Tips und Tricks
rund ums Tauchen

 

Tauchen ist, wie jeder Sport, nicht bar jeglichen Risikos. Ein gut vorbereiteter Tauchgang kann dieses Risiko jedoch erheblich verringern und manche Gefahrensituation zumindest stark reduzieren.
Ich möchte mit den folgenden Tips und Hinweisen eine kleine Hilfestellung leisten, kann jedoch nicht ausschließen das es effektivere Möglichkeiten gibt.
Auch ich bin nur ein Mensch und kann mich irren - solle dem aufmerksamen Leser jedoch ein Fehler auffallen oder er einen weiteren, besseren oder einfacheren Weg kennen - schickt mir bitte eine entsprechende eMail. Jeder Vorschlag ist willkommen!

 

Reiseapotheke
Vorsicht vor Austrocknung - Dehydration
Infektionsprophylaxe vor und bei Urlaubsreisen
Gedankenstütze Nullzeittabelle
Lexikon der Reisekrankheiten
Die Bläschenerkrankung

 


 

Was in Ihrer Reiseapotheke vorhanden sein sollte:

Zweck Mittel Anwendung
Vorbeugung Ohrenschmerzen
Mix aus der Apotheke
- 2,0 Eisessig
- 5,0 Glycerin
- ad 50,0 Isopropanol 70 %
täglich, kurz vor jedem Tauchgang, 1x
Akute Ohrenschmerzen Panotile (Ohrentropfen) s. Beipackzettel
Erweiterung der Gefäße
(oder einfach gegen Schmerzen)
Aspirin (nicht als Brausetabletten) s. Beipackzettel
Schnupfen, verschlossene Eustachische Röhre Salzwasser durch die Nase hochziehen 2 x pro Tag, wennt man es kann
Durchfall Imodium s. Beipackzettel
Verstopfung 1 Glas Apfelsaftschorle (kalt) oder
1 Apfel, anschließend 1 Glas Eiswasser
vor dem Frühstück
Wundbehandlung - Merfen Orange (Desinfektion)

- Tyrosur (antiseptisches Puder)

- Zinksalbe (Schwarze Salbe)

- Pflaster, Verbandsmaterial, Schere

s. Beipackzettel
Elektrolyte- oder Salzverlus
(z.B. nach anhaltendem Durchfall und Erbrechen)
- 1 Glas Wasser
- 2-3 Eßl. Salz
- 2-3 Eßl. Zucker
gut mischen
1 Glas sollte genügen
für alle Fälle Einwegspritzen .

 


 

Flüssigkeitsverlust und Dekompressionsrisiko bei Tauchern

Immer wieder hört man, daß ausreichendes Trinken vor und nach dem Tauchen wichtig sei, und daß dadurch das Risiko für einen Dekopressionszwischenfall verringert werden würde.

Kann ein Taucher, umgeben von riesigen Wassermengen dehydrieren, daß heißt, Körpermasse verlieren ? Er kann und das sogar in größeren Mengen. Zunächst einmal ist der Taucher ein Mensch, der sich körperlich bewegt. Er unterliegt ähnlichen Mechanismen wie ein Sportler, auch wenn der ein oder andere Tauchverband meint, Tauchen hätte nichts mit Sport zu tun. Wo liegt nun das Problem der Dehydration für den Taucher ?

Zunächst einmal ist die körperliche Leistungsfähigkeit durch den Flüssigkeitsverlust stark herabgesetzt. Schon bei nur 2% Gewichtsverlust durch Dehydration, daß sind bei einem 80 kg schweren Taucher nur 1,6 Liter, läßt die Leistungsfähigkeit um ca. 15% nach. Dies könnte in Situationen unter Wasser, bei denen die volle Leistung erforederlich ist, zu Problemen führen. Erste Anzeichen können Durst, Appetitlosigkeit, Muskelkrämpfe, insbesondere in den Waden, Müdigkeit und dunkler Urin sein.

Doch den Taucher trifft es doppelt: Das verbrauchte Körperwasser wird zunächst dem Blut und erst später auch den einzelnen Körpergeweben entzogen. Das Blut, die Blutfließgeschwindigkeit und die Durchblutungsverhältnisse sind aber die wesentlichen Faktoren, die die nach Tauchgängen erhöhte Stickstoffmenge und deren Abtransport aus dem Körper beeinflussen. Ist das Blutplasma, der flüssige Anteil des Blutes, verringert, kann weniger Stickstoff aufgenommen werden. Das Blut ist zusätzlich viskoser (dickflüssiger), fließt langsamer und erreicht eventuell gewisse Kapillargebiete aufgrund seiner Dickflüssigkeit nicht mehr. Der Stickstoffabtransport ist erheblich verzögert - es kommt so viel schneller zur Stickstoffübersättigung in einzelnen Gewebeabschnitten. Lokale Stickstoffübersättigung führt jedoch zur Ausbildung von Stickstoffbläschen und erhöht das Risiko für eine sich bildende Dekompressionskrankheit erheblich !

Die logische Konsequenz aus dem oben gesagten ist, daß der Taucher vor und nach den Tauchgängen mehr Flüssigkeit zu sich nehmen muß !

Für Deine Sicherheit!

So kannst Du Deine Dehydration verhindern.

1. Zwei Stunden vor dem Tauchen 500 - 700 ml Flüssigkeit trinken !

2. Kurz vor dem Tauchgang erneut kleinere Mengen trinken !

3. Zwischen den Tauchgängen und nach dem Tauchgang trinken!

4. Keinen Kaffe und keinen Alkohol trinken!

5. Wasser mit Fruchtsaft oder Elektrolytgetränk 3:1 mischen!

6. Vor und während dem Fliegen nach Tauchgängen zusätzlich trinken!

 


 

Infektionsprophylaxe vor und bei Urlaubsreisen
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften


Unbeschwerten Urlaub sichern

Beratung durch den Hausarzt!

Schutzimpfungen schützen auch zuhause!

Kosten?

Reisedurchfall (Enteritis, Ruhr, Cholera)

Systemische Bakterieninfektionen: Typhus, Tetanus, Diphtherie, Tuberkulose

Systemische Virusinfektionen: Hepatitis-A, Gelbfieber, Tollwut, Poliomyelitis, Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

Sexuell übertragbare Krankheiten: Syphilis, Tripper, Chlamydien, Ulcus molle, Hepatitis-B, AIDS

Malaria

Bilharziose (Schistosomiasis)

Wurminfektionen, Filariosen


Unbeschwerten Urlaub sichern

Viele Menschen werden auch in diesem Jahr verreisen, und immer öfter führen diese Urlaubsreisen in Gebiete der Erde, in denen Krankheiten und Parasiten verbreitet sind, die wir in der Industriegesellschaft Mitteleuropas nicht oder nicht mehr kennen. Mit der Zunahme des Ferntourismus werden immer mehr Urlauber mit der Notwendigkeit konfrontiert, sich vorbeugend gegen Krankheiten zu schützen. Nicht immer reichen dafür die Informationen aus, die Reisebüros und Reiseveranstalter ihren Kunden geben - natürlich sollen sich die Reisenden auf ihren Urlaub freuen und nicht durch Warnhinweise abgeschreckt werden. Deshalb haben wir in möglichst knapper und präziser Form zusammengestellt, welche Vorbeugungsmaßnahmen beachtet werden sollten, um nicht krank aus dem Fernreise-Urlaub zurückzukommen.


Beratung durch den Hausarzt!

Unsere Ratschläge können - darauf müssen wir deutlich hinweisen - den Besuch bei der Hausärztin oder dem Hausarzt zur Besprechung von Vorbeugemaßnahmen für eine Reise auf keinen Fall ersetzen. Schutzimpfungen und medikamentöse Prophylaxe müssen nach Nutzen und Risiko abgewogen und ärztlich verordnet werden. Jeder Fernreisende sollte sich von seinem Hausarzt auf Flug- und Tropentauglichkeit untersuchen lassen. Schon allein die große Hitze bei hoher Luftfeuchtigkeit stellt in den Tropen für Herz-Kreislauf-Kranke ein beträchtliches Gesundheitsrisiko dar. Immer trägt das richtige Verhalten der Reisenden im Urlaubsland entscheidend zur Verhütung von Infektionen und Krankheiten bei!
Detailliertere Informationen für Ärzte, aber auch für interessierte Bürger, enthält die regelmäßig erscheinende Broschüre "Reisen und Gesundheit", die vom Deutschen Grünen Kreuz in Marburg herausgegeben wird und die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation "WHO" in deutscher Übersetzung enthält (Bezugsadresse: DGK, Schuhmarkt 4, 35037 Marburg). Ebenfalls enthalten ist eine Liste der Impfbestimmungen der verschiedenen Länder.


Schutzimpfungen schützen auch zuhause!

Besonders möchten wir darauf hinweisen, daß ganz unabhängig von einer Fernreise eine Reihe von Schutzimpfungen oder Auffrischimpfungen gegen Krankheiten zu empfehlen ist, die auch in unseren Breitengraden gefährlich werden können. Wenn die letzte Schutzimpfung gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung), Tetanus (Wundstarrkrampf) und Diphtherie schon länger (mehr als 10 Jahre) zurückliegt oder wenn jemand noch nie gegen diese Krankheiten geimpft wurde, ist eine Schutzimpfung dringend zu empfehlen, damit auch zuhause die Gefahr von Erkrankung oder Tod durch Infektion gebannt wird. Für manchen könnte aber gerade eine Urlaubsreise der richtige Anlaß sein, auch an diesen Schutz zu denken.


Kosten?

Die Kosten für Schutzimpfungen gegen Poliomyelitis, Tetanus und Diphtherie werden von den Krankenkassen generell übernommen, während alle Vorbeugungsmaßnahmen, die ausschließlich für eine Fernreise notwendig sind, vom Reisenden aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.
Auch hier sollte man sich mit dem Hausarzt beraten: Wer nur selten Fernreisen unternimmt, kann z.B. gegen Hepatitis A vorbeugend eine Spritze Immunglobulin erhalten, das billiger ist als eine Schutzimpfung, aber nur für ca. 3 Monate wirkt. Wer öfter Fernreisen unternimmt, kommt mit einer teuren Hepatitis-A-Schutzimpfung (3 Spritzen) billiger weg, weil sie für ca. 10 Jahre vorhält.


