meinen 140 Kilo über die Straße ging, sagten alle Leute: "Ach, du lieber Gott!". Das war wohl auch die Zeit, in der ich allen Frauen den Kopf verdrehte. Jedesmal wenn ich einer Frau näherkam, drehte die sofort den Kopf weg...

Vor lauter Frust verfiel ich dann dem Alkohol. Ich weiß noch, wie ich auf einer Party einmal so betrunken war, daß ich die Weintrauben alle mit dem Nußknacker öffnen wollte. Als ich dann in die Standuhr gekrochen bin, um mir ein Taxi zu rufen, kam richtig Stimmung auf.

Als dann noch mein Goldfisch starb, wurde es richtig still in meiner Wohnung. Jeden Morgen stellte ich mich auf die Waage und zog den Bauch ein. Nicht wie Sie vielleicht jetzt denken, um weniger zu wiegen, sondern um die Zahlen lesen zu können. Als ich dann in den Spiegel schaute, dachte ich immer, ich hätte Besuch. Ich war dann acht Wochen in Kur. Am Ende wog ich immer noch dasselbe, aber mein Masseur hatte acht Kilo abgenommen."