Es war Liebe auf dem ersten Blick. Eine bezaubernde Spanierin von adligem Geblüt namens Lola Montez beschert König Ludwig seinen letzten Frühling, und Münchens Klatschmäulern reichlichen Gesprächsstoff. Legende oder nicht. “Mit der Wahrheit nimmt es auch die Montez nicht sehr genau. Von wegen Spanierin und adeliges Geblüt. Pikante Details dringen an die Oberfläche. In Wirklichkeit heißt die ,,feurige Spanierin” Dolores Gilbert und ist die Tochter einer Irin und eines englischen Leutnants. Zahlreiche Amouren pflastern ihren Weg. Den König ficht dies alles nicht an. Er war und ist ja auch kein Kind von Traurigkeit wenn es um das zarte Geschlecht geht. Noch heute legt die Galerie der schönen Münchnerinnen im Nymphenburger Schloß darüber ein beredtes Zeugnis ab. Ludwig ignoriert hartnäckig die aufkommende Kritik aus allen Lagern, selbst die Mahnungen des Münchner Erzbischofs.,,Bleib er bei seiner Stola, ich bleib bei meiner Lola”, lautet des Königs Kommentar. Als er die Holde gar zur Gräfin von Landsfeld kürt, und diese Studentenschafi, Ministerien und den Klerus brüskiert (mit durchaus fortschrittlichen Ideen, aber auch mit Peitsche und Arroganz), wird es dem Volk zu bunt. Vor ihrer Villa in der Barerstraße kommt es immer häufiger zu gefährlichen Aufläufen. Das in allen Teilen Europas lodenide revolutionäre Feuer des März 1848 erhitzt die Münchner zusätzlich. Resigniert dankt Ludwig ab und schickt seine Lola in die Wüste. Aber was heißt Wüste. Lola startet eine ,,tour du monde”, reist nach Amerika und Australien und feiert dort Erfolge auf der Theaterbühne. Am 17. Januar 1860 erlischt das Feuer der jetzt Dreiundvierzigjährigen für immer. In New York, auf dem Greenwood-Friedhof, findet sie ihre letzte Ruhestätte.
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