Auf den folgenden Seiten folgen Angaben zu den wichtigsten Reise- und Tropenkrankheiten, deren Übertragung und Verbreitung sowie Tips, wie diesen Erkrankungen vorgebeugt werden kann. Sofern Medikamente erwähnt werden, wird der "Freiname" der wirksamen Substanz verwendet, jedoch nicht der "Handelsname", unter dem diese Substanz in der Apotheke verkauft wird, da wir hier nicht für einzelne Hersteller und deren Produkte werben wollen. Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt kennen die Handelsnamen der Substanzen und werden Ihnen - wenn notwendig - ein entsprechendes Rezept ausstellen.

Reisedurchfall (Enteritis, Ruhr, Cholera)

Systemische Bakterieninfektionen: Typhus, Tetanus, Diphtherie, Tuberkulose

Systemische Virusinfektionen: Hepatitis-A, Gelbfieber, Tollwut, Poliomyelitis, Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

Sexuell übertragbare Krankheiten: Syphilis, Tripper, Chlamydien, Ulcus molle, Hepatitis-B, AIDS

Malaria

Bilharziose (Schistosomiasis)

Wurminfektionen, Filariosen


Reisedurchfall (Enteritis, Ruhr, Cholera)

Erreger: Bei Enteritis Erreger wie Escherichia coli, Campylobacter, Yersinien, Salmonellen und Viren wie Rota-, REO- oder Adeno-Viren; Ruhr durch Shigellen oder Amöben; Cholera durch Vibrionen

Übertragung: Durch verseuchte Nahrung und Getränke, Trink- und Brauchwasser (auch im Swimming-Pool!).

Vorkommen: In allen warmen (subtropischen und tropischen) Ländern, Cholera am stärksten auf dem indischen Subkontinent, z.Zt. auch in Südamerika (Peru, Ecuador).

Vorbeugung: Vorsichtige Akklimatisierung ans Reiseland, nur frisch gegarte Speisen und Schalenfrüchte (z.B. Orangen, Bananen) essen, keinen Salat oder ungeschälte Früchte. Entscheidend ist die Regel: "Boil it, cook it, peel it - or forget it!" Größte Vorsicht ist bei Speiseeis geboten; bei Getränken: Keine Eiswürfel! Mineralwasser und Limonaden nur aus geschlossenen Original-Flaschen akzeptieren (auch im Hotel!). Reisetauchsieder mitnehmen, um Wasser abkochen zu können. In die Reise-Apotheke (Beratung durch Hausarzt oder Apotheker) gehören: Salztabletten, Säure-Tabletten, Adsorbentien (z.B. Medizinische Aktivkohle). Bei Durchfall "WHO-Trinklösung" trinken, um den Wasser- und Salzverlust auszugleichen. Konzentrat für die "WHO-Trinklösung" gibt es in Apotheken. Antibiotika bei Durchfall nur nach ärztlicher Verordnung einnehmen. Nur für Länder, die zur Einreise eine Cholera-Impfbescheinigung verlangen, sowie für Abenteuer-Reisen auf dem indischen Subkontinent und in Südamerika (Peru, Ecuador) ist eine vorbeugende Cholera-Impfung zu empfehlen, die aber keinen absolut sicheren Schutz bietet.

Hinweis:
Die "WHO-Trinklösung" läßt sich auch leicht selbst herstellen: 40 Gramm Zucker, 1 Teelöffel (3,5 g) Kochsalz und 1/2 Teelöffel Backpulver (enthält Kalium) in 1 Liter frisch abgekochtem Wasser auflösen und in einem verschlossenen Gefäß abkühlen lassen. Bei Durchfall trinken, um den Flüssigkeits- und Salzverlust bei wässerigem Stuhlgang auszugleichen.


Systemische Bakterieninfektionen:
Typhus, Tetanus, Diphtherie, Tuberkulose

Erreger: Bei Typhus: Typhus-Salmonellen. Wundstarrkrampf: Tetanus-Clostridien. Diphtherie: Coryne-Bakterien. Tuberkulose: Tuberkelbakterien.

Übertragung: Typhus: Durch verseuchte Nahrungsmittel und Getränke. Wundstarrkrampf: bei Verletzungen durch verseuchte Erde. Diphtherie und Tuberkulose: "Tröpfcheninfektion" durch Niesen oder Husten von Erkrankten, bei Diphtherie auch von Keimträgern.

Vorkommen: Weltweit, in Ländern mit schlechten hygienischen Verhältnissen und unzureichender Durchimpfung der Bevölkerung besonders häufig.

Vorbeugung: Gegen Typhus: Wie bei der Vorbeugung gegen Reisedurchfälle (nur frisch gegarte Speisen und Getränke aus verschlossenen Flaschen usw.), Schluckimpfung (rechtzeitig vor Beginn einer Malaria-Prophylaxe!) mit Impfstoff-Kapseln (3x mit je 2-tägigem Abstand). Gegen Diphtherie und Tetanus: Wenn die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt (oder gar kein Impfschutz vorliegt), sollte auf jeden Fall (auch unabhängig von einer Reise!) eine Auffrisch-Impfung durch den Arzt erfolgen. Gegen Tuberkulose: Bei besonderer Exposition in Entwicklungsländern (z.B. für Entwicklungshelfer) Tuberkulintest vor und nach der Reise, um eine möglicherweise erfolgte Ansteckung erkennen und dann behandeln zu können.

Hinweis: Eine in den Tropen erfolgte Diphtherie-Infektion kann sich auch an der Haut zeigen. Treten nach einer Fernreise schlecht heilende Hauterscheinungen (Geschwüre etc.) auf, muß der Arzt auf die zurückliegende Reise hingewiesen werden.

Risiken: Die Typhus-Schluckimpfung bietet keinen absolut sicheren Schutz; bei Infektion läuft die Krankheit jedoch leichter ab.


Systemische Virusinfektionen:
Hepatitis-A, Gelbfieber, Tollwut, Poliomyelitis, Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

Erreger: Viren

Übertragung: Hepatitis-A (Gelbsucht) und Poliomyelitis (Kinderlähmung) durch verseuchte Nahrungsmittel und Getränke; Gelbfieber durch Mückenstiche; FSME durch Zeckenbiß, Tollwut bei Biß und Verletzungen durch infizierte Tiere.

Vorkommen: Hepatitis-A und Poliomyelitis besonders in Ländern mit schlechten sanitären Verhältnissen und unzureichender Poliomyelitis-Durchimpfung der Bevölkerung. Gelbfieber: West-, Zentral- und Ostafrika, Süd- und Mittelamerika. Tollwut: Weltweit. FSME: in den Ländern des Balkans, Österreich, vereinzelte Gegenden in Süd- und Ostdeutschland.

Vorbeugung: Hepatitis-A: Bei Reisen in Länder mit schlechten hygienischen Verhältnissen bis zu 2 Monaten Dauer: Vorbeugende Gabe eines Standard-Immunglobulins. Bei längeren oder häufigeren Reisen in solche Länder: Aktive Schutzimpfung. Gelbfieber: Aktive Schutzimpfung nach den aktuellen Empfehlungen der WHO bzw. den Einreisevorschriften der Länder (Impfnachweis wird meist nur bei Einreise aus einem Infektionsgebiet verlangt). Impfung ist nur bei speziell ermächtigten Impfstellen möglich, nicht durch den Hausarzt. Mückenstiche vermeiden (siehe Hinweise bei Malaria). Poliomyelitis: Wenn die letzte Impfung mehr als 10 Jahre zurückliegt, wird eine Auffrischimpfung (Schluckimpfung) dringend empfohlen - auch unabhängig von einer Reise! Tollwut: Keine scheinbar zahmen Tiere oder streunende Hunde und Katzen anfassen. Vor Jagd- und Safari-Reisen, bei denen eventuell eine Ansteckung möglich wäre, kann eine Impfung erfolgen (3 Impftermine mit je einem Monat Abstand). Frühsommer-Meningo-Enzephalitis: Vorbeugende Impfung möglich; bei einer einmaligen Einreise in eines der Verbreitungsgebiete ist es jedoch ausreichend, nach einem Zeckenbiß ein Immunglobulin zu spritzen.


Sexuell übertragbare Krankheiten:
Syphilis, Tripper, Chlamydien, Ulcus molle, Hepatitis-B, AIDS

Erreger: Bakterien bei Syphilis, Tripper, Chlamydien-Infektion, Ulcus molle. Viren bei Hepatitis-B und AIDS.

Vorkommen: Weltweit.

Übertragung: Bei (ungeschütztem) Geschlechtsverkehr, Hepatitis-B und AIDS auch durch unmittelbaren Blutkontakt, z.B. bei Bluttransfusionen, mehrfach benutzten Spritzen etc.

Vorbeugung: Sicherster Schutz ist die Expositionsverhütung: Kein Geschlechtsverkehr mit unbekannten, möglicherweise infizierten Partnern. Kondome bieten einen gewissen, wenn auch nicht absolut sicheren Schutz. Gegen Hepatitis-B ist auch eine Schutzimpfung möglich, die aber mindestens 6 Monate vorher begonnen werden muß.

Hinweis: Von der vorbeugenden Einnahme von Antibiotika ist dringend abzuraten, viele Bakterien-Stämme in den Urlaubsländern sind bereits gegen Penicillin resistent geworden. Bei (weiblichen wie männlichen) Prostituierten in Asien und vor allem in Ostafrika sind 20 bis 80 Prozent (!) mit Geschlechtskrankheiten infiziert.


Malaria

Erreger: Einzellige Erreger (Protozoen) der Gattung Plasmodium. Vier Arten erzeugen die drei verschiedenen Formen der Malaria. Besonders gefährlich ist die Malaria tropica, die durch das Plasmodium falciparum hervorgerufen wird.

Übertragung: Mückenstiche der Anopheles-Stechmücke ("Moskitos")

Vorkommen: Alle tropischen Länder; Schwerpunkte in West-, Zentral- und Ostafrika, dem tropischen Mittel- und Südamerika sowie Süd- und Ostasien. Begrenzte Risiken auch im Vorderen Orient (z.B. Türkei, Syrien, Irak, arabische Halbinsel).

