Ratzmanns kleine Filmkritik
Filme, die man (nicht) gesehen haben muß

Steve und ich haben im übrigen eine Kinogemeinschaft gegründet, das läßt hoffen. Wer sich uns anschließen will, bitte melden!

- The Full Monty (Ganz oder gar nicht)
Airforce I
- Chacun cherche son chat
- Shooting Fish
- Men in  Black

- Ausblick
- Klassiker

The Full Monty (Ganz oder gar nicht)

   

www.kinoservice.de schreibt: "Vergeßt die 'Chippendales'! Sie sind dick, alt, hühnerbrüstig oder talentlos. Jetzt kommen sechs Stahlarbeiter, die ihr letztes Hemd hergeben. Sie haben zwar keine Astralkörper, dafür aber ­ Persönlichkeit! Und alle nicht nur arbeits­, sondern auch hoffnungslos. Bis einer von ihnen auf eine glorreiche Idee kommt: Warum nicht aus der Blöße Kapital schlagen? Nicht nur Kleider machen Leute. Zwar hat jeder Angst, sich zu blamieren. Und auch das mit dem Takt klappt nicht so richtig. Doch einmal ausgeheckt, wird der Plan zur fixen Idee. Also trainieren, tanzen und strippen sie auf Teufel komm raus ­ in aller Heimlichkeit, versteht sich. Die eigenen Gattinnen sollen ja nichts erfahren. Je näher die Show rückt, desto nervöser werden die Stripper. Und schließlich steht auch ein knapper, roter String als letzte Schamgrenze zur Debatte: Ganz oder gar nicht, das ist hier die Frage. Und dann ist es schließlich soweit: Ein randgefüllter Saal voll johlendem, weiblichen Publikum wartet darauf, daß die letzten Hüllen fallen... Arbeitslose als "Schönheitstänzer", sympathische "Nackteure" in einem wahrlich bloßstellenden Job und das Adamskostüm anstelle des Blaumanns: All das und vieles mehr erwartet Sie in dieser außergewöhnlichen Komödie von Peter Cattaneo, die bei allem Witz die traurige Realität der Ausgangssituation nicht vergißt."

You can leave your hat on - und es darf gestrippt werden! Allerdings absolut jugendfrei, und wahrscheinlich ist es das, was den Film so herzerfrischend komisch macht :-) Wer die Vorschau gesehen hat, kennt eigentlich schon die besten Brüller, aber im Unterschied zu so manch anderem Machwerk führt das in diesem Fall nicht zur Enttäuschung. Was in der Ankündigung ausschaut wie ein 'nur lustiger' Film, ist dann zwischen den Zeilen sogar noch ein bißchen mehr. Klar, allzu ernst darf man ihn natürlich trotzdem nicht nehmen, aber wer täte das schon.

Ein Werbefilm (jede Wette, daß der NICHT extra für diesen Film gedreht wurde) im O-Ton a-la "Schöner Wohnen in Großbritannien Anfang der 70er" zeigt uns, wie die wunderschöne Industriestadt Sheffield ihren Boom durch die Stahlindustrie erlebt, wie Hochhaussiedlungen, Nachtclubs und vermeintlicher Wohlstand aus dem Boden schießen. Dann heißt es schlicht und ergreifend "25 years later" und man sieht eine stillgelegte Zeche, aus der Vater und Sohn vom ersten Bild und noch ein Kumpel einen Stahlträger kriminellerweise abtransportieren. Im weiteren Verlauf dieses Vorhabens allerdings wird dem geneigten Kinobesucher schnell klar, daß wir es hier nicht mit den Gewinnern zu tun haben.

Geld muß her, dringend, aber mit dem Job, das wird wohl nix. Als man dann hysterisch kreischendes Weibsvolk beim Besuch einer Chippendale-Vorführung beschattet, ist die Marktlücke quasi gefunden. Stracks wird der Rest der Truppe engagiert: ein potentieller Selbstmörder; ein älterer Farbiger, der schlicht 'Horse' heißt, weil er wenigstens tanzen kann; das Ex-Feindbild Saubermann aus dem JobClub, der mit den Gartenzwergen; und einer, der eigentlich gleich zugibt, nix zu können und nix zu haben, außer... na, schaut doch selber! Dieser Haufen an sich läßt schon das Schlimmste befürchten. Kondition muß her, Speck muß weg, aber wie zum Teufel funktioniert das mit der verdammten Koordination, wenn die Gürtel fliegen, aber die Kappen oben bleiben sollen?

