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Das Wort kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Liebe. In der römischkatholischen Kirche wird es als zusammenfassende Bezeichnung für die aus der Gottesliebe entspringende Nächstenliebe und Wohltätigkeit gebraucht. Sie wird als Folge und Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott und Erfüllung seines Liebesgebotes verstanden und nicht nur dem einzelnen überlassen, sondern organisiert. Im Deutschen Caritasverband (Freiburg i. Br.) sind alle katholischen Wohltätigkeitseinrichtungen in der Bundesrepublik zusammengeschlossen. Darin sind rund 260000 hauptberufliche Mitarbeiter (darunter fast 37000 Ordensangehörige) und viele freiwillige Helfer in Pflege, Betreuung, Erziehung und Beratung für weit über eine Million bedürftige Bundesbürger beschäftigt. Neben den traditionellen Diensten wie Alten-, Behinderten-, Familien- und Gefährdetenhilfe werden auch neue Aufgaben aufgegriffen wie Hilfe für ausländische Arbeitnehmer und Drogenabhängige.
Mit dem Wort Chaos bezeichneten einige griechische Philosophen (Anaxagoras, Plato) den Welturstoff oder den Urzustand der Welt, also das Ungeformte. Heute wird es für Unordnung im Kleinen und im Großen gebraucht.
In der Bundesrepublik hat sich das Wort Chaoten als abfällige Bezeichnung für einzelne oder Gruppen eingebürgert, die durch ihr Verhalten mehr oder weniger absichtlich Unordnung und Störung in die Gesellschaft und deren Institutionen bringen, weil sie deren Herrschaftsformen ablehnen. Chaot wird nicht als Selbstbezeichnung gebraucht. Aber nicht wenige sogenannte Reformer und Revolutionäre hoffen darauf, durch weitgehende Zerstörung der bestehenden Ordnung ihre eigenen Ziele und Vorstellungen verwirklichen zu können.
Mit diesem Fremdwort (griechisch: Geschenk, Gnadengabe) werden alle Fähigkeiten und Talente einzelner Christen bezeichnet, die der Verbreitung des Glaubens an Jesus und dem Aufbau der Gemeinde dienen. Paulus nennt in seinen Briefen (Römer 12; 1.Korinther 12-14) einige Begabungen, die in den damaligen Gemeinden wirksam waren, z.B. Unterscheidung der Geister, sprachliche Überzeugungskraft, Lehre, Seelsorge, Hilfsdienste. Er geht davon aus, daß solche von Gottes Geist geschenkten Gaben in allen Gemeinden vorhanden sind, und zwar nicht nur bei denen, die darin ein besonderes Amt haben. Es kommt also darauf an, Begabungen einzelner Christen für den Gemeindeaufbau und die Vermittlung des Glaubens zu entdecken und einzusetzen. Da staunt dann nicht nur mancher Pfarrer über seine (früheren) Konfirmanden oder die Mutter über Sohn und Tochter als Gruppenleiter in der Jugendarbeit, sondern auch mancher Jugendliche und Erwachsene über sich selbst, welche Fähigkeiten sich bei ihnen in der Gemeinde und bei Aktionen zeigen: Organisationstalent, Gesprächsführung, Vermittlung zwischen Streitenden, Gemeindebriefgestaltung, ökumenische Kontakte, Altenhilfe oder die Kraft, Enttäuschungen auszuhalten - um nur einiges zu nennen, wo sich "Charisma" heute zeigt.
Die meisten dieser Gaben werden durch Erfahrung und Schulung gepflegt und verstärkt. Sie können sich sowohl in freier Beteiligung als auch in festen Organisationen entfalten.
Der Hinweis auf Gott als den Geber ist immer wieder nötig; denn wenn Christen sich selbst oder gegenseitig ihre Begabung als Verdienst anrechnen, beeinträchtigen sie nicht nur oft die beabsichtigte Wirkung, sondern verlieren mit der Zeit diese Fähigkeiten.
In den USA und auch in der Bundesrepublik gibt es charismatische Gruppen, in denen besondere Geistesgaben stark herausgestellt werden, z.B. die Pfingstbewegung.
Während das Wort "Christenheit" die Gesamtheit aller Anhänger des christlichen Glaubens bezeichnet, ist mit dem Begriff Christentum alles zusammengefaßt, was vom christlichen Glauben bewirkt und bestimmt worden ist und wird oder damit in einen ursächlichen Zusammenhang gebracht worden ist. Das geht über den engeren Bereich der christlichen Kirchen weit hinaus und zeigt sich z. B. in den Bereichen der Kultur, Politik, Moral, Kunst und Philosophie. Weil das Wort so unbestimmt ist, umfaßt es auch Erscheinungsformen und Verhaltensweisen, die im Widerspruch zu dem stehen, was der Stifter des christlichen Glaubens, Jesus von Nazareth, gewollt und gelebt hat (z. B. Kriege zwischen Christen, Unterdrückung und der auch im Christentum weiter bestehende krasse Unterschied zwischen arm und reich). Andererseits steckt darin die Voraussetzung, daß es in allen noch so verschiedenen christlichen Überzeugungen, Lehren und Gruppen etwas Gemeinsames gibt: Auch wenn die einen Jesus für Gottes Sohn halten, der Wunder getan hat und leibhaftig vom Tode auferstanden ist, andere aber ihn als einen vorbildlichen Menschen ansehen und nach seiner Lehre zu leben versuchen; wenn die einen als Christen bei einer Friedensdemonstration mitmarschieren und andere als Mitglieder einer christlich-sozialen Partei das für völlig falsch halten - sie gehören bei aller Gegensätzlichkeit zum Christentum, auch wenn sie gar nicht Mitglied einer christlichen Kirche sind.