Vorbeugung: Zur Zeit ist immer noch keine routinemäßige Schutzimpfung verfügbar. Es gibt zwei Pfeiler einer wirksamen Vorbeugung, die stets beide beachtet werden müssen:

  1. Vermeidung von Mückenstichen und
  2. Chemoprophylaxe.
  1. Vermeidung von Mückenstichen: Die Anopheles-Moskitos, die Malaria übertragen können, stechen praktisch nur in der dunklen Tageszeit (Dämmerung und Nacht). Deshalb sollten Reisende in klimatisierten und durch Mückennetze gesicherten Räumen oder unter einem weiten Moskitonetz schlafen, das den Körper nirgends berührt. Insektensprays o.ä. benutzen, um in Innenräume eingedrungene Moskitos zu töten. Nach Sonnenuntergang im Freien möglichst helle Kleidung (dunkle Kleidung zieht Moskitos an) tragen, die Arme und Beine vollständig bedeckt, die nicht durch Kleidung bedeckten Körperstellen sollten mit insektenvertreibenden Mitteln eingerieben werden. Dabei ist zu beachten, daß diese Mittel durch starkes Schwitzen schnell ihre Wirkung verlieren können und beim Baden abgewaschen werden. Deshalb müssen sie immer wieder neu aufgetragen werden.
  2. Chemoprophylaxe: Als Basisprophylaxe galt viele Jahre die Substanz Chloroquin. Beginnend 1 Woche vor der Reise in ein Malariagebiet müssen einmal pro Woche 300 mg Chloroquin (bei durchschnittlichem Körpergewicht eines Erwachsenen von 60 kg, bei größerem Körpergewicht entsprechend mehr) eingenommen werden. Die Einnahme muß stets am gleichen Wochentag erfolgen und mindestens 6 - 8 Wochen nach Verlassen des Malariagebiets fortgesetzt werden. In vielen Ländern Südamerikas, Ost-, Zentral- und Westafrikas sowie Südostasiens gibt es zunehmend Stämme der gefährlichen Malaria-tropica-Erreger, die gegen Chloroquin resistent (unempfindlich) geworden sind (die übrigen 3 Malaria-Erreger werden weiterhin vom Chloroquin abgetötet).
    Die
    Weltgesundheitsorganisation ("WHO") empfahl früher für diese Länder eine Kombination des Chloroquin mit einer Pyrimethamin/Sulfonamid-Kombination, die auch in manchen älteren Reiseführern noch erwähnt wird. Doch aufgrund des hohen Nebenwirkungsrisikos raten Ärzte heute davon ab. Stattdessen gibt die WHO heute nach Reiseländern differenzierte Empfehlungen, die sich so zusammenfassen lassen:

 

Risiken: Für die Anwendung von Chloroquin gibt es jahrzehntelange Erfahrung, das Nebenwirkungsrisiko ist äußerst gering. Nur in sehr seltenen Fällen sind Unverträglichkeiten, z.B. Hautausschläge, vorgekommen. Die Nebenwirkungsrisiken der Pyrimethamin/Sulfonamid-Kombinationen sind groß (Allergien). Mefloquin: Vorsicht bei Herzrhythmusstörungen, psychischen Störungen, Leberschäden, Schwangerschaft; Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, z.B. Herzmitteln und Antidiabetika, sind möglich. Diese Risiken sind gegen das Risiko einer lebenbedrohenden Malaria abzuwägen.

Hinweis: Auch bei strikter Einhaltung der Einnahmevorschriften zur Chemoprophylaxe ist ein absolut sicherer Schutz vor Malaria nicht gewährleistet! Chemoprophylaxe muß stets mit richtigem Verhalten zur Vermeidung von Mückenstichen verbunden werden. Fieber unklarer Ursache im Zeitraum von 1 Jahr nach Rückkehr könnte auf Malaria hindeuten. Der behandelnde Arzt muß dann auf diese Möglichkeit unbedingt hingewiesen werden, da die Symptome unspezifisch sind (z.B. grippeähnlich) und oft nur schwer als Malaria zu erkennen sein können.


Bilharziose (Schistosomiasis)

Erreger: Larven ("Zerkarien") von Saugwürmern der Gattung Schistosoma.

Übertragung: Zerkarien leben im Wasser, bohren sich durch die Haut und verursachen Erkrankungen von Blase, Darm oder Leber.

Vorkommen: In Binnengewässern Afrikas, einiger Karibik-Inseln, des nördlichen Südamerikas, von Süd- und Ostasien.

Vorbeugung: Keine Chemoprophylaxe oder Impfung möglich. Einzige Vorbeugungsmaßnahme bildet die Vermeidung von Wasserkontakt mit Oberflächengewässern: Nicht in Seen und langsam fließenden Flüssen baden, sich mit Wasser daraus nicht waschen oder die Zähne putzen. Diese Gewässer nicht durchwaten. In schnell fließenden Gewässern vermutlich geringere Ansteckungsgefahr. Da die zerkarien nur in Süßwasser vorkommen, ist das Baden im Meer ungefährlich, ebenso bei chloriertem Wasser in Swimmingpools.


Wurminfektionen, Filariosen

Erreger: Verschiedene Arten von Würmern, die sich in unterschiedlichen Organen des Körpers ansiedeln können.

Übertragung: Überwiegend durch Lebensmittel, die mit Wurmeiern oder Wurmlarven verseucht sind. Filariosen durch Insektenstiche. Hauptüberträger sind die Anopheles-, Aedes-, Culex- und Mansonia-Mücken.

Vorkommen: Weltweit mit Schwerpunkten für einzelne Arten. Hundebandwurm (Echinokokkose) besonders im Mittelmeerraum (Nordafrika, Südwesteuropa, Türkei), Südamerika und Südasien. Filariosen: Tropische Gebiete Afrikas, Amerikas und Asiens.

Vorbeugung: Genuß von rohem oder unzureichend gegartem Fleisch und Fisch vermeiden. Vorsicht bei Salat und anderer pflanzlicher Rohkost. Engen Kontakt mit Tieren (Hunden und Katzen) vermeiden. Filariosen: Chemoprophylaxe nicht sinnvoll, Vermeidung von Mückenstichen.


Redaktion: AWMF, W. Müller M.A., Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf, Tel. (0211) 31 28 28, FAX (0211) 31 68 19, e-mail: awmf@uni-duesseldorf.de Wiss. Beratung: Prof. Dr. H.-M. Seitz, Inst. f. Parasitologie d. Univ. Bonn; Prof. Dr. P. Naumann, Hamburg; Prof. Dr. H. Rosin, Hygiene-Inst. d. Stadt Dortmund.

Textfassung vom: Oktober 1995
©
awmf@uni-duesseldorf.de

 


Gedankenstütze - Nullzeitformel


Kennen Sie noch die 90-er Regel, nach der man füher die Nullzeit in der gewünschten Tiefe ermitteln konnte? Wenn nicht, macht das auch nichts; denn die Formel ist im Hinblick auf die mehrfach überarbeiteten Deko-Tabellen völlig untauglich geworden. Carsten Völker (United Diving Instructors, Referat Aus- und Fortbildung) hat jedoch eine neue, praktikable Lösung parat: die 7-er Regel !!

Die 7-er Regel ist keine Formel im eigentlichen Sinn, mit der man durch einen bestimmten Rechenschritt eine Nullzeit für eine bestimmte Tiefe errechnen kann. Sie ist vielmehr eine sehr einfache kleine Nullzeittabelle, die für die Tiefen 50m, 40m, 35m, 25m, 20m, 15m sowie 10m leicht einzusetzen ist. Damit sich die ganze Geschichte noch einfacher gestaltet, muß sich der Taucher nur die fünf 10-er Schritte von 50m bis 10m merken:

Tauchtiefe Nullzeit

  .

50 m 0 min.

  .

40 m 7 min. ( =1 x 7 )
30 m 14 min. (= 7 + 7) ( =2 x 7 )
20 m 28 min. (= 14 + 14) ( =4 x 7 )
10 m unendlich (mehr als 400 min. sind in der Praxis unendliche Nullzeit)

Wollen Sie auch die 5-Meter Zwischenstufen ausrechnen, wird dazu der betreffende vorausgehende Nullzeitwert nicht verdoppelt, sondern es wird nur die Hälfte des Wertes addiert. Nimmt man den Zwischenwert zwischen den entsprechenden Nullzeit für 10m, kommt man ebenso auf das richtige Ergebnis:

Tauchtiefe Nullzeit

.

45 m 0 min.

.

35 m 10,5 min. (= 7 + 3,5 ) ( =1,5 x 7 )
25 m 21 min. (= 14 + 7) ( =3 x 7 )
15 m 42 min. (= 28 + 14) ( =6 x 7 )

Es wird erkennbar, daß mit dieser sehr simplen Nullzeittauchtabelle in eventuellen Not- bzw. Ausnahmefällen die Nullzeit für die netsprechenden Tiefen sicher und ohne Gedankenakrobatik festgestellt werden kann. Wir befinden uns mit der 7-er Regel (mit Ausnahme der unendlichen Nullzeit für den 10m Bereich - kann jedoch vernachlässigt werden) immer im sicheren Bereich.

Durch den Ersatz der früher verwendeten US-Navy-Tabelle bzw. der Bühlmann/Hahn Tabellen, durch die für Sporttaucher heute normalerweise zum Einsatz kommenden Tabellen DECO '92 sind die früheren Faustformeln zur Nullzeitberechnung, wie beispielsweise die 90-er Regel (è 90 minus doppelte Tauchtiefe) oder die 10-er Regel (è 50m - 0 min.., 40m - 10 min., 30m - 20 min., 20m - 40 min., 10m - unendlich) so unsicher geworden, daß sie nicht mehr verwendet werden dürfen !

Anmerkung der Redaktion: Die 7-er Regel wurde in Absprache mit Dr. Max Hahn entwickelt

(aus: DiveMaster 4/95)

 


 

Lexikon der Reisekrankheiten


[A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z]


AMÖBENRUHR

Amöben sind Einzeller, die in Cystenform mit unsauberem Trinkwasser, rohen Salaten, Früchten, Gemüsen unter unhygienischen Bedingungen (auch durch Verschleppung von Fliegen) übertragen werden. Die Inkubationszeit ist unterschiedlich, evtl. Monate, da sich die Ruhramöbe symptomlos im Darm aufhalten kann. Bei Krankheitsausbruch kommt es zu Durchfällen mit Blut- und Schleimabgang, Leibkrämpfen, meist auch Fieber und Allgemeinerscheinungen. Die Krankheit beginnt nicht so akut wie die bakterielle Ruhr, kann aber länger anhalten oder rezidivieren. Als Spätkomplikation können Amöbenabszesse in der Leber auftreten. Diagnose der Amöbenruhr durch mikroskopische Stuhluntersuchung, der Leberamöbiasis durch Blutteste und Spezialuntersuchungen.