Nein, ich erzähle jetzt nicht den ganzen Film, es wäre wirklich schade drum. Nur soviel sei gesagt: die eingebauten Hindernisse lassen einen wirklich nicht mehr daran glauben, daß eine Aufführung tatsächlich irgendwann stattfinden wird, aber sonst wärs auch langweilig. Und das Working-Class-Hero-Sheffield-English der Protagonisten war dann doch etwas schwerer zu verstehen, es kommt auf die Übersetzung an, ob der Film dadurch seinen Charme verliert. Aber ich wäre geneigt, das zu testen - dieser Streifen hat eindeutig Kult-Potenz... Verzeihung, -Potential. Findet Steve auch, und der wollte mir auch noch was dazu schreiben. Also Steve?

Airforce I
ich muß aufpassen, was ich schreibe, sonst kriege ich wieder Ärger, siehe unten :-)

Also: dieser Film ist ganz genau so, wie man ihn sich vorstellt. Für Freunde von Liebesfilmen (solche wie mich, die sich in der Äction-Szene nicht auskennen) sei kurz der Rahmen erklärt: die "Airforce I" ist der Privatjet des Amerikanischen Präsidenten, und der wird von bösen Russen entführt. Das wars dann nämlich auch schon. Ende Gelände.

Bereits in den ersten 5 Minuten des Streifens gibt es mächtig MG-Geballer und so viele Tote, daß man unmöglich mitzählen kann. Der Kasachische Präsident (war das wirklich Jürgen Prochnow?) wird aus einem Zwiebeltürmchen und einem fantastischen Baldachin-Bett entführt, und um den wieder freizupressen, muß das nächstgrößere Kaliber her, nämlich der US-Präsident Jim-Bob, unser aller Harrison Ford (der hier wirklich SAUGUT spielt, nur hat ihm wohl noch keiner gezeigt, wie man richtig einen Druckverband anlegt). Und was bietet sich da mehr an, als einfach gleich den ganzen Jet (inclusive First Lady, First Tochter, Presse- und Verteidigungsstab und allerlei Fußvolk) zu klauen, damit wäre nämlich dann das leidige Transportproblem auch schon gelöst.

Also schnell ein paar getürkte Journalisten unter- und einen fiesen V-Mann an Bord geschmuggelt (so ein elender Schurke, was ein Bösewicht, und der genießt auch noch Harrys vollstes Vertrauen und bleibt natürlich unerkannt bis ganz zum Schluß übrig, naja, wenigstens fast), eine unauffällige Wagenladung MGs, Handgranaten, Reservemunition und was man eben noch so alles braucht, und fertig. Nach 10 Minuten bereits der nächste gezielte (gezielt? naja, mehr nach dem Motto durchlöchere-alles-was-dir-in-die-Quere-kommt...) Massenmord, und ich frage Kupfi, ob wir aus Versehen in 'Ballermann 6' gelandet sind. Nein.

Gut. Weiter. Harry ist gefangen, kann sich aber mittels einer Astronautenkapsel mit Fallschirm zur Erde absetzen, so ein Feigling. (Also doch Aliens, sage ich, als ich das sehe) Aber denkste. Die Kapsel ist nämlich leer, das ganze ein Täuschungsmanöver, the president is still on board, denn der herzensgute Mann ist nicht nur ein treusorgender Familien- und umsichtiger Landesvater sondern gleichzeitig eine kriegserprobte Kampfmaschine und nimmt die Sache jetzt mal kurz in die präsidialen Hände. Wow was ein Mann! puuuuh... Davon sollte sich Billy-Boy mal ne Scheibe abschneiden, ne ganz kleine würd ja schon reichen...

Derweil bei unseren Freunden im White House natürlich sofort der wohltemperierte Krisenstab in Aktion tritt, und Glenn Close als Mrs Vice President Kathleen ist absolut bestechend, wirklich. Auch das Rote Telefon bei den Russkis kommt schön ins Bild, ich bin begeistert, wie plastisch man das umgesetzt hat. Also gehen die Verhandlungen los, die bösen Geiselgängster meuchelmorden inzwischen im Halbstundentakt unverzeihbar-sympathische US-Beamte, und unser Harry schleicht durch die unteren Etagen des Fliegers und sucht die Bedienungsanleitung für sein Handy.

undsoweiter undsoweiter. Ich kann ja hier nicht die ganze Handlung erzählen. Der Film ist eigentlich schon spannend, aber soooo spannende Sachen passieren irgendwie dann doch nicht. Sowieso weiß Kupfi immer schon vorher, was passiert,  weil der sich nämlich bei solchen Filmen besser auskennt als ich, und während ich mich beispielsweise noch von dem Schrecken erhole, daß plötzlich uns Harry fast ohne Fallschirm aus der Fallschirmabsprungrampe gesogen wird, sagt er enttäuscht "das war ja klar!" Klar. Nur mir nicht, und deshalb war der Film eben doch eigentlich spannend.

