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Detlef
Detlefsen
Der Jahresbericht
Die folgenden Ausführungen stützen sich im wesentlichen auf die "Chronik der Vereinigung", die Pastor Eduard Messer 1912 zum 25-jährigen Bestehen verfaßte, sowie auf die Abhandlung unseres langjährigen und von allen verehrten Sprechers Max Tiessen, die er 1937 aus Anlaß des 50-jährigen Bestehens mit dem Titel "Zur Geschichte unserer Vereinigung" und 1957 aus Anlaß der 70-Jahrfeier unter dem Titel "Betrachtungen über die Zeit 1937-1957" veröffentlichte. Da viele unserer jüngeren Mitglieder verständlicherweise die bewegte Geschichte der Primanervereinigung nicht kennen, wird hier der Versuch unternommen, das Wesentliche möglichst kurz darzulegen, wobei wichtige Zeitabschnitte allerdings einen größeren Raum einnehmen.1912 schrieb Pastor Eduard Messer in seiner "Chronik der Vereinigung": "Als Quellen habe ich nur außer meinem eigenen Gedächtnis und dem einiger Mitbegründer die jährlichen Berichte, die außer dem 15. vorlagen, benutzen können.Um es gleich vorwegzunehmen: der eigentliche Gründer und für die ersten Jahre des Bestehens die Seele der Vereinigung war der Referendar Konrad Steffens in Glückstadt, geb. 25. November 1861 daselbst, gest. 12 August 1904 im Eppendorfer Krankenhaus, der infolge eines schweren Lungenleidens aus dem Staatsdienst hatte ausscheiden müssen, ein hervorragend und vielseitig begabter Mann, der trotz mancher übler Erfahrungen auf der Schule, die sich aus dem Widerstreit seines lebhaften, schnell auffassenden vorwärtsstrebenden Geistes mit dem stark bürokratischen Schulbetrieb ergaben, mit ganzem Herzen an seiner Heimatstadt und seiner heimatlichen Schule hing. Der damalige Direktor des Gymnasiums, Detlefsen, hatte die Einrichtung getroffen, alle zwei Jahre die älteren ehemaligen Schüler des Gymnasiums zu einer Zusammenkunft zu versammeln. Ausgeschlossen von der Zusammenkunft waren aber die noch nicht zu einer festen Lebensstellung gelangten Schüler. Von dieser Bestimmung wurden und fühlten sich vor allem die Studenten betroffen. Mutmaßlich schienen sie dem Leiter der Zusammenkünfte ein zu unruhiges Element, eine Befürchtung, die nach den Erfahrungen, die der Herr Direktor mit seinen Primaner gemacht hatte, nicht unbegründet war. Genug, wir damaligen Schüler empfanden diesen Ausschluß als eine Ungerechtigkeit und Zurücksetzung. Aus dieser Empfindung heraus, die offenbar berechtigt war, wenn man bedenkt, daß das Interesse an der Schule gerade bei den Jüngeren noch am lebhaftesten ist, entstand bei Konrad Steffens der Plan der Gründung eines Vereins jüngerer ehemaliger Schüler. Der Plan fand freudigen Beifall, und seine Ausführung wurde an dem für unser Land historischen Tage der Erhebung, am 24. März 1884, auf der Bude von Johannes Lohse, genannt Hannibal Lohse, aus Wilster, der eben sein Abitur bestanden Hatte, im Hause der Witwe Sönnichsen am Deichtor beschlossen. Die Namen der dort Versammelten und somit der Gründer sind folgende: Otto Bünz, Hans Eller, Konrad Götsche, Johannes Lohse, Karl Mehrmann, Eduard Messer, Klaus Petersen, Konrad Steffens, Martin Wilde, Paul Wulf.Der Verein ist somit aus Oppositionsgelüsten, die aus der Schulzeit in uns nachhallten, entstanden, mit der ausgesprochenen Absicht, die Zusammenkunft der älteren Jahrgänge mit der Zeit zur Auflösung zu bringen.Das Material für die Neugründung war vorhanden, denn der Verein wollte zunächst die ausgestaltete Fortsetzung der seit dem 2. August 1879 bestehenden Schülerverbindung "Holsatia" sein, deren Suspendierung am 14. Oktober 1894 erfolgt ist. Der neue Verein wollte mehr sein als eine lose Vereinigung, wie schon der nach vielen Kopfzerbrechen schließlich gefundene Name "Freundschafts-Verein ehemaliger