AUSSATZ

siehe unter Lepra

BANDWÜRMER

Die erwachsenen, segmentierten Würmer, die mehrere Meter lang werden können, leben im Dünndarm und verursachen nur selten Beschwerden. Die Infektion erfolgt durch Aufnahme von Cysten (Finnen) mit rohem oder unzureichend erhitztem Fleisch, meist vom Rind oder Schwein, selten Fisch. Durch die gesetzliche Lebensmittelhygiene kommen diese Parasiten bei uns kaum mehr vor, in anderen Ländern sind Rinder- und Schweinebandwürmer noch weit verbreitet. Lokale Gerichte aus rohem, geräuchertem oder ungegartem Fleisch oder Fisch bergen immer ein gewisses Risiko. Die Entwicklung der Finne bis zum reifen Wurm dauert 2-3 Monate. Der Mensch bemerkt die Infektion meist durch Abgang von Bandwurmgliedern spontan oder mit dem Stuhl. Ansonsten wird die Diagnose durch mikroskopischen Ei-Nachweis erbracht. Bei unsauberer Hygiene oder über kontaminierte Nahrung können Eier des Schweinebandwurms gelegentlich auch vom Menschen aufgenommen werden und sich in Muskeln, Organen oder sogar im Gehirn zu Finnen (Cysten) entwickeln. Eine solche "Cysticercose" kann ein schweres Krankheitsbild machen und erfordert Behandlung durch Spezialisten.

BARTONELLOSE (Carrion'sche Krankheit, Oroyafieber)

Bakterielle Infektion, die zu einer fieberhaften Erkrankung mit Lymphknotenschwellungen und schwerer Blutarmut führt. Im weiteren Verlauf kann es zu warzenförmigen Hautveränderungen kommen. Die Übertragung erfolgt durch kleine Stechmücken (Phlebotomen, "Sandfliegen"), die in der Dämmerung und nachts aktiv sind. Die Inkubationszeit kann mehrere Wochen betragen. Die Krankheit kommt praktisch nur in den Hochtälern der Anden in Peru, Ecuador und Südwest-Columbien vor. Diagnose durch Erregernachweis aus dem Blut.

BILHARZIOSE (Schistosomiasis)

In tropischen Ländern vorkommende parasitäre Erkrankung durch Pärchenegel, die in den Venen des Unterleibes leben. Die mit Stuhl oder Urin ausgeschiedenen Eier entwickeln sich erst in bestimmten Süßwasserschnecken zu infektionstüchtigen Larven; eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Larven bohren sich bei Kontakt mit derart verseuchtem Wasser durch die unverletzte Haut und gelangen zunächst in die Leber, von dort nach einigen Wochen in den Unterleib. Die Zeit von der Infektion bis zum Beginn der Eiablage dauert 6-12 Wochen. Wenige Stunden nach der Infektion kann an der Eintrittstelle eine vorübergehende Hautreizung auftreten, 4-6 Wochen später eine fieberhafte Allgemeinerkrankung, einige Wochen danach Verdauungs- oder Blasenbeschwerden, wobei Blut im Stuhl oder Urin Leitsymptome sind. Diagnose durch Blutuntersuchung sowie durch mikroskopischen Ei-Nachweis.

BINDEHAUTENTZÜNDUNGBINDEHAUTENTZÜNDUNG (epidemische Konjunktivitis)

Augenreizungen durch Licht- und Staubeinwirkung sind in tropischen Ländern häufig. Eine stärkere Bindehautentzündung ist verdächtig auf eine Virusinfektion, besonders wenn gleichartige Erkrankungen in der Umgebung auftreten. Die Inkubationszeit beträgt 1-2 Tage. Die Übertragung erfolgt durch engen Kontakt mit Infizierten und Einbringen von infektiösem Material in die Augen. Es beginnt mit Schmerzen und Fremdkörpergefühl, meist in beiden Augen. Die Bindehäute sind stark gerötet, die Lider schwellen an, bisweilen sind Lymphknoten hinter dem Ohr tastbar. Das Allgemeinbefinden ist nicht beeinträchtigt. Die Krankheit heilt gewöhnlich innerhalb von 10 Tagen aus.

BRUCELLOSE (Maltafieber)

Bakterielle Infektion, die zu längerem Fieber und unterschiedlichen Organbeteiligungen führen kann. Die Inkubationszeit beträgt 1-4 Wochen. Die Übertragung erfolgt über Milchprodukte, vorwiegend von Ziegen und Schafen. Der Infektionsweg über kleine Hautverletzungen bei Umgang mit kranken Rindern, Ziegen, Schafen, Schweinen ist auf bestimmte Berufsgruppen beschränkt. Die Diagnose ist schwierig und nur über spezielle Blutuntersuchungen möglich.

BRUGIA

siehe unter Filariose

CALABAR-SCHWELLUNG

siehe unter Loa-Loa

CARRION'SCHE KRANKHEIT

siehe unter Bartonellose

CHAGAS-KRANKHEIT

Erkrankung durch Einzeller (Trypanosomen), die nur im tropischen Mittel- und Südamerika vorkommt. Die Übertragung erfolgt durch Raubwanzen, die in rissigen Wänden und Dächern von primitiven Häusern oder Hütten leben und nachts Blut saugen. Betroffen ist vorwiegend die ärmere Bevölkerung. Der Stich wird oft nicht bemerkt. Nach 1-4 Wochen entwickelt sich an der Stichstelle oder im Gesicht eine Schwellung mit Beteiligung der örtlichen Lymphknoten. Später kommt es zu Fieber und Allgemeinerscheinungen. Unbehandelt verläuft die Infektion chronisch und kann zu schweren Schäden am Herzen und am Magen-Darmtrakt führen. Diagnose durch Erregernachweis oder Blutuntersuchung in Speziallaboratorien.

CHOLERA

Die Kontamination von Nahrungsmitteln oder Trinkwasser (Brunnen) mit Cholera-Vibrionen führt meist zu endemischen Ausbrüchen, selten zu Einzelerkrankungen. Bei mangelhafter Sanitärhygiene kann sich die Krankheit explosionsartig ausbreiten. Die Inkubationszeit ist kurz (einige Stunden bis Tage). Plötzlich einsetzende, schmerzlose, wäßrige Durchfälle evtl. mit Erbrechen, meist ohne Fieber, führen rasch zu lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlusten. Daneben gibt es auch mildere Verlaufsformen.

CLONORCHIS

siehe unter Leberegel, kleiner

CREEPING ERUPTION

siehe unter Hautmaulwurf

DENGUE-FIEBER

Dengue- und verwandte Viren sind in den Tropen und Subtropen weit verbreitet. Dabei kommt es in unregelmäßigen Abständen gebietsweise zu Ausbrüchen mit zahlreichen Krankheitsfällen. Die Übertragung erfolgt nicht direkt von Mensch zu Mensch sondern ausschließlich durch Stechmücken. Die Inkubationszeit beträgt 5-7 Tage. Das Krankheitsbild ist grippe-ähnlich: Fieber, starke Kopf- und Gliederschmerzen, Druckschmerz hinter dem Auge, bisweilen flüchtige Hautrötung. Die akuten Symptome klingen nach einer Woche ab, die Rekonvaleszenz mit allgemeiner Abgeschlagenheit kann sich jedoch länger hinziehen. Insgesamt ist die Erkrankung gutartig und heilt komplikationslos aus.

Bestimmte Varianten können gelegentlich einen schwereren Verlauf mit Blutungsneigung oder Schocksymptomen hervorrufen. Kinder sind hiervon eher betroffen als Erwachsene, Einheimische häufiger als Touristen. Die Diagnose wird zunächst symptomatisch gestellt, sie kann später durch Blutuntersuchungen bestätigt werden.

DIPHTHERIE

Bakterielle Infektion, die meist durch Tröpfcheninfektion übertragen wird. Symptome sind Fieber um 38 Grad, leichte Rachenentzündung mit grau-weißen Belägen und süßlichem Mundgeruch und Allgemeinerscheinungen. In schweren Fällen kann es zu einer Halsschwellung mit Luftnot, zu Herzmuskelentzündung und zu Nervenlähmungen kommen. In tropischen Ländern siedelt sich die Diphtherie öfter in Hautgeschwüren an. Diagnose durch Bakterien-Nachweis aus dem Rachen.

DRACUNCULUS

siehe unter Medinawurm

DURCHFALL, BLUTIGER

siehe unter Amöbenruhr

siehe unter Ruhr, bakterielle (Shigellose)

ECHINOCOCCOSE, CYSTISCHE (Hydatiden-Krankheit)

Der sehr kleine Bandwurm lebt im Darm von Hunden. Der Mensch kann sich durch Eier infizieren, die mit dem Hundekot ausgeschieden werden. Sie bilden im Verlauf von Jahren Cysten in verschiedenen Organen, vorwiegend in Leber und Lunge, die symptomlos bleiben können, bisweilen aber schwere Krankheitsbilder machen. Hunde, die sich in der Nähe von Rindern, Schafen oder anderen Weidetieren aufhalten und streunende Hunde sind potentiell gefährlich. Die Diagnose wird durch Blutuntersuchung und bildgebende Verfahren gestellt.

FILARIOSE (Wuchereria und Brugia)

Die 5- 10 cm langen, fadenförmigen Rundwürmer parasitieren in Lymphgefäßen. Ihre Larven gelangen ins Blut, von wo sie durch bestimmte Stechmücken aufgenommen und weiterverbreitet werden. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Leichte Infektionen bleiben oft symptomlos und werden nur durch spezielle Blutuntersuchungen entdeckt. Ein starker Befall setzt einen längeren Aufenthalt im Endemiegebiet mit ständiger Re-Infektion voraus (Einheimische). Er kann zu Entzündungen und Stauungen der Lymphbahnen führen und eine Elefantiasis (unförmige Verdickung meist einer Extremität) verursachen. Diagnose durch Nachweis der Larven aus dem Blut, Behandlung durch Spezialisten (Tropenmediziner).

