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Muliritt Engadin
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Sommerritt Saignelegier
SchynigePlatte Faulhorn
Jakobsweg
Appenzell

Diese Seite wurde zusammengestellt von ManfredWeber nach Dokumenten von PeterZwahlen Haldenweg 12


Letzter Nachtrag
24.03.11

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Die Kutschensammlung soll aufgehoben werden

Aus Hauszeitung Nr.48 Frutiger Intern Nov.1993
Bevor ich richtig gehen konnte, hat mich mein Onkel auf seinBauernpferd gesetzt. Nicht in jedes Skilager bin ich mitgegangen. Neinich bevorzugte die Holzerarbeit mit den Pferden im Wald. VieleSchulferien verbrachte ich im Landdienst. Die Arbeit mit Pferden warmir das Allerwichtigste. Dies reichte natürlich nicht aus um Bauerzuwerden. Nur das Bauernblut meiner Vorfahrenin meinen Adern ist mir geblieben und somit der wichtigste Ausgleichzum strengen Bauberuf entstanden.

Den ersten Kontakt mit Maultieren hatte ichin der Train-Rekrutenschule 1965. Damals hatteich nicht geahnt, dass nach der RS noch weitere 1000 Diensttage inguter Kameradschaft mit Bauern, Pferden und Mulis folgen würden.Meinenletzten Auszugs-WK als Hauptmann absolvierte ich als Kadi derTrain-Kolonne 1/5 mit "150 Mann, 99 Pferden und 1 Maultier"; Kolonne nennt man beim Train die Kompanie, eine wahrhaft rassige Sache war's
Fast so rassig wie die nun folgendeAusland-Baustellen-Zeit mit der Firma Frutiger.
In L
ibyen, wie später auchinSaudi Arabien (wie könnte es anders sein.), beschäftigten wiruns inder knappen Freizeit - zusammen mit den andern Familien - mit unserem,,Eselgestüt". In der. Wüste mit den Kindern verwilderteEsel;einfangen, zähmen, reiten, Eselkarren basteln und damit durch denSandgaloppieren. Die Betreuung der Tiere, der Unterhalt der Ställe und Umzäunungen war für die Kinder eine sinnvolle undbegeisterndeFreizeitbeschäftigung.
Zurückin der Schweiz, kauften wir die zweijährige Maultierstute,,Senta".Senta ist ein CH-Maultier und stammt von einer Freibergerstute und vomEselhengst "Diomede" ab. Seit 12 Jahren ist nun Senta ein wichtigesFamilienmitglied. Vielseitig haben sich die Freizeitaktivitätenmitunseren Muli entwickelt:
Reiten, Fahren, Basten, etc.... Ein wenig stolz bin ich natürlichschon, dass es mir gelungen ist, das junge Tier ohne fremde Hilfeauszubilden. Von Anfang an war es möglich, dass die Kinder alleinmitdem Tier umgehen konnten. Sicher ist auch immer Glück dabei, wennnieetwas Gravierendes passiert. Viele Kinder aus dem Dorf sindmittlerweile erwachsen und haben noch Erinnerungen an die Reitabenteuermit Senta; wer hat wohl wen erzogen?

Zum praktisch täglichen Reiten kommennatürlich die besonderen Anlässe wie Ferienfahrten mit demPlanenwagen,die Bauernpferderennen Schwarzenburg, die Distanzritte, Trekking undTrail, Pferdeausstellungen. Wer von Ihnen kann sich das Gefühl beieinem nächtlichen Ritt durchs Simmental vorstellen? Oder mit derKutsche das Maultier ruhig und sicher durch den Stadtverkehr?Gemütlichund locker natürlich die Wanderungen wenn Senta das Gepäckfür dieganze Famille auf dem Rücken trägt...
Noch viele Prejekte habe ich auf meiner Liste. Z.B. vierspännigfahrenmit dem Landauer. oder Pilgerritt nach Santiago de Composteia. um nurzwei der geheimen Wünsche zu verraten.

Nun möchte ich Sie aber, liebe LeserinnenundLeser, auf mein wichtiges Anliegen hinweisen. Es geht mir um dieErhaltung und Wiederverbreitung des Maultiers als Freizeitpferd. EinArtikel in der NZZ 1988 hat mir bewusst gemacht, wie ungerecht es ist,dass ein Tier, welches für die kulturelle und geschichtlicheEntwicklung des Menschen so wichtig war, jetzt in Vergessenheitgerät,ja sogar vom Aussterben bedroht ist. Unendlich vieles wäre noch zuberichten: seien es Interessante geschichtliche Deteils, lustigeAnekdoten, Zitate berühmter Männer oder sonstige wichtigeInformationenrund ums Mull. Meine gesammelten Unterlagen sind mittlerweile zu einemansehnlichen Archiv angewachsen; Material aus allen Kontinenten.


Gelesen
inder Einlage Jubiläumsheft im Mitteilungsblatt Nr.1 April 1999 vonderInteressengemeinschaft für das Maultier.

Neben rund 20 Personen, welche die IGM gegründet haben und zumTeilimmer noch Mitglieder
sind, gibt es einige Maultiere, welche seit den Anfangszeiten der IGM immer wieder an
Veranstaltungen präsent waren, z.B. Katja, Foscolo, Cleopatra,Walesa,Rosie, Rama usw.
Von all diesen und noch anderen liessen sich Geschichten, Anekdoten,Gutes und Schlechtes
berichten. Stellvertretend für diese sei aber speziell Senteerwähnt.

Am 21.Feb.1979 geboren, wurde sie auf den Namen Sandra getauft, ihrVater war der im
Wallis stationierte Eselhengst Diomède. Ihre Grundausbildungwurde ihrvom bekannten
Maultieraufzüchter Fritz Brönnimann vermittelt. Im Alter vonzweiJahren kaufte sie Peter Zwahlen,
IGM-Gründungs- und langjähriges Vorstandsmitglied. Ihr erstesZuhausebei ihrem neuen
Besitzer war ein ausrangierter Kuhstall. Da der Name Sandra den Kindemvon Peter nicht
gefiel wurde sie in Senta umgetauft. In der Folge wurde sie immer mehrIn die Familie integriert,
obwohl Peter mit seiner Familie 2 Jahre berufshalber in Saudi-Arabienverbrachte. Nach der
Rückkehr in die Schweiz konnte sich Peter mehr um Sentakümmern. So begann er auch, mit
Senta an dem Bauernpferderennen in Schwarzenburg teilzunehmen. Da esdamals natürlich
noch keine Maultierfelder gab, durfte er bei den Freibergern starten.

In folgenden Jahren war Senta an vielen Ausstellungen und Pferdemessenpräsent, so an der
OFFA in St. Gallen, in Zürich, in Essen an der Equitana 91, an derBEA/Pferd in Bern. Sie war
in La Sarraz anlässlich der Sonderausstellung ,"Esel undMaultiere",auf dem Ballenberg, beim
Fest "100 Jahre Grimselpassstrasse" (Bundesrat Adolf Ogi erhielt dorteine Flasche Muli-Wy Bild
von der IGM). Sie trug auf Trekkings quer durch die Schweizer AlpenPersonen und andere Lasten.



Aucheinige Bilder von Peter und seinen Tieren, so wie der Hinweis auf dieEröffnung Museum der Landschaft Saanen mit WechselausstellungMaultierfindet man dort. Bereits in Früheren Ausgaben wie z. B. Nrn. 4/94,2/96kann man den Namen Peter Zwahlen und Senta finden.