Wenn man jetzt noch von den ganzen technischen UN-Logiken absieht, wie z.B. daß ein komplett durchlöchertes Flugzeug ohne einen Tropfen Benzin trotzdem locker weiterfliegt, daß selbst eine MIG oder wie die Dinger heißen sich nicht innerhalb von 5 Minuten von Ramstein nach Kasachstan katapultieren kann (Start inclusive), oder daß es dem Präsidenten bei der finalen Rettungsaktion, beim minutenlangen Flug am Rettungsseil des Rettungsflugzeugs nicht mal ein Härchen verschtrubelt, dann... naja, lassen wir das.

Wir haben uns den Film im O-Ton gegeben und waren uns hinterher einig, daß man die Handlung auch lückenlos verstanden hätte, wäre der Film auf Chinesisch gewesen, und daß dies ja wohl alles über das Niwöh aussagt.

Was wollt Ihr eigentlich, Kreglinger verreißt schließlich auch jeden Film (unverständlicherweise allerdings hat er DIESEN nicht verrissen)!

Chacun cherche son chat
selten so gut amüsiert :-), egal ob es nun 'seine' (wie allgemein behauptet), 'eine' (wie per Untertitel übersetzt) oder 'ihre' (das behaupte ich) Katze ist und obwohl ich zugeben muß, daß mein Französisch ganz schön nachgelassen hat :-) (Und die Accents auf den Es und die Cedilles könnt Ihr Euch auch gleich dazudenken, die gibts nämlich hier nicht) Über diesen Film schreibe und zitiere ich deshalb so viel, weil er mir ganz besonders gut gefallen hat.

Die VHS schreibt: "Chloe ist Maskenbildnerin in einer Agentur für Modefotografie und täglich umgeben von Leuten, die Lifestyle kreieren und gediegene Bistros lieber in teure Boutiquen verwandeln. Als sie von ihrem Urlaub nach Paris zurückkehrt, erfährt sie, daß ihre Katze verschwunden ist. Chloes Verzweiflung ist nur von kurzer Dauer, denn ihre Freunde und nahezu alle alten Damen des Viertels helfen ihr bei der Suche nach dem Tier. Erst jetzt lernt sie das alte Paris kennen, die kleinen Leute, überwiegend Alte und Ausländer, die noch nicht aus dem Viertel vertrieben sind und zwischen Bistro und Hinterhof hin- und herpendeln, die ihr soziales Netz mühselig und temperamentvoll gegen die Anstürme des modernen Lebens verteidigen."

Jetzt weiß man zumindest, worum es geht. Chloe hat den Charme dieser spinnenbeinigen Kindfrauen, gutherzig, ein bisschen zu naiv aber nicht dumm und noch nicht girlie, auf jeden Fall aber ziemlich einsam im großen Paris. Die Wohnung teilt sie mit einem schrillen Schwulen (was wäre unsere Filmlandschaft ärmer ohne diese stilisierten und doch-so-lieben Quoten-Homos, man denke nur an 'Stadtgespräch' :-)), der nicht auf die Katze aufpassen will, sondern ihr empfiehlt, sie an der Autobahn auszusetzen "comme tout le monde le fait. Tu prends un grand plastique, le mettes la-dedans - et oops, ca y est". Chloe bringt ihre Katze also zu Madame Renee, und man ahnt schon irgendwie, daß das nicht gutgeht. Die Katze ist also weg, und dann siehe oben. Ein wirklich wunderbar gezeichnetes Bild vom schäbigen Paris und seinen ärmeren Bewohnern, ein bißchen die Kontraste zwischen Schickeria und der wirklichen Lebensfreude, aber vor allem Chloe, die auf der Suche nach der Katze durch die Straßen zieht.

Womit wir beim Thema sind, denn eigentlich sucht Chloe nicht nach der Katze sondern nach ein bißchen Wärme und den Schmetterlingen im Bauch. Da kommt natürlich der hübsche Schlagzeuger gerade recht, puuh, einen Charme hat der Typ vielleicht beieinander... Chloe trifft ihn immer wieder zufällig auf der Straße, doch daran kann sich dieser Idiot hinterher nichtmal mehr erinnern - und spätestens da wird klar, daß er ein mindestens genauso mieser Anmacher ist wie vorher dieses Ekel in der Bar, nur eben besser getarnt. Auch kein idealer Kandidat ist der etwas depperte Kumpel von Madame Renee, der ihr bei der Katzensuche hilft und dabei fast noch einmal vom Dach fällt. Als sich dann auch noch die Freundin aus der Bar als hormongeladene Lesbe entpuppt und der schwule Mitbewohner wirklich nicht rumzukriegen ist (ein fantastischer Dialog "Ca ne t'excite pas?" - "moyen"), sondern sich in einen obercoolen Heini verknallt, der dann auch noch einzieht und frau nicht mal mehr in Ruhe ihr Knäckebrot essen läßt, sieht es wirklich mau aus.