FLECKFIEBER, KLASSISCHES

Schwere Erkrankung durch bestimmte Bakterien (Rickettsien), Übertragung durch Läuse (vorwiegend Kleiderlaus). Inkubationszeit 10- 14 Tage. Beginn mit Fieber, Lichtscheu, Kopfschmerzen, nach einigen Tagen fleckförmiger Hautausschlag und Hirnbeteiligung (Encephalitis). Spätrückfälle sind möglich. Die Krankheit tritt meist endemisch auf wo große Menschenmengen unter schlechten hygienischen Verhältnissen zusammenleben (Massenquartiere, Flüchtlingslager, Kriege); sie bevorzugt kältere Klimazonen, in den Tropen (Afrika, Südamerika) z.B. nur Höhenlagen über 1600 m, wo es Läuse gibt und die Menschen nachts in ihren Kleidern schlafen. Diagnose durch klinische Symptome und Blutuntersuchung.

FLECKFIEBER, MURINES

Die Erkrankung ähnelt dem klassischen Fleckfieber, die Symptome (Hautausschlag, Hirnentzündung) sind jedoch geringer ausgeprägt, der Verlauf eher gutartig. Erreger-Reservoir sind kleine Säuger, vorwiegend Ratten, von denen die Bakterien durch Flöhe auf den Menschen übertragen werden. Die Krankheit bevorzugt warme Zonen bzw. Jahreszeiten und tritt im Gegensatz zum klassischen Fleckfieber einzeln oder in kleinen Gruppenerkrankungen auf. Diagnose durch klinische Symptome und Blutuntersuchung.

FSME

siehe unter Zeckenenzephalitis

GELBFIEBER

Durch Stechmücken übertragene, tropische Viruserkrankung. Keine Ansteckung von Mensch zu Mensch. Hauptreservoir des Erregers sind Affen mit menschlichen Einzelerkrankungen in abgelegenen Regionen (Buschgelbfieber). Die Übertragung Mensch-Mücke-Mensch kann in besiedelten Gebieten zu epidemischen Ausbrüchen führen (Stadtgelbfieber). Die Krankheit beginnt plötzlich mit hohem Fieber und Allgemeinerscheinungen. Nach einer Woche kann eine dramatische Verschlechterung mit Gelbsucht und Blutungen eintreten, Störungen von Herz, Kreislauf, Leber, Niere und Hirn sind lebensbedrohend. Zur Sicherung der Diagnose dienen Spezialuntersuchungen. Das Gelbfieber unterliegt einer strengen internationalen Melde- und Quarantänepflicht.

GRIPPE

siehe unter Influenza

GUINEAWURM

siehe unter Medinawurm

HAKENWURM

Die erwachsenen kleinen Rundwürmer (ca. 1 cm) haken sich im Dünndarm fest und saugen Blut. Die mit dem Stuhl ausgeschiedenen Eier entwickeln sich in etwa 1 Woche zu infektionstüchtigen Larven, wenn sie in feuchtwarmes Erdreich oder entsprechende Vegetation gelangen. Die Larven können durch die unverletzte, bloße Haut eindringen; selten erfolgt eine Infektion über kontaminierte Nahrung. Über Blut- und Lymphwege gelangen sie zunächst in die Lunge, von dort in den Rachen, werden verschluckt und siedeln sich schließlich im Dünndarm an. Hakenwürmer sind in den Tropen unter der ländlichen Bevölkerung weit verbreitet, insbesondere bei mangelhafter Fäkalienhygiene (Defäkationsplätze im Freien, Busch, Ufer von Gewässern in der Nähe von Dörfern). Die Infektion verursacht manchmal einen vorübergehenden Juckreiz an der Eintrittstelle (Fuß), später Reizhusten und leichtes Fieber bei Durchwanderung der Lunge. Im Darm bleibt ein geringer Befall symptomlos, zahlreiche Würmer können zu Bauchschmerzen und Blutarmut (Anämie) führen, speziell bei schlecht ernährten Kindern und Schwangeren. Diagnose durch Ei-Nachweis im Stuhl.

HAUTLEISHMANIASE (Orientbeule)

Die einzelligen Erreger (Leishmanien) verursachen ein chronisches Hautgeschwür, das einzeln oder zu mehreren an unbedecktem Hautpartien sitzt. Allgemeinerscheinungen bestehen nicht. Die Übertragung erfolgt durch kleine nachtaktive Stechmücken (Phlebotomen, "Sandfliegen"), deren Stich meist nicht bemerkt wird. Die Inkubation kann einige Wochen bis mehrere Monate betragen. Keine Ansteckung von Mensch zu Mensch. Diagnose durch mikroskopischen Erregernachweis.

HAUTMADEN (Myiasis)

Es gibt einige große Fliegenarten, deren Larven sich im Körpergewebe von Warmblütern entwickeln. Sie legen ihre Eier direkt auf die Haut (kleine Verletzungen, erdverschmutzte Hautpartien) oder (Tumbu-Fliege im tropischen Afrika) auf Kleidung, vorzugsweise auf Wäsche, die im Freien trocknet. Aus den Eiern schlüpfen Maden, die sich in die Haut bohren und eine kleine Beule hervorrufen, unter der sie manchmal sichtbar sind. Gelegentlich gelangen sie auch in Ohren, Augen oder Nase, oder mit kontaminierter roher Nahrung in den Magen. Wenn sie herangewachsen sind (1-2 Wochen), schlüpfen sie spontan aus bzw. werden mit dem Stuhlgang ausgeschieden. Obwohl unangenehm, sind die Veränderungen an der Haut meist harmlos.

HAUTMAULWURF (Creeping Eruption)

Harmlose, rötliche, gangförmig fortschreitende Erhebung der Haut, die unbehandelt über mehrere Wochen - Monate bestehen bleibt, juckt und sich durch Kratzen entzünden kann. Ursache sind tierpathogene Hakenwurmlarven, die versehentlich in den Menschen eindringen und sich dort nicht weiterentwickeln können. Zur Diagnose reicht der klinische Aspekt.

HEPATITIS A

Diese Virusinfektion der Leber ist weltweit verbreitet, besonders in Entwicklungsländern. Die Inkubationszeit liegt zwischen 2 und 6 Wochen. Die Erkrankung beginnt mit Grippegefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird der Urin dunkel und der Stuhl hell, schließlich entwickelt sich eine Gelbsucht (zuerst im Weiß der Augen bemerkbar). Der weitere Verlauf ist unterschiedlich, meist leicht, besonders bei Kindern. Gelegentlich kommt es bei Erwachsenen zu schwereren und länger anhaltenden Krankheitsbildern (bis zu einigen Monaten). Dauerschäden treten nicht auf. Die Diagnose wird durch Blutuntersuchungen auf Leberzellfermente und spezifische Antikörper gesichert. Die Übertragung erfolgt faekal-oral. Das Virus wird vorwiegend über verunreinigte Nahrung und Trinkwasser aufgenommen, besonders häufig über Muscheln, Austern und Krebstiere, aber auch über Milch, kaltes Fleisch und andere Speisen.

HEPATITIS B

Diese Viruserkrankung der Leber ist weltweit verbreitet, besonders in tropischen Ländern. Die Inkubationszeit liegt zwischen 2 Wochen und 6 Monaten. Die Krankheit beginnt mit Grippegefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. Nach einigen Tagen wird der Urin dunkel, der Stuhl hell, es kommt zur Gelbsucht (zuerst im Weiß der Augen bemerkbar). Der weitere Verlauf ist unterschiedlich. Die Krankheitsdauer liegt nicht unter 4 Wochen. In ca. 10 % der Fälle rechnet man mit Komplikationen, schweren oder chronischen Verläufen, vereinzelt mit Dauerschäden. Infektiös sind Blut und andere Körperflüssigkeiten von Erkrankten und Virusträgern (in Mitteleuropa 0,1 - 0,5 %, in einzelnen tropischen Ländern über 20 % der Bevölkerung). Die Übertragung erfolgt über entsprechende Kontakte; Bluttransfusionen, unsterile Spritzen, Nadeln und Instrumente (z.B. bei unqualifizierten medizinischen Eingriffen, Drogenabhängigen, Tätowierungen) sowie beim Geschlechtsverkehr.

HISTOPLASMOSE

Pilzerkrankung der Lunge, die meist unbemerkt oder mit leichtem Fieber, Husten und Brustschmerzen verläuft. Schwere Erkrankungen kommen vorwiegend bei abwehrgeschwächten Personen vor. Die Infektion erfolgt durch Einatmen von Sporen, vor allem in der Nähe von Vögeln (Hühner!) und Fledermäusen. Die Begehung von Höhlen ist ein entsprechendes Risiko. Die Inkubationszeit beträgt ca. 10 Tage. Diagnose durch Pilznachweis und Blutuntersuchung.

HYDATIDEN-KRANKHEIT

siehe unter Echinococcose, cystische

INFLUENZA (Grippe)

Im Gegensatz zu den häufigen banalen Erkältungsinfekten ist die echte Grippe eine ernstzunehmende Viruskrankheit, die sich in epidemischen Wellen jährlich mit unterschiedlichen Schwerpunkten weltweit ausbreitet. Die Inkubationszeit beträgt wenige Tage. Die Übertragung erfolgt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion über die Luft. Symptome sind Fieber, Kopf-, Glieder-, Hals- und Brustschmerzen mit trockenem Husten. Bisweilen kommt es zu Übelkeit und Erbrechen. Die Krankheit dauert bis zu einer Woche, die Rekonvaleszenz mit allgemeiner Abgeschlagenheit kann sich jedoch über einige Wochen hinziehen. Häufigste Komplikation ist eine Lungenentzündung. Gefährdet sind besonders ältere Menschen.

INNERE LEISHMANIASE

siehe unter Kala-Azar

JAPANISCHE ENCEPHALITIS

Diese Virusinfektion, die gebietsweise in Südostasien auftritt, kann zu einer schweren Hirn- und Hirnhautentzündung führen. Symptome sind hohes Fieber, starke Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Lähmungserscheinungen, Verwirrtheit., Bewußtlosigkeit. Todesfälle (ca. 30 %) und Dauerschäden sind möglich. Die Üertragung erfolgt durch nachtaktive Stechmücken auf dem Lande.