Viele sehen in diesem weitgefaßten Begriff deshalb die Gefahr, daß der christliche Glaube verwässert wird. Sie berufen sich auf die (nach ihrem Verständnis ausgelegte) Lehre Jesu, wonach zwar viele berufen, aber nur wenige auserwählt sind (Matthäus 22,14), ziehen die Grenzen für die Gemeinschaft der Christen sehr eng und wollen vom "Christentum" am liebsten gar nicht sprechen. Da aber der wahre oder richtige Glaube von außen nicht beurteilt werden kann (und nach dem Neuen Testament auch gar nicht beurteilt werden soll, Matthäus 7,1; 13,24-30; Römer 14,4), ist der Gebrauch des Wortes Christentum zu vertreten. Das kann ja immer wieder dazu herausfordern, nach seinem Wesen und Ursprung zu fragen.
Vieles und Wesentliches ist über den christlichen Glauben aus seinen höchst unterschiedlichen Erscheinungsformen und Wirkungen seit seiner Entstehung zu erkennen. Von Anfang an ist der Eifer da, ihn auch anderen zu vermitteln (Mission), bis hin zu der Überzeugung, diesen Glauben gegenüber anderen Religionen für die höchste Wahrheit zu halten.
Heute stehen wir wieder ganz neu vor der Frage: Was ist Christentum und wie wird es damit weitergehen?
Bedrohung und Tötung von Christen wird bereits im Neuen Testament berichtet (Stephanus, Apostelgeschichte 6-8; Paulus, 2. Korinther 11,23f.). Jesus hat sie vorausgesagt ("Wie sie mich verfolgt haben, werden sie auch euch verfolgen", Johannes 15,20; Matthäus 10,17-23).
Im Römischen Reich wurden Christen u.a. auf Befehl der Kaiser Nero (64), Decius, Valerian und Diokletian (250-305) verfolgt, weil sie sich weigerten, den Kaiser als Gott zu verehren und am Kaiserkult teilzunehmen. In neuerer Zeit gab es Christenverfolgungen im Bereich des Islam, in China, unter kommunistischer Herrschaft und vor allem durch den Nationalsozialismus. Sie reichten von der Benachteiligung und Unterdrückung bis hin zur physischen Vernichtung zahlreicher Christen. Die konfessionellen Auseinandersetzungen mit politischen Mitteln zwischen Christen waren weithin den Christenverfolgungen durch nichtchristliche Mächte ziemlich ähnlich (z.B. die Inquisition vom 13. - 17. Jahrhundert).
Die Opfer von Christenverfolgungen (Märtyrer=Glaubenszeugen) wurden schon früh als Vorbilder für standhafte Bezeugung des Glaubens angerufen und z.T. verehrt; einige sahen im Märtyrertod eine besondere Berufung durch Gott. Dementsprechend gab es auch die kritische Frage oder den Vorwurf, warum (z.B. unter dem Nationalsozialismus) nicht mehr und entschiedener Widerstand geleistet und Verfolgung ertragen wurde.
Im Religionsunterricht und in manchen Predigten wird die Tatsache der Unterdrückung und Verfolgung von Christen als Beweis für die Wahrheit und Qualität des christlichen Glaubens gewertet: Christentum steht im Gegensatz zu totalitärer und ungerechter Herrschaft und wird von deren Vertretern als Störung empfunden, auch wenn nur wenige Christen aktiv Widerstand leisten. Einige Christenverfolgungen waren z.T. aber auch Reaktion auf eine vorher von Christen ausgeübte Unterdrückung anderer Religionen oder Weltanschauungen, z.B. in Mexiko 1860 bis 1870 und 1926-1938 (Toleranz, Menschenrechte).
Christlicher Verein junger Männer (CVJM)
Die Mitte des vorigen Jahrhunderts entstandenen "christlichen Vereine junger Männer (CVJM) haben den Zweck, solche jungen Männer miteinander zu verbinden, welche Jesus Christus nach der Heiligen Schrift als ihren Gott und Heiland anerkennen, im Glauben und Leben seine Jünger sein und gemeinsam danach trachten wollen, das Reich ihres Meisters unter den jungen Männern auszubreiten" ("Pariser Basis" 1855).
