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Wiedemann, Gründungsurkunde
136 Jahre ( Stand 1996 ) ist es jetzt her , daß sich einige wenige Bürger Glückstadts entschlossen haben, auch in unserer Stadt das Turnen , das damals noch unter dem Namen Leibeserziehung lief, einzuführen . Während dieser Zeit gab es immer viele Sportbegeisterte, die es schafften, sich den unterschiedlichen Anforderungen und zeitbedingten Veränderungen anzupassen .Um diese Leistung zu würdigen, sollte man die wechselvolle politische Entwicklung in den letzten 130 Jahren bedenken.Doch fangen wir erst einmal von vorne an . Die 40er Jahre des 19. Jahrhunderts brachten eine Wende in der sogenannten Leibeserziehung . Die Turnsperre wurde aufgehoben; Leibesübungen wurden für die männliche Erziehung sogar für notwendig gehalten .Gründe für diesen Umschwung waren gesundheitliche Argumente. Man erhoffte sich den heilsamen Einfluß des Sports auf Ordnung, Zucht und Sitte und einen Beitrag zur Wehrertüchtigung.Etwa ab 1860 nahm die Turnbewegung einen Aufschwung. Die Zahl der Vereine stieg in Deutschland innerhalb weniger Jahre von 100 auf fast 2000 an. Bereits in dieser Anfangszeit der Leibeserziehung , nämlich am 8.10.1860, wurde ein Glückstädter Turnverein gegründet. Aus diesem Verein, der von Gustav Wiedemann ins Leben gerufen wurde, ging später der ETSV Fortuna Glückstadt hervor. Als erstes wurde eine Knabenabteilung gegründet mit dem Ziel, die Jugend möge tugendsam und tüchtig, rein und ringartig, keusch und kühn, wehrhaft und wahrhaft werden.Im Sommer fanden die Übungen in dem damaligen Bahnhofsgarten , im Winter im Tanzsaal eines Gasthofes statt. Bereits nach drei Jahren entsandte die Glückstädter Turngemeinde 11 Turner zum Turnfest in Leipzig. Dieser erste allgemeine Aufschwung währte jedoch nur etwa zehn Jahre . Nach einer Phase der Bedeutungslosigkeit des Sports wurde 1876 jedoch der Wunsch laut, einen neuen Verein zu gründen. 58 Mitglieder schlossen sich am 19.8.1876 zum Männer - Turnverein ( später VfL Glückstadt) zusammen. Jedoch erst acht Jahre später wurde diesen Turnern erlaubt, in der Turnhalle des Gymnasiums zu üben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begann man, die bis dahin in Glückstadt noch unbekannten Sportarten Fußball, Handball, Schwimmen,Athletik,Faustball, Schlagball und Tennis, zu betreiben.Diese Sportarten lösten eine große Begeisterung aus, so daß die Gemeinde der Sportler und Turner ständig zunahm. Diese Gemeinde konnte sich jedoch, wie überall in Deutschland, nicht dem Zugriff der Nationalsozialisten entziehen. Der Krieg hinterließ große Lücken in der Turn- und Sportgemeinschaft, so daß der Neubeginn nach 1945 vor erheblichen Problemen stand. Räumliche Schwierigkeiten und die Bedenken der Besatzungsmacht erschwerten einen Neuanfang. Die Alliierten befürchteten, daß der Sport zu einer neuen Keimzelle des nationalen Gedankens werden könnte. So kam der Sportbetrieb nur langsam wieder in Gang.Zur Gründung des ETSV Fortuna kam es dann am 27.10.1949. Zahlreiche Sportler waren Mitglieder des jetzt nicht mehr existierenden Vereins VfL Reichsbahn gewesen. Auf ihren Wunsch wurde der Name Eisenbahner Turn - und Sportverein Fortuna Glückstadt e.V. gewählt. Die Sportler konnten neben der Turnhalle des Gymnasiums auch die Turnhalle des Eisenbahnausbesserungswerkes benutzen. Der Rasensport wurde auf dem Sportgelände der Firma Temming ausgeübt. Die Nutzung des Platzes war jedoch nur in beschränktem Umfang möglich,weil er gleich nach dem Krieg als Abstellplatz für Panzer und andere schwere Militärfahrzeuge dient und dadurch schwer gelitten hatte. Daher bestand der Wunsch, eine vereinseigene Anlage zu schaffen. Mit Unterstützung von Geldern aus dem Fußballtoto konnte der Bau einer Rasensportanlage am Neuendeich finanziert werden. Diese Anlage umfaßte einen Fußballrasenplatz, einen Grandplatz und Einrichtungen für Disziplinen der Leichtathletik. Im Laufe der 50er Jahre wurde ein Schwimmbad eröffnet. Daß neben der Breitenarbeit der Leistungssport nicht zu kurz gekommen ist, beweisen unzählige Siege Glückstädter Sportler. Doch ganz besonders stolz sind die Glückstädter darauf, daß ein Olympiasieger im Zehnkampf aus ihrem Verein kommt. Willi Holdorf ist und bleibt das Vorbild dafür, daß es möglich ist, die Grundlagen für große Erfolge in kleinen Vereinen zu schaffen. Ihm zu Ehren wurde 1964 die Sportanlage am Neuendeich in Willi- Holdorf -Platz umbenannt. Aus einer Handvoll Mitglieder entwickelte sich ein leistungsfähiger Verein mit ca. 2000 Sportlern.