KALA - AZAR (Innere Leishmaniase)

Diese durch Einzeller (Leishmanien) verursachte Infektion führt besonders bei immungeschwächten Personen zu einer schleichend beginnenden, chronisch verlaufenden Erkrankung mit Fieber, Leber- Milzvergrößerung, Gewichtsverlust und allmählichem Kräteverfall. Erregerreservoire sind kranke Menschen, vor allem aber Hunde, von denen die Übertragung durch kleine, nachtaktive Stechmücken (Phlebotomen, "Sandfliegen") erfolgt. Keine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch. Die Inkubationszeit kann mehrere Monate betragen. Diagnose durch Parasitennachweis und Blutuntersuchung in Spezial-Labors.

KINDERLÄHMUNG

siehe unter Poliomyelitis

LEBEREGEL, KLEINER (Clonorchis, Opisthorchis)

Die erwachsenen kleinen Egel leben bis zu 20 Jahre in den Gallengängen der Leber. Oft bleiben sie unbemerkt, bei stärkerem Befall kann es zu Gallenwegsentzündungen mit Fieber und Bauchschmerzen, Gallensteinen mit Koliken, gelegentlich zu Gelbsucht kommen. Der Mensch infiziert sich durch Aufnahme der Larven mit rohen Süßwasserfischen in Endemiegebieten. Diagnose durch Ei-Nachweis im Stuhl.

LEGIONÄRSKRANKHEIT

Es handelt sich um eine grippe-ähnliche Erkrankung mit Fieber, Husten und Lungenentzündung, die z. Teil schwer verlaufen kann. Betroffen sind vorwiegend Männer über 40 Jahre. Das individuelle Risiko ist gering, die Krankheit tritt gewöhnlich in Form von kleinen Ausbrüchen in Hotels oder Krankenhäusern auf. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion vornehmlich über Klimaanlagen, Kühlsysteme, Duschen und Wasserleitungen, nach bisherigen Kenntnissen nicht von Mensch zu Mensch. Die Inkubationszeit beträgt 2-10 Tage. Diagnose durch Bakterien-Nachweis im Sputum oder Blutuntersuchung.

LEPRA (Aussatz)

Chronische bakterielle Allgemeinerkrankung mit Hauterscheinungen und Nervenschäden, die in einigen tropischen Ländern unter der einheimischen Bevölkerung noch weit verbreitet ist. Die Übertragung ist nicht genau bekannt, setzt jedoch einen längeren, engen Kontakt mit einem ansteckungsfähigen Kranken voraus. Das Risiko für einen Reisenden ist daher minimal, auch bei gelegentlicher Begegnung mit Leprösen. Die Diagnose erfordert spezielle Untersuchungstechniken. Chemotherapie mittels Langzeitmedikation unter ärztlicher Überwachung ist möglich.

LEPTOSPIROSE

Bakterielle Infektion, die über kleine Hautverletzungen aus schmutzigen Binnengewässern oder feuchtem Erdreich, das mit Ausscheidungen von Ratten oder Mäusen kontaminiert ist, erworben wird. Die Inkubationszeit liegt zwischen einigen Tagen und 3 Wochen. Die Krankheit beginnt mit hohem Fieber, Allgemeinerscheinungen und Gelenkschmerzen. Nach vorübergehender Besserung kann es in der 2. Woche zu einer Hirnhautentzündung oder zu einer Gelbsucht mit lebensbedrohlicher Nierenstörung und Blutungsneigung kommen. Die Diagnose erfolgt über Blutuntersuchungen.

LOA - LOA (Calabar-Schwellung)

Hierbei handelt es sich um einen 3-7 cm langen, fadenförmigen Rundwurm, der unter der Haut umherwandert ("Wanderfilarie") und zu vorübergehenden, teigigen Schwellungen mit Spannungsgefühl und Juckreiz führt, die nacheinander an verschiedenen Körperregionen (meist Arme, Gesicht) auftreten können. Gelegentlich wird der Wurm unter der Haut sichtbar. Die Larven gelangen ins Blut und werden von tagaktiven Bremsen aufgenommen, die die Krankheit weiterverbreiten. Sie setzt gewöhnlich einen langen Aufenthalt im Endemiegebiet voraus und betrifft vorwiegend Einheimische. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Die Inkubationszeit kann viele Monate betragen. Diagnose mittels Blutuntersuchung und Behandlung durch Spezialisten (Tropenmediziner).

LYME - KRANKHEIT

Infektion durch Bakterien (Borrelien), Übertragung durch Zecken. Nach 2-4 Wochen kommt es unter leichten grippalen Begleiterscheinungen zu einer Rötung und leichten Schwellung in der Umgebung der Stichstelle, später können Gelenkbeschwerden, Hirnhautreizung und Nervenlähmungen auftreten. Diagnose durch Blutuntersuchung.

MADURAFUSS (Mycetom)

Starke Schwellung mit Hautläsionen und eitrigen Absonderungen meist eines Fußes. Die Erkrankung findet sich bei Barfußgehern in ländlichen Trockengebieten der Tropen und Subtropen. Erreger sind verschiedene Pilze und Bakterien. Sie gelangen über Stichverletzungen durch Dornen, Stacheln o.ä. unter die Haut und breiten sich im Gewebe aus. Die Inkubationszeit kann mehrere Monate betragen. Diagnose und Behandlung erfordert Maßnahmen durch Spezialisten.

MALARIA

Malaria wird durch einzellige Parasiten (Plasmodien) verursacht und durch bestimmte Stechmücken (Anophelen) übertragen. Leitsymptom ist Fieber, begleitet von Kopf- und Gliederschmerzen mit starkem Krankheitsgefühl. Schüttelfröste und Schweißausbrüche können vorkommen. Die "bösartige" Malaria (tropica) hat eine Inkubationszeit von 7-12 Tagen. Sie kann rasch zu lebensbedrohlichen Zuständen mit Koma, Nierenversagen und Schock führen. Die "gutartige" Malaria (tertiana) kann nach 9-16 Tagen auftreten, bisweilen noch bis zu einem Jahr nach der Rückkehr. Spätere Rückfälle sowie eine dritte Art (Malaria quartana) sind extrem selten. Die Diagnose wird während der akuten Erkrankung durch den mikroskopischen Parasitennachweis im Blut gesichert, nachträglich kann sie noch durch spezielle Antikörperuntersuchungen geführt werden. Trotz zunehmender Resistenzprobleme ist die Malaria bei rechtzeitiger Behandlung heilbar.

MALTAFIEBER

siehe unter Brucellose

MEDINAWURM (Guineawurm, Dracunculus)

Der fadenförmige Wurm, dessen Weibchen bis 1 m lang wird, lebt im Unterhautgewebe und durchbohrt die Haut von innen zur Eiablage. An diesen Stellen (meist Füße, Beine) entstehen kleine, eitrige, schwer heilende Geschwüre. Vorübergehend können Allgemeinerscheinungen wie Fieber, Übelkeit, allergische Hautausschläge auftreten. Die Infektion, die weitgehend auf die einheimische Bevölkerung beschränkt ist, erfolgt durch Aufnahme der Larven mit Trinkwasser aus offenen Brunnen oder Wasserstellen, die von infizierten Menschen betreten werden. Die Entwicklung der Larven geht über kleine Wasserkrebse. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. Diagnose und Behandlung durch Spezialisten (Tropenmediziner).

MENINGOKOKKEN - MENINGITIS (epidemische Genickstarre)

Diese Bakterien können nach einer Inkubationszeit von 3-4 Tagen zu einer gefährlichen Hirnhautentzündung führen. Die Krankheit beginnt plötzlich mit hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und Nackensteife. Bewußtseinstrübung, punktförmige Hautblutungen und Schock sind alarmierende Zeichen einer Allgemeininfektion und immer lebensbedrohlich. Die Krankheit tritt in gewissen Abständen endemisch auf. Die Übertragung erfolgt durch Tröpfcheninfektion über die Atemwege. Die Diagnose kann durch den Bakteriennachweis gesichert werden.

MILBEN - FLECKFIEBER

siehe unter Tsutsugamushi-Fieber

MILZBRAND (Haut-Milzbrand)

Milzbrandbazillen führen nach einer Inkubationszeit von 2-3 Tagen zu einer kleinen Hautrötung mit schwarzem Zentrum, aus der sich in den folgenden Tagen ein Karbunkel mit ausgedehnter Umgebungsreaktion, örtlichen Lymphknotenschwellungen und fieberhaften Allgemeinerscheinungen entwickelt. Lebensbedrohliche Komplikationen sind möglich. Die Infektion erfolgt über kleine Hautverletzungen bei Umgang mit Tieren (Wiederkäuern) oder deren Fellen. Ärztliche Behandlung (Antibiotikum) erforderlich.

MYCETOM

siehe unter Madurafuß

MYIASIS

siehe unter Hautmaden

ONCHOZERKOSE

Die erwachsenen Würmer dieser Filarien-Art leben aufgeknäuelt in Knoten, die bisweilen unter der Haut sichtbar und tastbar sind. Ihre Larven bewegen sich in der Haut und verursachen starken Juckreiz und chronische Hautentzündungen. Bei schweren Fällen können sie das Auge befallen und schädigen ("Flußblindheit"). Die Übertragung erfolgt durch kleine, tagaktive Stechmücken (Simulien, "blackflies"), die in schnell fließenden Wasserläufen brüten. Die Inkubationszeit kann ein Jahr oder mehr betragen. Die Krankheit setzt gewöhnlich einen längeren Aufenthalt im Endemiegebiet voraus und betrifft vorwiegend Einheimische, unter denen sie ein großes medizinisches und soziales Problem darstellen kann. Diagnose durch Blutteste und Nachweis der Würmer in der Haut oder in den Knoten. Behandlung durch Spezialisten (Tropenmediziner).

