Die Büste in der Walhalla bei Regensburg und gleich zwei Denkmäler in München hat sich Max von Pettenkofer (1818-1901) wirklich verdient. Mitte des 19. Jahrhunderts diagnostiziert der Wissenschaftler die desolaten hygienischen Verhältnisse in der Stadt als Ursache für immer wieder auftretende Cholera-Epidemien. Allein im im Jahre 1854 fallen der heimtückischen Krankheit 4.000 Münchner zum Opfer. Abfälle gelangen zu dieser Zeit, wie schon Jahrhunderte zuvor, einfach in den Boden oder werden über die zahlreichen Stadtbäche entsorgt Trinkwasserbrunnen befinden sich direkt neben Fäkaliengruben. Im Münchner Bürgermeister von Erhardt findet Pettenkofer einen wichtigen Verbündeten und entwickelt ein umfassendes Hygiene-Konzept für die Stadt. Kernpunkt ist die Errichtung einer Schwemmkanalisation. Schließlich ist - wie Pettenkofer sehr richtig erkennt - das verunreinigte Trinkwasser die Wurzel allen Übels. Die sage und schreibe 700 Fäkaliengruben Münchens werden abgedichtet und durch einen zentralen Schlacht- und Viehof ersetzt. Pettenkofers Initiativen stoßen nicht immer auf Beifall bei den Münchnern. Besonders Hausbesitzer stöhnen über hohe Rechnungen für Abwasserkänäle. Als Scheißhäuslapostel, Wanzendoktor und Wasserg´schaftlhuber wird Pettenkofer beschimpft. Wie auch immer, um die Jahrhundertwende ist München die sauberste Stadt des Reiches und die gefürchtete Cholera ist auf immer in die Geschichtsbücher verbannt. Schicksalsschläge und ein schmerzhaftes Halsleiden treiben Pettenkofer am 9. Februar 1901 in den Selbstmord.
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