Seit einigen Jahren werden auch Mädchen in diese Gemeinschaft aufgenommen, die sich dann bei gleichbleibender Abkürzung "Christlicher Verein junger Menschen" nennt. Das Zeichen des cvjm wird von vielen Mitgliedern als Anstecknadel getragen (International YMCA/YWCA).
Die Arbeit des cvjm geschieht in örtlichen Vereinen und unterteilt sich in Jugendarbeit, Arbeit mit jungen Erwachsenen, Familienkreise, Sing- und Instrumentalgruppen sowie Hobby und Sportgruppen (Eichenkreuz).
Neben Bibelarbeit wird ein vielfältiges Freizeit- und Bildungsprogramm angeboten, in das auch staatsbürgerliche und gesellschaftliche Probleme einbezogen sind. Dienstgruppen befassen sich mit Randgruppen oder Aufgaben in der Dritten Welt (Patenschaften, Hilfsaktionen des CVJM-Weltdienstes). Auch Ferienfreizeiten und Gruppenreisen werden vom CVJM organisiert. Einrichtungen und Programme des cvjm stehen auch Nichtmitgliedern offen. Mitarbeiter kann jedoch nur werden, wer die Ziele des CVJM bejaht.
Die 6 regionalen Verbände des CVJM in der Bundesrepublik finanzieren ihre Arbeit aus Mitgliedsbeiträgen, freiwilligen Spenden und Zuschüssen von Kirche und Staat. Der CVJM-Gesamtverband hat seinen Sitz in Kassel und gehört dem Weltbund der christlichen Vereine junger Männer an. Er unterhält eine Ausbildungsstätte für hauptberufliche Mitarbeiter des CVJM (Sekretäre) und gibt Arbeitsmaterial und Zeitschriften für Mitarbeiter und Mitglieder heraus (u.a. Die junge Schar, Der Baustein, Der Steigbügel, Mitarbeiterhilfe).
Eine Geschichte des CVJM in Deutschland hat W. Stursberg geschrieben: Glauben, Wagen, Handeln, Aussaat-Verlag, Wuppertal 1977.
Abendland ist die Übersetzung für eine altertümliche Bezeichnung des westlichen Teils der antiken Welt ("Okzident", d.h. dort, wo die Sonne untergeht, im Gegensatz zum Orient). Das Wort ist als Entsprechung zu Luthers Übersetzung "Morgenland" (Matthäus 2,1) im 16. Jahrhundert aufgekommen. Es bezeichnet die romanisch-germanische Kultur- und Religionseinheit, die unter dem Einfluß des Christentums im westlichen Europa entstanden ist, nachdem es 1054 zum endgültigen kirchlichen Bruch zwischen Morgen- und Abendland, d.h. zwischen Byzanz (heute Istanbul) und Rom gekommen war.
Trotz vieler Kämpfe um die Vorherrschaft wurden Thron und Altar, also im Mittelalter Kaiser und Papst, beide als Diener Gottes angesehen. "Hilfsaktionen" für den vom Islam bedrängten Osten (Kreuzzüge) schlossen die Gemeinschaft des christlichen Abendlandes fester zusammen, insbesondere als 1453 die Türken die östliche Hauptstadt Konstantinopel eroberten. Zwar kam durch die Reformation Spaltung auf, aber es gab doch die gemeinsame Wertschätzung griechischer und römischer Überlieferung in Humanismus und
Renaissance. So liegt der Bezeichnung "Christliches Abendland" ein ziemlich weitgefaßtes Verständnis von Christentum zugrunde. Sie verstärkte sicherlich die (romantische?) Vorstellung einer über Staats- und Volksgrenzen hinausgehenden Einheit.
Noch heute verbinden manche mit dem Begriff "Christliches Abendland" Erinnerungen an eine große Geschichte, Stolz und Herausforderung. Nachteilig wirkte sich die darin liegende Trennung zwischen 0st und West und die Gefahr eines elitären Bewußtseins aus, das im Abendland den Hort des Christentums und höherer Kultur sieht. Auch werden damit leicht andere große Kultureinheiten der Geschichte und Gegenwart wie China und Indien ausgeblendet oder unterschätzt.
Die Zusammenschau eines "Christlichen Abendlandes" kann dazu helfen, vielfache Wechselwirkungen und Abhängigkeiten über einen lokalen Bereich hinaus zu erkennen. Erbe verpflichtet sicherlich auch hier. Sind es wirklich noch kulturelle und religiöse Gemeinsamkeiten und nicht nur politische und wirtschaftliche Interessen, was die Völker und Staaten im westlichen Europa verbindet?
Nicht nur Oswald Spengler [1880-1936] malte in seinem berühmten Buch "Untergang des Abendlandes" ein düsteres Bild von der zukünftigen Bedeutung dieses Gebietes, dessen Bezeichnung und Selbstverständnis durch neuere Unterscheidungen wie Industriestaaten und unterentwickelte Länder relativiert wird. Aber wenn heute oft von der ersten, zweiten oder dritten Welt gesprochen wird, so denkt mancher bei der "ersten" nicht nur an Europa und seine Wirtschaftsgemeinschaft, sondern wohl eher und immer noch an das "christliche Abendland" .