Primaner" besagt. Dementsprechend wurde auch anfangs nur eine beschränkte Anzahl zur Aufnahme für würdig gehalten. Bei der Beratung bei der Aufnahmefähigkeit wurde scharf gesiebt. Wer sich irgendwie unbeliebt gemacht hatte oder gegen die Gebote der Kameradschaft verstoßen, wurde abgelehnt. Als Maßstab wurden die studentischen Ehrbegriffe, wie sie etwa in einer freischlagenden Verbindung gelten, angelegt. Naturgemäß ließ sich dieser Anspruch auf die Dauer nicht halten. Noch auf der ersten am 31. August 1887 im Lokale des Holsteinischen Hofes" in Glückstadt abgehaltenen Jahresversammlung wurde dementsprechend der Name des Vereins aus Freundschaftsverein" in Vereinigung" verändert. Dieser Name ist beibehalten.Damit war der Verein aus dem Stadium des jugendlichen Ungetüms heraus, und in ruhige Bahnen eingetreten, in denen er sich weiter entwickelt hat. Nach dem von Konrad Steffens entworfenen und von der ersten Jahresversammlung nach wenigen Änderungen angenommenen Statut hat der Verein den Zweck, durch Sendung von Jahresberichten und durch jährliche Zusammenkünfte in Glückstadt die Beziehungen zwischen ehemaligen Schülern in Glückstadt zu pflegen.Diesen Zweck hat er dankt der gewissenhaften Arbeit seiner jeweiligen Sprecher zur Freude seiner Mitglieder, die mit Spannung den jährlichen Bericht erwarten und auf den Versammlungen das Wiedersehen mit alten Freunden und Kameraden genießen, treulich erfüllt. Als Termin der Jahresversammlung wurde der 31. August bestimmt."Dieses Datum wurde gewählt, weil die Studenten dann Semesterferien hatten und weil am 2. September der Sedantag gefeiert wurde. Den 1. September nutzte man, um sich von den Strapazen des Primanertreffens zu erholen. Frühschoppen und Kegeln waren angesagt. Am Sedantag konnte dann wieder gefeiert werden. Als die Gründer der Vereinigung dem Studentendasein entwachsen waren, wurde, so schrieb wiederum Messer, mit der Zeit die Feier, die bis 1893 in dieser Weise abgehalten wurde, wesentlich eingeschränkt."Die Veranlassung gab ein Übereinkommen, mit den älteren Jahrgängen zusammen zu feiern, was zuerst 1894 am 26. Juli geschah, aber nur einmal am 8. Oktober 1898 wiederholt wurde. Die Art der Repartierung der Unkosten störte das Einvernehmen. Die Kosten des Mittagessens, das die älteren Herren wünschten, war für viele der jüngeren zu hoch. Als dann auf die Einladung unseres Vereins an die Älteren, am 31. August 1891 am Kommers teilzunehmen, keine Antwort erfolgte, wurde endgültig von einer gemeinsamen Feier Abstand genommen. Für die Zukunft war der 31. August als Termin der Versammlung festgehalten. Nur einmal im Jahre 1895 wurde, da der 31. August auf einen Sonnabend fiel, mit Rücksicht auf die Pastoren der 29. August gewählt. 1892 fiel die Versammlung infolge polizeilicher Verfügung wegen herrschender Cholera aus.Zu dem herkömmlich gewordenen Verlauf der Feier trat seit 1901 zwischen Konvent und Kommers noch ein gemeinsames, einfaches Abendessen."Der Vereinigung durften bis 1895 nur ehemalige Primaner beitreten. Danach war es jedoch auch Schülern unterer Klassen möglich, einen Aufnahmeantrag zu stellen. Schon bald machte, so Messer, die anfängliche Opposition gegen den Direktor einem herzlichem Einvernehmen mit unserem allverehrten Direktor Detlefsen und dem Gymnasium überhaupt Platz".Der Vorstand und hier in erster Linie er Sprecher war mit der Aufgabe betreut, das alljährliche Treffen zu organisieren und rechtzeitig die Jahresberichte herauszugeben. Letztere Aufgabe ist im Laufe der Zeit zu einer nicht unerheblichen Arbeit" angewachsen. Als Max Tiessen 1937 den 50. Jahresbericht herausgab, zählte die Primanervereinigung 300 Mitglieder. 20 Jahre später waren es 425., in den Jahren von 1977-1987 stieg die Mitgliederzahl von 772 auf 1021 alte Primaner.