Jetzt wirds wirklich höchste Zeit, daß die Katze wieder auftaucht! - was sie dann auch tut, wenn auch auf eine nicht besonders glaubwürdige Art, aber das ist irgendwie egal. Und das scheint tatsächlich die Wende zu sein, denn ganz ganz ganz am Schluß des Films verliebt sie sich dann in ihren Nachbarn, als der gerade auszieht. Und der ein fantastisches Bild von ihr gemalt hat :-)

Ein  Film, der ohne viel Aufwand, Technik und Kulisse das ganz normal verrückte Leben und ein paar Charakterköpfe beschreibt, genau das, was ich mag :-)

(Frankreich 95, Regie: Cedric Klapisch, Chloe: Garance Clavel, wenn das interessiert)

Das Filmforum schreibt: "Als Chloe aus dem Urlaub zurückkommt, will sie ihr Kätzchen Gris Gris bei der alten Madame Renee abholen, die ihr jedoch gestehen muß, daß ihr zum erstenmal in ihrer lanjährigen Karriere als Katzenpflegerin ein Tier entlaufen sei. Glücklicherweise hilft die ganze Nachbarschaft bei der dramatischen Suche nach Gris Gris. Regisseur Klapisch zeichnet ein liebevolles Porträt des 11. Pariser Arrondissements und seiner Bewohner, in dem auch zahlreiche Laiendarsteller mitspielen. Sein  Film ist ein Plädoyer für einen humanistischen Urbanismus und eine Ode an die Solidarität unter Nachbarn verschiedenster Couleur: Models und Künstler haben hier genauso ihre Probleme wie Arbeiter und Rentner. Die Kombination aus Dokumentarismus, solgfältiger Bildkomposition und witziger Montage steht ganz in der Tradition der Nouvelle Vague."

23.10.97: Kupfi hat sich übrigens nach Lektüre dieser Ergüsse nachhaltig und genau 5 Zeilen lang darüber beschwert, in diesem Bericht nicht als meine Kinobegleitung erwähnt worden zu sein - nachdem er dann allerdings hinzufügt, es würd da jetzt aber in keinster Weise drauf bestehen, wo ist dann eigentlich das Problem? :-) Versteh eine die Männer... *lach*

28.10.97: inzwischen haben K und ich uns darauf geeinigt, daß es nur DREI Zeilen waren, meine Beweisführung ungenau ist, ich im Sinne des Pressegesetzes zu einer Richtigstellung verpflichtet bin, er aber darauf verzichtet (der Mann ist einfach wunderbar bescheiden). Im Übrigen hat er mich mit der Belehrung, daß es Leute gibt, die auf seine Meinung (über Kinofilme, denn andere moralische Werte stehen momentan nicht zur Debatte) Wert legen, klar aus dem Rennen geschlagen, denn Gleichwertiges habe ich nicht vorzuweisen, da sich keiner meiner Exfreunde daran erinnern will, mit mir im Kino gewesen zu sein und Steve heute nicht online ist. Außerdem meint er (K), die Frauen könnt man schon gleich gar nicht verstehen - worauf ich ihm empfohlen habe, die Ufer zu wechseln. Außerdem habe ich ihm friedensmäßig angeboten, selbst etwas zu schreiben, das ich dann hier ab'drucken' würde und heute abend gehen wir zusammen ins Kino. Alles weitere ist nachzulesen unter der Rubrik "Klassische Mißverständnisse zwischen Männern und Frauen", die es demnächst hier geben wird.

