Reporter des Hamburger Echo, Ernst Langendorf, kommen am 30. Januar 1933 fast die Tränen als er von Hitlers Machtübernahme erfährt. Als überzeugter Demokrat und scharfsinniger Journalist ahnt er, was diese Nachricht für Deutschland bedeutet. Er emigriert postwendend nach Amerika und erhält die amerikanische Staatsbürgerschaft. 1945 kommt der Journalist als Dolmetscher und Spezialist für psychologische Kriegsführung mit den amerikanischen Truppen wieder zurück. Als der in Schwäbisch Gmünd stationierte Langendorf hört, dass die amerikanischen Truppen die Hauptstadt der Bewegung erreicht haben, hält ihn nichts mehr. Gegen drei Uhr nachmittags kommen er und einige Kompaniekollegen mit zwei Jeeps in München-Pasing an. Dort tummeln sich jede Menge amerikanische Soldaten. “Gutes Zeichen”, denkt er. Also geht die Fahrt weiter über die Landsberger Straße. An der Friedensheimer Brücke lässt sie ein mit einem Maschinengewehr bewaffneter GI kommentarlos passieren. Langendorf ahnt nicht, dass sie gerade den vorgeschobensten Posten hinter sich gelassen haben. Totenstille liegt über der Arnulfstraße. An den Seiten ragen Trümmerhaufen hoch. Der Stachus gewährt Einblicke in eine geisterhaft zerklüftete Ruinenwüste: keine Amerikaner, keine Zivilisten, nichts. Ein mulmiges Gefühl macht sich bei den Jeep-Insassen breit. Jetzt wird Langendorf klar: “Wir sind die ersten Eroberer auf dem Weg ins noch unbesetzte Stadtzentrum. Ein weiterer Gedanke gilt seinem Karabiner. Er ist nicht einmal geladen. Weiter geht die Reise durch das Karlstor. Alles ist verlassen. Leere Fensterhöhlen starren die Amerikaner unbewegt an. Erst am Domplatz
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