Mitten auf dem Schrannenplatz (heute: Marienplatz) residiert Ende des 13. Jahrhunderts der mit allen Wassern gewaschene Münzmeister Smichen - im Haus der herzoglichen Münze. Für seinen Herzog Rudolf (Rudolf dem Stammler) schreckt er auch vor fragwürdigen chemischen Experimenten nicht zurück. Denn der Herzog leidet unter chronischem Geldmangel. Und das kostbare Edelmetall ist knapp. So greift sein Münzmeister tief in die Trickkiste. Reine Silberpfennige schmilzt er ein, mengt Blei und Zink dazu und vergönnt den neuen ,,gestreckten” Münzen noch ein mildes Säurebad - für stilechten Glanz. Die Händler und Handwerker von den umliegenden Märkten führt er jedoch nicht lange hinters Licht. Volkes Seele beginnt zu kochen. Bewaffnet mit Schürstangen und Äxten zieht eine erboste Menge zum Schrannenplatz und schlägt in der Münze alles kurz und klein. Dem betrügerischen Münzmeister geht es im wahrsten Sinne des Wortes an den Kragen. Der Henker schreitet zur Tat. Ursprünglich befindet sich die Münzschmiede mitten auf dem Marienplatz. Nach ihrer Zerstörung verlegt sie Herzog Rudolf in die heutige Münzstraße nächst seiner Hofburg und brummt den Münchner Bürgern aus Vergeltung eine saftige Geldstrafe auf. Mitte des 16. Jahrhunderts bestrahlt der Goldmacher Marco Bragadino die Münchner mit falschem Glanz und leistet sich damit ein recht feudales Leben. Zumindest so lange, bis auch ihn die strengen herzoglichen Richter zum Tode verurteilen. Dieses Schicksal bleibt dem smarten Franz Tausend rund 350 Jahre später immerhin erspart. Obwohl der Miesbacher Spengler und Wunderheiler mit seinen “Goldmacherkünsten” letztlich einen immensen Schaden anrichtet.

Marco Bragadino

Franz Tausend

Münzmeister des Herzogs

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