Willi Holdorf
Seit 1993 ist Uwe Thomsen der 1. Vorsitzende des ETSV Fortuna
Glückstadt.Die Zahl der Mitgliedes steigt stetig ( Ende 1995
waren es ca.2400 Mitglieder).Die Finanzen sind in Ordnung ;
derzeit ist eine neue Sportplatzanlage am Molenkiekergang im Bau
. Außerdem ist eine Gymnastikhalle geplant .
Die Sportstätten:
Heute stehen den Sportlern vier Fußballfelder und vier
Sporthallen zur Verfügung.Außerdem dürfen die Sportstätten
der Bundeswehrkaserne genutzt werden.Es gibt ein großes Angebot
an Sportarten, wobei in den Sportarten Judo, Tae Kwon Do, Hand-
und Fußball und Turnen besonders erfolgreich Jugendarbeit
praktiziert wird .
Die Zeitschrift :
Etwa alle zwei Monate erscheint für die Mitglieder des Vereins
eine kleine Vereinszeitschrift , der Fortuna - Express . In
diesem Heft mit einer Auflage von 1200 Stück werden neue
Sportarten und Trainingsgruppen vorgestellt . Außerdem wird von
Erfolgen der Sportler,Ausflüge, ... berichtet . Seit März 1996
kann man eine kleine Vereinschronik im Fortuna
Express finden . Hier werden alte Fotos gezeigt und es wird u.a.
.über ehemalige Mannschaften und Sportarten geschrieben .
Die großen Veranstaltungen
Jedes Jahr am ersten Sonntag im Dezember zieht das traditionelle Nikolausturnen zahlreiche Besucher in die Nord - Sporthalle . Unter einem bestimmten Motto zeigen hier junge und alte Sportler in bunten Kostümen und vor tollen Kulissen ihr Können .Ein weiteres großes Ereignis ist der Fortuna - Tag . Am 11. Juni 1995 wurde er zum ersten Mal durchgeführt . An diesem Tag, an dem Sportler aus alle Sparten ihre Sportart vorstellten, kamen über 1000 Zuschauer in die Glückstädter Sporthalle.
Die Geschichte des Glückstädter Handballs
läßt sich bis ins Jahr 1911 zurückverfolgen. Damals begann zum
ersten Mal eine Glückstädter Herrenmannschaft, auf dem
Großfeld zu spielen. Bis ins Jahr 1927 hatten sich dann zwei
Vereine gebildet: der VfL und Fortuna Glückstadt, in denen je
zwei Damen- und drei Herrenmannschaften spielten.Bis ca. 1938
bestanden diese beiden Vereine, doch dann lösten sich beide
Handballsparten auf. In den Jahren 1945/46 jedoch wurden beide
Vereine wieder gegründet und nach heftigen Konkurrenzkämpfen
1949 zu einem Verein zusammengeschlossen: dem ETSV Fortuna
Glückstadt.
In den 50-er Jahren hatte man gute Kontakte zu damaligen
DDR-Mannschaften, mit denen man einige Freundschaftsspiele auf
dem Großfeld bestritt.1960 jedoch löste sich die Handballsparte
erneut auf, wurde aber 1963 schon wieder neu gegründet. Der
Spielbetrieb wurde für Jungen, Mädchen und Damen wieder
aufgenommen. Erst 1972 gab es in der Glückstädter
Handballsparte auch wieder eine Herrenmannschaft. Inder Saison
73/74 kam sogar noch eine zweite hinzu. Heute hat der ETSV
Mannschaften fast aller Altersklassen zur Punktspielsaison
gemeldet, die hoffentlich alle gute Ergebnisse erreichen können.
Die Judoabteilung des ETSV wurde am 01.01.1971 mit 33 Mitgliedern gegründet.Nach mehreren, sich lohnenden Besuchen von Meisterschaften stieg die Mitgliederzahl jedoch ständig an, so daß die Aufnahme sogar zeitweise gestoppt werden mußte. 1980 kam die Judoabteilung schon auf 100 Mitglieder, eine Zahl, die aber immer weiter steigt.Weitere Informationen und Trainingszeiten können Sie auf der Seite" Aktuelle Angebote und Informationen " finden .