OPISTHORCHIS

siehe unter Leberegel, kleiner

ORIENTBEULE

siehe unter Hautleishmaniase

OROYAFIEBER

siehe unter Bartonellose

PEST

Bakterielle Erkrankung von Nagetieren (Ratten) in bestimmten, meist abgelegenen Gebieten (Naturherden), die durch Flöhe auf den Menschen übertragen werden kann. Inkubationszeit 2-6 Tage. Plötzlicher Beginn mit hohem Fieber, schwerem Krankheitsgefühl und Schwellung einer Lymphknotengruppe (meist in der Leiste). Lungenentzündung und Sepsis sind lebensbedrohliche Komplikationen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch kann vorkommen und führte in früheren Jahrhunderten zu schwersten Epidemien. Heute beschränkt sich die Erkrankung auf Einzelfälle oder kleinere Ausbrüche in der Nähe von Naturherden. Diagnose durch Bakteriennachweis.

PHLEBOTOMUS - FIEBER

siehe unter Stechmücken-Fieber

POLIOMYELITIS (Kinderlähmung)

Diese Viruserkrankung findet sich noch in einer Reihe von altweltlichen Entwicklungsländern. Die Ansteckung erfolgt auf faekal-oralem Weg. Die Inkubationszeit beträgt 7-14 Tage. Anfangssymptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Verdauungsstörungen, da sich das Virus zunächst im Darm vermehrt. Über die Blutbahn kann es an das Nervensystem gelangen, wo es in etwa 1 von 100 Fällen Lähmungen verursacht. Dieses Risiko steigt mit dem Alter, es ist geringer bei Kindern, höher bei Erwachsenen. Die Diagnose wird durch Antikörper im Blut oder Virusnachweis im Liquor oder Stuhl gesichert. Die Patienten sind im Anfangsstadium infektiös und sollten isoliert werden. Besondere Vorsicht ist mit den Ausscheidungen (Stuhl) bis zu 6 Wochen geboten.

Q - FIEBER

Grippe-ähnliche bakterielle Erkrankung mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, schwerem Krankheitsgefühl, Lichtscheu, Husten, bei älteren Menschen nicht selten durch Lungen- und Herzmuskelentzündung kompliziert. Im allgemeinen ist der Verlauf gutartig, die Rekonvaleszenz verzögert. Erreger-Reservoire sind Tiere, bes. Rinder, Schafe, Ziegen, unter denen die Krankheit durch Zecken übertragen wird. Der Mensch infiziert sich durch Inhalation von tierischen Ausscheidungen über die Atemwege, selten durch infizierte Milch, Zeckenstich oder von Mensch zu Mensch. Inkubationszeit 2-4 Wochen. Diagnose durch Blutuntersuchung.

RÜCKFALLFIEBER

Bakterielle Infektion (Borrelien), die durch Zecken oder Läuse übertragen wird. Inkubationszeit 4-18 Tage. Die einzelnen Fieberphasen, die mit Kopf- und Gliederschmerzen einhergehen, dauern 2-7 Tage, die fieberfreien Intervalle können einige Tage bis 3 Wochen betragen. Diagnose durch Erregernachweis aus dem Blut.

RUHR, BAKTERIELLE (Shigellose)

Nach einer Inkubationszeit von 2-3 Tagen verursachen Ruhrbakterien (Shigellen) blutige Durchfälle, die unter krampfartigen Schmerzen entleert werden, verbunden mit Fieber (besonders bei Kindern) und allgemeinem Krankheitsgefühl. Die Übertragung erfolgt durch kontaminierte Nahrung oder Trinkwasser. Die klinische Diagnose kann durch Bakteriennachweis im Stuhl (Kultur) gesichert werden.

RUNDWÜRMER DES DARMES

Diese Darmparasiten sind meist harmlos und verursachen nur bei stärkerem Befall Beschwerden. Einige können bei empfindlichen Personen zu allergischen Hauterscheinungen führen. Spulwürmer machen bes. bei Kindern manchmal Bauchschmerzen, selten einen Darmverschluß. Madenwürmer (Oxyuren) führen zu Juckreiz am After mit entzündlicher Hautreizung in der Umgebung. Die Infektion erfolgt durch Aufnahme von Wurmeiern mit der Nahrung, z.B. rohe Früchte, Salate, Gemüse, die zuvor mit menschlichen Fäkalien gedüngt oder sonstwie verunreinigt sind. Die Verbreitung der Madenwürmer wird durch mangelhafte Hygiene insbesondere unter Kindern begünstigt. Die ca. 1 cm langen, fadendünnen Würmer sieht man am besten abends in der Umgebung des Afters. Spulwürmer sind 20-30 cm lang und gehen gelegentlich mit dem Stuhl ab. Ansonsten wird die Diagnose mikroskopisch durch den Ei-Nachweis erbracht, der häufig ein Zufallsbefund bei Routineuntersuchungen ist.

SCHLAFKRANKHEIT

Erkrankung durch Einzeller (Trypanosomen), die nur im trop. Afrika vorkommt. Übertragung durch Tsetsefliegen in abgelegenen Regenwaldgebieten, Savannen, Galeriewäldem von Flüssen, Tierreservaten und Rinderfarmen. Die Krankheit tritt in Einzelfällen oder kleinen Ausbrüchen unter der einheimischen Bevölkerung auf. Touristen sind kaum gefährdet, ein gewisses Risiko besteht bei Wildtierjagden in Endemiegebieten. Der Stich der Tsetsefliege verursacht eine schmerzhafte Schwellung, die normalerweise nach 24 Stunden abklingt. Bleibt sie über mehrere Tage oder Wochen entzündet und vergrößern sich die örtlichen Lymphknoten, muß sofort ein Arzt aufgesucht werden. Unbehandelt verläuft die Krankheit weiter mit unregelmäßigem Fieber, Allgemeinerscheinungen und Befall innerer Organe. Nach Monaten kommt es zu einer chronischen Hirnentzündung mit Persönlichkeitsveränderungen, Verwirrtheitszuständen, Kräfteverfall und Todesfolge. Die Erreger lassen sich anfangs an der Stichstelle, später in Lymphknoten, Blut oder Liquor nachweisen.

SHIGELLOSE

siehe unter Ruhr, bakterielle

STECHMÜCKEN-FIEBER (Phlebotomus-Fieber)

Häufige, harmlose Viruserkrankung, die durch kleine Stechmücken (Phlebotomen, "Sandfliegen") übertragen wird. Nach einer Inkubationszeit von 3-4 Tagen kommt es zu einem grippe-ähnlichen Krankheitsbild mit Fieber, Kopf-, Augen-, Muskel- und Gelenkschmerzen, das innerhalb einiger Tage spontan abklingt ("Dreitage-Fieber"). Selten entwickelt sich eine Hirnhautbeteiligung.

TETANUS (Wundstarrkrampf)

Tetanusbakterien können bei Wunden jeder Art, auch bei Bagatellverletzungen, in die Haut gelangen. Besonders gefährdet sind mit Straßenstaub oder Erdreich verschmutzte Wunden und Tierbisse. Die Erreger sondern ein Gift ab, das nach einer Inkubationszeit von 1-2 Wochen (die Wunde ist meist schon verheilt) zu schweren, schmerzhaften Muskelkrämpfen und Lähmungen mit Todesfolge führen kann. Die Diagnose wird aus den klinischen Symptomen gestellt.

TOLLWUT

Viruserkrankung von Tieren, die gelegentlich auf den Menschen übertragen wird und immer tödlich endet. Die Inkubationszeit liegt in der Regel zwischen 1-3 Monaten. Infektiös ist der Speichel eines tollwütigen Tieres, und zwar 3-5 Tage vor Ausbruch der Symptome bis zu seinem Verenden nach 7-10 Tagen. Der Mensch infiziert sich durch Bißverletzungen, meist von Hunden und Katzen, aber auch durch Einbringen von deren Speichel in verletzte Hautstellen oder unverletzte Schleimhäute (Augen). Die Krankheit beginnt beim Menschen mit Schmerzen und Kribbeln im Bereich der meist bereits verheilten Bißstelle und führt über Krämpfe, Erregungszustände und Lähmungen innerhalb von 2 Wochen zum Tod.

TOXOCARIASIS

Toxocara ist ein Spulwurm von Hunden und Katzen, der beim Menschen nur sehr selten Probleme macht. Wenn mit dem Tierkot ausgeschiedene Wurmeier verschluckt werden (Kinder!), können die Larven im menschlichen Körper umherwandern, verschiedene Organe sowie das Auge befallen und zu unterschiedlichen Beschwerden führen. Die Diagnose und Behandlung ist nicht einfach und erfordert meist einen Spezialisten.

TRICHINOSE

Die Infektion mit diesem Rundwurm erfolgt durch Aufnahme der Larven mit rohem Fleisch, vorwiegend vom Schwein, aber auch von einer Reihe von Wildtieren. Nach 1-2 Tagen beginnt die Erkrankung mit Durchfall und Erbrechen. Einige Tage später kommt es zu Fieber, starken Muskelschmerzen und allergischen Hauterscheinungen. Typisch ist ein aufgedunsenes Gesicht mit roten Augen. Das schwere Krankheitsbild klingt unbehandelt im Verlauf von ca. 6 Wochen ab. Organkomplikationen sind möglich. Die Krankheit kommt weltweit in kleineren oder größeren Ausbrüchen vor, ist bei uns durch gesetzliche Fleischbeschau selten. Diagnose durch klinische Symptome und Blutuntersuchung. Medikamentöse Behandlung ist möglich.

TSUTSUGAMUSHI - FIEBER (Milben-Fleckfieber)

Erkrankung durch Bakterien (Rickettsien), die durch Milben übertragen wird. Nach 10 - 12 Tagen entwickelt sich an der Stichstelle eine kleine Entzündung mit schwarzer Kruste. Gleichzeitig schwellen die benachbarten Lymphknoten an, es kommt zu Fieber, Kopfschmerzen und fleckförmigem Hautausschlag. Schwere Verläufe mit Hirnentzündung sind möglich. Die Milben, die normalerweise an Tieren saugen, befallen den Menschen z.B. bei Buschwanderungen in endemischen Gebieten. Die Infektion ist bei Touristen sehr selten. Diagnose durch klinische Symptome und Blutuntersuchung.

TUBERKULOSE

Die Tuberkulose, bei uns heute eine seltene Erkrankung, ist in Entwicklungsländern noch weit verbreitet. Die Inkubationszeit kann mehrere Monate betragen. Die Übertragung erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion aus dem Sputum infizierter Personen, gelegentlich auch über infizierte Kuhmilch. Die Ansteckungsgefahr ist nicht sehr groß, gewöhnlich erfordert sie längeren Kontakt mit einem Kranken. Typische Zeichen für eine Lungentuberkulose sind anhaltender Husten, Fieber, Schweißneigung, Appetitverlust und Gewichtsabnahme. Gelegentlich gibt es schwere, akute Verläufe sowie Befall anderer Organe, z.B. der Hirnhäute.

