Filmriß


Nothing to lose / Henry & June / Titanic / Casablanca / A life less ordinary / Devil's Advocate / Leon der Profi / Besser geht's nicht / ... / was nix taugt


Besser geht's nicht
Besser geht's wirklich kaum... Jack Nicholson als skurril-verschrobener Misanthrop erster Güteklasse (was ist er von Beruf? Natürlich Schriftsteller...) bestreitet eindeutig den ganzen Film alleine und durch seine Spleens. Tritt nicht auf Bodenfugen, wirft Schoßhunde in den Müllschlucker und schließt die Wohnungstür 5x ab. Die anderen Schauspieler sind zwar auch gut, die Story aber vollkommen egal. Das einzige was von Interesse ist, ist, ob sie sich am Schluß kriegen... Klar kriegen sie...
Also: wer's mal wieder bösartig braucht, der kann's hier haben:
"Ach wie können Sie nur so gut über Frauen schreiben...?" - "Ich stelle mir einen Mann vor und subtrahiere Verstand und Zurechnungsfähigkeit"


Devil's Advocate
Al Pacino im bodenlangen schwarzen Mantel :-)) Unser süßer und viel zu langbeiniger Keanu Reeves (also mein Fall ist das ja nun gar nicht) verheiratet mit einem sexy Blondchen - ein junger Typ, der noch nie einen Prozeß verloren hat (warum nicht? das fragen wir uns nicht, sondern erst viel später, als wir es erklärt bekommen. Aber dann fragen wir uns, warum wir uns das nicht gleich gefragt haben). Eine Anwaltskanzlei - ach, was sage ich - ein Monopol... Und alle sind furchtbar schön und furchtbar reich. Fast wie im richtigen Leben. Jung-dynamischer Aufstreber in New York, protegiert, aber das weiß er nicht, und auch nicht von wem, und auch der geneigte Zuschauer (der ja sonst gern mehr ahnt oder weiß als die strampelnden Protagonisten) blickt irgendwie die ersten 2/3 des Films noch nicht so recht durch, ohne das allerdings groß zu merken. Bloß die Mutti ahnt Böses, aber eigentlich tut auch die nur so als ob sie ahnt, denn die wiederum weiß es nämlich ganz genau. Kein Wunder.
Bißchen seicht, das Ganze, könnte man im ersten Teil so denken - lauter schöne Bilder und heile Welt - bis es dann plötzlich mit Vehemenz losgeht und ich mich gebannt in die Armlehne kralle. Und plötzlich fällt mir auf - da gabs ja vorher schon jede Menge Anzeichen - dort hat was nicht gestimmt und hier hätt man ja eigentlich was merken müssen. Und vielleicht waren das DOCH keine Hallus von der armen Frau, sondern das war alles ECHT? Puuuh! Jetzt geht's aber mal los... Das letzte Drittel des Films hat sich dann aber echt gewaschen, ein Schocker nach dem anderen, und unser Freund im langen Mantel hat EIGENTLICH nirgends die Finger drin aber grinst sich eins. Und weils eigentlich KEIN Fantasy-Film ist, gruseln einen die kleinen Monster-Einlagen ja noch viel mehr. frrrrröstel...
Die Kulisse beeindruckend, und zuletzt beginnt auch noch des Chefs Büro zu leben.
Am Schluß ein vermeintliches Happy End per Kopfschuß und einer Art Aufwachen aus dem Abschweifen der Gedanken. Puuuh, ist der Zuschauer da vielleicht erleichtert - aber leider nur ganz kurz, den Mr. Pacino grinst auf seine unwiderstehliche Art in die Kamera "Vanity is my favourite sin."
Im Abspann dann die Stones mit Paint it Black.
Ein Film, den ich mir glaub ich nochmal angucken werde.


Leon der Profi
Kino in der Glotze. Hab ich mir nur halb angesehen, weil er doch bis halb 2 nachts ging. Aber wenn er so weiterging wie er angefangen hat, dann ist's ein ganz fantastischer Film. Liebevoll beobachtend mit unglaublich  unfreiwillig komischen Einlagen und einer Zimmerpflanze. Dazu ein extrem frühreifes Girl und "Jacques" aus "Im Rausch der Tiefe" als etwas einfältiger Killer. Fantastisch. Hätt ich gern zuende geguckt.


A life less ordinary
zu Deutsch "Lebe lieber ungewöhnlich". Ein schriller Film, sagt Steve, leider kann ich das nicht so beurteilen, denn ich habe die Hälfte verschlafen und somit die Handlung auch nicht ganz kapiert. Macht nix, sagt Steve weiter, sie sei eh nicht sehr logisch gewesen. WAS ich jedenfalls gesehen habe, war recht witzig. Trotzdem würde ich jetzt nicht unbedingt sagen, man müsse diesen Film gesehen haben.
in Kurzform: der typische gutherzig-arglose Loser wird von der Freundin gechasst und verliert seinen Job. Dreht durch, stürmt die Chefetage und kidnappt kurzerhand die abgebrühte Tochter des Chefs (Cameron Diaz), die gerade den Zahnarzt erschossen hat, weil er sie heiraten wollte. Parallel dazu im Himmel: Engel ? und Engel Hunter müssen zwecks "Incentiveprogramm" auf die Erde zurück, aus eben dieser Konstellation ein Liebespaar zu schaffen. Nur wenn das gelingt, dürfen sie wieder in den Himmel zurück. Klar, daß die sich alle Mühe geben...
Wenn überhaupt, dann wird eine Szene in die Filmgeschichte eingehen: naughty daughty ist begeistert davon, dem dicken Paps ein ordentliches Lösegeld abzupressen und unterweist den armen Entführer (warum nur kann ich mir nie Namen merken) in der Kunst des Erpressens. Der versagt natürlich total und endet höflich in der firmeninternen Warteschleife. Jetzt macht sie ihm mal vor, wie das geht :-) und brüllt Unflätigkeiten ins Telefon, dass in Australien die Wände wackeln. Zum Kugeln, ehrlich.


Nothing to lose
ein herrlich chaotisch-komisch-anspruchsloser Film der Sorte, bei der es unnötig ist, den Inhalt oder einzelne Szenen nacherzählen zu wollen. Wer erfahren will, warum ein Mann mit dem Aufschrei "Shit! shit! shit!" reagiert, als ihm seine Frau erzählt, daß sie keine Affäre hat, der sollte ihn sich einfach anschauen - am besten im Original - und sich darüber freuen.


Henry & June
Henry Miller (Fred Ward) und Anais Nin (Maria de Medeiros), wie man sie aus ihren Büchern kennt: Schriftstellerei und Sex statt Kohle. Uma Thurman als June spielt den diabolischen Halbwahnsinn einfach fantastisch. Wieder so ein Film, der zum Glück nicht jedem gefällt.


Titanic
... endlich ... endlich habe ich es geschafft, diesen Film zu sehen ... und er hält, was er verspricht, Herzschmerz, Massenhysterie und Naturgewalten. Kaum zu glauben, daß man sich 3 1/2 Stunden lang gebannt in den Sessel krallt, wo doch sowieso jeder weiß, wie's ausgehen wird...


Casablanca
Mein Herzensklassiker. hier


was nix taugt:
- Adrenalin


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