Von nun an geht´s bergauf

Die letzten Bombenangriffe der Allierten im Frühjahr 1945 sind ein Desaster für die einst prächtige Stadt der kunstsinnigen bayerischen Könige. Siebzig Prozent der Bausubstanz werden zerstört; darunter großartige Schöpfungen genialer Baumeister. Ein beispielloser Überlebenskampf für die Münchner Bürger und zahlreiche Ostflüchtlinge beginnt. An der Möhlstraße, heute eine von Konsulaten gesäumte Prachtallee blüht der Schwarzhandel. Bürgermeister Wimmer ruft auf zum Rama Damma; heißt: der Schutt muß weg. Der Stadtobere greift gleich selbst zur Schaufel und setzt das Zeichen für einen beispiellosen Wiederaufbau. Mit der Währungsreform im Jahre 1948 geht es auch in München wieder aufwärts. Selbst die Kultur kommt zu ihrem Recht. Gerd Fröbe oder Ursula Herking finden in den desolaten Zuständen reichlich kabarettistische Nahrung. Und in den Filmstudios in Geiselgasteig wird der erste Nachkriegsfilm gedreht. Sein Titel trifft den Nagel der Zeit auf den Kopf “Zwischen Gestern und Morgen”. Hilde Knef startet mit dem Streifen eine einzigartige Karriere, die bis nach Hollywood führt. Nicht immer beweisen die Architekten und Stadtplaner eine glückliche Hand beim Aufbau der Isarmetropole. Immerhin wird München nicht wie ein Vorschlag vorsieht an den Starnberger See versetzt. Gleichwohl ist der mittelalterliche Flair für immer verloren. Nüchtemer 50erJahre-Look erhebt sich aus Schutt und Asche, prägt alsbald die Häuserzeilen. Allein Vorzeigebauwerke, wie Residenz, Theatinerkirche, Alter Rathausturm oder Siegestor, feiern wie durch Zauberhand eine fast originale Wiederaufstehung. Als Glücksfall für die Stadt erweist sich Anfang der 60er Jahr die Vergabe der Olympischen Spiele. München erhält eine zukunftsweisende Verkehrsstruktur und steigt auf zur Weltmetropole.

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