TYPHUS

Typhusbakterien werden mit verunreinigter Nahrung und Trinkwasser aufgenommen. Nach einer Inkubationszeit von ca. 2 Wochen entwickelt sich hohes Fieber mit schwerem Krankheitsgefühl und Lethargie, das unbehandelt mehrere Wochen anhalten kann. Komplikationen wie Darmblutung und Bauchfellentzündung können tödlich verlaufen. Beim "Paratyphus" handelt es sich um verwandte Erreger, die ein ähnliches, meist etwas milderes Krankheitsbild hervorrufen. Die Diagnose ist aus dem Blut, später aus dem Stuhl zu sichern.

VIRALE HÄMORRHAGISCHE FIEBER

Hierbei handelt es sich um eine Gruppe von schweren Viruserkrankungen, die bei Reisenden extrem selten vorkommen. Nach einer Inkubationszeit von 7-21 Tagen beginnen sie mit hohem Fieber und Grippegefühl, gefolgt von Blutungen in Haut und Schleimhäuten mit Beteiligung innerer Organe. Sie treten nur in ländlichen Gebieten auf und werden durch Kontakt mit kleinen Nagetieren, in Afrika vereinzelt auch durch eine Affenart (Grüne Meerkatze), sowie durch erkrankte Menschen übertragen. Endemiegebiete sind für:

Lassa-Fieber: Westafrika (Liberia, Nigeria, Sierra Leone),

Ebola-Maridi-Fieber: Südsudan, nördliches Zaire,

Argentinisches-Hämorrh.-Fieber: Pampas-Regionen (Februar -August), Bolivianisches Hämorrh.-Fieber: Bolivien,

Venezuelanisches-Hämorrh.-Fieber: Venezuela.

WUCHERERIA

siehe unter Filariose

WUNDSTARRKRAMPF

siehe unter Tetanus

ZECKENBISSFIEBER

Hierbei handelt es sich um Krankheiten, die in verschiedenen Teilen der Welt von unterschiedlichen Bakterien (Rickettsien) verursacht und durch Zecken übertragen werden. Die Inkubationszeit liegt zwischen 3 und 14 Tagen. Häufig entwickelt sich an der Einstichstelle eine Entzündung mit schwarzer Kruste. Weitere Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen, Lichtscheu, Lymphknotenschwellungen sowie nach 3-5 Krankheitstagen ein fleckförmiger Hautausschlag. Schwere Verlaufsformen mit punktförmigen Hautblutungen und Hirnentzündung finden sich in den USA ("Rocky Mountains Spotted Fever"), vornehmlich in den Südatlantik-Staaten (Nord- und Süd-Carolina, Georgia, Virginia) sowie in Kansas und Oklahoma. Gefährdet sind besonders Abenteuer-Reisende, die im Freien übernachten. Diagnose durch klinische Symptome und Blutuntersuchung.

ZECKENENZEPHALITIS, EUROPÄISCHE

Bei dieser zeckenübertragenen Virusinfektion kann es 1-2 Wochen nach dem Stich zu einem grippalen Krankheitsbild kommen. In einem Teil der Fälle folgen nach kurzem, beschwerdefreien Intervall Komplikationen am Gehirn (Enzephalitis, Meningitis), die sich in starken Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Verwirrtheit oder Bewußtseinsverlust äußern und mit Fieber einhergehen. Die Übertragung erfolgt im Frühjahr und Sommer ("Frühsommer-Meningoenzephalitis", FSME). Hauptverbreitungsgebiete liegen in Süddeutschland (Württemberg, Bayern) sowie Teilen von Österreich, der Schweiz, Skandinavien und Osteuropa. Verwandte Viren finden sich vereinzelt auch im östlichen Sibirien und dem angrenzenden China. Gefährdet sind vor allem Personen, die in Beruf und Freizeit Zecken exponiert sind (Aufenthalt in Wäldern, Auen, Wiesen). Das Risiko ist insgesamt gering, da selbst im Hauptverbreitungsgebiet nur jede 50. bis 100. Zecke Virusträger ist und nur ein kleiner Teil der Infektionen beim Menschen angeht. In Einzelfällen wurden Virusübertragungen durch infizierte Milch, besonders von Schafen und Ziegen, beobachtet. Da die Erkrankung zu Todesfällen und Dauerschäden führen kann, ist sie trotz ihrer Seltenheit ernstzunehmen. Die Diagnose kann durch eine Blutuntersuchung gesichert werden.

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Die Bläschenerkrankung


Nach neuen Daten von DAN Europa beträgt das Risiko eines Dekompressionsunfalls 0,015 % (1 auf 6 604). Werden nur Tauchgänge oberhalb 30 m ohne Dekompressionspflicht berücksichtigt, beträgt das Risiko 0,0025 % (1 auf 40 227). Auch bei genauer Einhaltung der Dekompressionsvorschriften besteht grundsätzlich ein Restrisiko, doch zu erkranken. Das gilt auch für die Nullzeittauchgänge !

Dekounfälle stellen insgesamt nur ca. 20 % aller schweren Zwischenfälle beim Sporttauchen. Bei tödlichen Tauchunfällen führt die Panikreaktion mit nachfolgendem Ertrinken die Statistik an.

Neben der Panik mit nachfolgendem Ertrinken ist die Überdehnung der Lunge die häufigste Todesursache beim Tauchen. Sie entsteht, wenn sich das beim Auftauchen in der Lunge ausdehnende Atemgas nicht ausreichen abgeatmet werden kann. Für den Riss von Lungenbläschen genügt ein geringer Druck. Er wird erreicht, wenn ein Taucher aus 2 m Wassertiefe nach vollständiger Einatmung mit angehaltener Luft an die Oberfläche schwimmt (Schwimmbadtraining !). Neuere Untersuchungen haben kleinste Schwachstellen in den äußeren Lungenabschnitten auch bei völlig gesunden jungen Menschen nachgewiesen. Wird durch eine leichte Erkältung der zu diesen Bläschen führende Luftkanal durch Schleimhautschwellung verschlossen, reißt das Bläschen beim Auftauchen ein und die Luftbläschen werden mit dem Blut verschleppt (Air trapping).

Durch den Übertritt von Atemgas aus gerissenen Lungenbläschen kann es zu einer Luftembolie im Gehirn mit Übelkeit, Kopfschmerzen , Krämpfen und Schwindelzuständen, ins Rückenmark mit Lähmungen oder in die Herzkranzgefäße mit Herzinfarkt kommen.

Von diesen durch verschleppte Luftblasen hervorgerufenen Erkrankungen (arterielle Gasembolie) zu trennen ist die Schädigung durch Stickstoffblasen. Kleinste Stickstoffblasen im venösen Blut entstehen während nahezu jedem Tauchgang (!), auch bei sehr langsamen Aufsteigen.

Mikrostickstoffblasen im arteriellen Blut entstehen bei zu schnellen Aufstiegen und sind gefährlich, da sie wie die Luftblasen zur arteriellen Gasembolie führen.

Mikrostickstoffblasen im Gewebe entstehen während und nach einer ungenügenden Dekompression. Sie bewirken die Dekompressionskrankheit.

Im venösen Kreislauf bilden sich die Blasen hauptsächlich am Ende eines Aufstiegs und in den folgenden drei bis vier Stunden an der Oberfläche. Sie wandern in die Lunge, verstopfen die feinen Blutgefäße und behindern die Stickstoffabatmung. Dadurch erhöht sich der Stickstoffdruck im Blut des arteriellen Systems. Zehn bis dreißig Minuten nach dem Erreichen der Oberfläche erreicht dieses Phänomen seinen Höhepunkt. Nach zwei bis vier Stunden sind die Blasen verschwunden.

Bei mehreren Tauchgängen mit kurzem Oberflächenintervall sind die Gasblasen des letzten Tauchgangs noch nicht vollständig abgebaut, die Blasen vermehren sich nach jedem zusätzlichen Tauchgang. Die Behinderung der Stickstoffabatmung wird nach jedem Tauchgan größer. Außerdem steigt mit zunehmender Anzahl der Blasen die Gefahr, daß die Blasen den Lungenfilter überwinden und in das arterielle System eingeschleppt werden.

Wenn 40 % der Lungengefäße durch Stickstoffblasen belegt sind, kommt es zu stechenden Atembeschwerden (Chokes).

Die Dekompressionskrankheit wird nach den Beschwerden unterteilt:

Typ I.
Nur Schmerzen, die bis 24 Stunden nach dem Tauchgang auftreten. Gelenk- und Muskelschmerzen (Bends), Hautsymptome (Taucherflöhe). Typ I kann vor allem bei längeren Tauchzeiten im flachen Wasser auftreten (krank sind die "langsamen" Gewebe).

Typ II:
Krank werden Gehirn, Rückenmark, Herz und Lunge (die "schnellen" Gewebe). Beginn innerhalb von Minuten bis zu zwei Stunden nach dem Tauchgang.

Gehirn: Kopfschmerzen, Seh-, und Sprechstörungen, Bewußtseinsstörung, extreme Müdigkeit.

Rückenmark: Lähmungen, am häufigsten strumpfhosenförmige Gefühlsausfälle, verbunden mit einer Schwäche der Beinmuskulatur, Blasen- und Mastdarmlähmung.

Innenohr : Schwindel und starkes Erbrechen, Ohrgeräusche, Hörverlust.

Lunge : Stechende Schmerzen bei tiefer Atmung.

Ein führender Taucharzt aus den USA, Prof. Elliot, beendete seinen Vortrag auf einem Kongreß mit dem Wunsch an seine Zuhörer: "That all your bubbles remain silent".

Dem ist nichts hinzuzufügen.


Anmerkung: Ein Großteil der hier aufgeführten Informationen habe ich der HomePage von Udo Blatzheim entnommen. Ich möchte an dieser Stelle ein großes Lob und meine Anerkennung über die Arbeit aussprechen, die sich hinter dem Zusammentragen dieser Daten verbirgt.
Besuchen Sie auch die HomePage von Udo Blatzheim zum Thema Tauchen

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