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Vormärz - Das
Junge Deutschland (1830-1850)
Begriff
- bezeichnet die jungen,
revolutionären Schriftsteller als eine Bewegung
- Teil einer europäischen
Jugendbewegung
Historischer Hintergrund
- Vor allem die akademische
Jugend widersetzt sich der Restauration nach dem Wiener Kongress.
- Das Wartburgfest 1817
(Gedenken an die Reformation und den Kampf gegen Napoleon) wird durch die
öffentliche Verbrennung reaktionärer Schriften durch Studenten zum Signal.
- Nach der Ermordung des
vermeintlichen russischen Spions, des Erfolgsschriftstellers August von
Kotzebue, durch den Theologiestudenten Karl Ludwig Sand (1819) Erlass der
"Karlsbader Beschlüsse": Zensur von Büchern und Zeitungen,
Verbot von Burschenschaften, Überwachung der Universitäten
("Demagogenverfolgungen")
- Nach der Julirevolution in
Frankreich (1830) gab es vor allem Aufstände im Südwesten Deutschlands.
- Forderungen: Bundesreform,
Verfassungen, Pressefreiheit
- 1832 Hambacher Fest
(Jahrestag der bayrischen Verfassung): revolutionäre Reden
- 1833 Versuch radikaler
Studenten den Frankfurter Bundestag zu stürmen, verschärfte Verfolgungen,
Ausweisung protestierender Göttinger Professoren u.a. der Brüder Grimm
Geistesgeschichtlicher Hintergrund
- Vernunftethik der
Aufklärung
- Hegels
Geschichtsphilosophie; Die Junghegelianer übernehmen seinen Gedanken der
Dialektik in der geschichtlichen Entwicklung.
- Ludwig Feuerbach
(1804-1872): Natur als Grund des Geistes, Wissenschaft statt Glauben, Sein
bestimmt das Bewusstsein - Basis für Karl Marx (1818-1883) und Friedrich
Engels (1820-1895), u.a. das "Kommunistische Manifest" (1848)
- Einfluss von Saint-Simon
(1760-1825): Erst materielle Gleichheit macht persönliche Freiheit
möglich.
Tendenzen und Merkmale
- Ablehnung des Absolutismus,
der orthodoxen Kirche, des Idealismus von Klassik und Romantik, des
Philistertums (" Das Leben ist des Lebens höchster Zweck")
- Engagement für Presse- und
Meinungsfreiheit, Sozialismus, Frauenemanzipation, freie Liebe
- Entstehung eines deutschen
Journalismus; Schriftsteller publizieren in den Feuilletons u.a.
satirische Reisebilder
- vor allem erzählende
Literatur: Zeit- und Gesellschaftsromane unter dem Einfluss von Victor
Hugo, Honoré de Balzac, George Sand, Lord Byron
- Novellen, Reisebriefe,
tagebuchartige Skizzen, Aphorismen
- Gegen die Stagnation der
Goethezeit werden Politik und Sozialkritik Anlass der Literatur, einer
"Tendenzliteratur".
- Die Denkweise ist kritisch
und zeitnah.
- Die Sprache ist salopp,
provozierend und satirisch.
Autoren und Werke
- Georg Büchner
(1813-1837): aktive Teilnahme am politischen Kampf gegen soziale
Missstände und Kleinstaaterei, Werke : "Der hessische Landbote "
(1834), als erste sozialistische Kampfschrift, entscheidender Einfluss auf
die Moderne, erst im Naturalismus " wieder entdeckt": Drama "Woyzeck"
(als Fragment überliefert): realistische Darstellung der seelischen
Zerstörung eines Menschen, Novelle "Lenz": als psychologische
Studie, Revolutionsdrama "
Dantons Tod" (1835), Komödie " Leonce und Lena"
(1836): innere Leere in der feudalen Gesellschaft groteske und visionäre
Züge, expressive Darstellung; optische und akustische Mittel der
Darstellung verweisen auf das 20 Jahrhundert
- Heinrich Heine
(1797-1856): verkörpert die innere Zerrissenheit eines Menschen an
einer Zeitgrenze, zwischen idealistischer Philosophie, ausgehender
Romantik und materialistisch gesehener Wirklichkeit, zwischen wahrem
Gefühl und weltverachtenden Zynismus: " und ein Narr wartet auf
Antwort", geprägt durch jüdisches Elternhaus (ließ sich später
taufen), Emigration 1831 nach Paris, politische Verfolgung, Hassliebe zu
Deutschland, schwere Krankheit in letzten Lebensjahren, Werke: " Buch
der Lieder" (1827) --> Lyrik, " Atta Troll. Ein
Sommernachtstraum" (1840) --> Unterdrückung Juden, "
Deutschland Ein Wintermärchen" (1844) --> Zeitkritik
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