Shooting Fish
Ein GANZ süßer Film :-). Harmlos, witzig, lieb und nett. Kann ich nur wärmsten Herzens empfehlen (Steve auch, gell Steve?), trotzdem bin ich grad zu faul, eine Inhaltsangabe zu schreiben. Vielleicht finde ich ja noch was Kopierbares... Aber die Devise heißt: Unbedingt angucken!
Besonders genial: diese Behausung! Wer mir verraten kann, wo man so einen Glasperlen-Vorhang herbekommt, dem spendiere ich ein ganz großes Eis :-)

    

www.kinoservice.de schreibt: "Der redegewandte Dylan und der schüchterne Technik-Freak Jez sind ein Gauner-Duo. Bei ihrem Zug durch die Londoner High-Society, die dabei tüchtig Federn lassen muss, treffen sie auf Georgie, die dringend Geld braucht, um die Schliessung eines Kinderheimes zu verhindern. In Dylan und Jez findet sie genau die richtigen 'Geldgeber'."

www.film-ab.de schreibt:" 'Shooting Fish' ist Slang und bedeutet 'schwindeln, übers Ohr hauen'. Und genau darum geht es in dieser spritzigen Komödie aus England. Das britische Kino eilt derzeit von Erfolg zu Erfolg. Ob 'Vier Hochzeiten und ein Todesfall', 'Trainspotting' oder 'Der englische Patient' - sowohl Kritker als auch Publikum sind sich einig: 'Made in Britain' ist wieder ein Qualitätsbegriff erster Güte. 'Shooting Fish' reiht sich ohne weiteres in die Liste außergewöhnlicher englischer Filme ein: witzige Ideen, originelle Dialoge und liebenswerte Charaktere – das Werk könnte auch in Deutschland zum Überraschungshit dieses Herbsts werden. Jez (Stuart Townsend) und Dylan (Dan Futtermann, 'The Birdcage') leben in London und verdienen sich ihren Lebensunterhalt, indem sie wohlhabende Mitbürger reinlegen. Dabei kommt es oft zu den hanbüchensten Aktionen und Verwicklungen. Letzten Endes zählt aber nur eins: daß sich ihr Vermögen zu einem stattlichen Sümmchen addiert hat. Eines Tages treffen die Kleingauner die süße Georgie (Kate Beckinsale). Ihr Problem: Treibt sie nicht innerhalb kürzester Zeit 2 Millionen Pfund auf, muß das Heim, in dem ihr geistig behinderter Bruder lebt, geschlossen werden. Georgie hilft Dan und Jez bei deren Coups, allerdings nicht ohne Hintergedanken: die beiden Betrüger sollen schon bald zu Betrogenen werden. 'Shooting Fish' ist in England in wenigen Wochen zum Kultfilm geworden und Regisseur Stefan Schwartz zum Shootingstar. Als nächstes wird der Streifen wohl die deutschen Kinokassen erobern. Denn 'Shooting Fish' ist Brit–Kino vom Feinsten. Facts: Originaltitel: Shooting Fish, Produktion: 1997, Regie: Stefan Schwartz, Schauspieler: Dan Futterman, Stuart Townsend, Kate Beckinsale"

Men In Black
Die 'Galaxy Defenders' gehören eindeutig in die zweite Kategorie, außer man steht auf Aliens, Fiction und Tortenschlachtkomik. Irgendwer hatte mir was von einem echten Kultfilm erzählt. Okay. Sie tragen schwarze Anzüge. Sie tragen Sonnenbrillen. Sie müssen etwas retten. Ich gebe zu, das alles läßt zumindest auf ein bißchen GEKLAUTEN Kult hoffen. Aber wo ist die Band? Überhaupt, wo ist die Musik - die Charts dudeln dieses Lied rauf und runter, und wann kommt es? - im Abspann! Naja. Das allein wäre ja theoretisch noch nicht so schlimm...

Aber die Handlung: Die Men in Black passen auf die lieben Aliens auf, damit denen auf der bösen Erde nicht so viel passiert. Aber es gibt halt auch BÖSE Aliens, und die bedrohen dann doch die armen Menschen, davor verschwindet aber noch ein Universum, das muß dann ganz dringend gesucht werden, denn irgendwo tickt eine Zeitbombe ... undsoweiter... aber keine Angst - Ende gut, alles gut.

Die Highlights: Absolut bestechend sind die grellbunten Sportklamotten, die Will Smith kontrastreich zu Beginn des Films trägt. Vor allem WIE er sie trägt! Mit einer schon an Frechheit grenzenden Gelassenheit, feix... Überhaupt, laufen kann der Mann, mmmmhhhh....
Und diese Obduktionstante, obercool die Frau :-)

Fazit:
ziemlich seicht, das Filmchen, aber gelacht haben wir trotzdem. (Das OmU kann ich nur Leuten empfehlen, die ein einigermaßen sicheres Englisch haben)

das haben wir noch vor:
- die Apothekerin
- One Night Stand
- die Cannes-Rolle, die jetzt auch anders heißt
- Titanic

und das lohnt sich (fast) immer:
- The Big Blue
- Casablanca, am besten im O-Ton
- Evita (wer hätte DAS von mir gedacht!)
- Stadtgespräch
- Knocking on Heaven's door