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Mittelalter (750-1500)
Begriff
- 4.Jh., das Christentum wird
Staatsreligion
- Beginn der literarischen
Epoche Mittelalter, begründet mit ersten schriftlichen Überlieferungen
unter Karl dem Großen
- die Verbreitungsform
Buchdruck beendet die Epoche
Historischer Hintergrund
- Verbindung antiker und
christlicher Herrschaftsvorstellungen in Kaiser und Reichsidee:
"politische Religiosität"
- Kirche ist Träger der
Kultur und der Mission, aber auch politischer Macht, entscheidende
Auseinandersetzung zwischen Papst und Kaiser im Investiturstreit
(1075-1122)
- Germanisch-stammesrechtliche
neben römisch-kirchlichen Rechtsformen: Der Adel in den ererbten
Herzogtümern steht der Ausdehnung königlicher Macht zunächst entgegen
- Hierarchische
gesellschaftliche Ordnung: Lehnswesen als Dienst und Gegendienst von
Lehnsherrn und Gefolgsmann; die Bauern sind ausgeschlossen
- Verpflichtung zum Leben in
der Gemeinschaft; Vereinzelung ist Strafe
- Beglaubigtes oder
bezeugtes, gutes altes Recht gilt.
- konkrete
Rechtsvorstellungen, Erfüllung durch symbolischen Vollzug, zum Beispiel
Übergabe der Reichsinsignien bei der Krönung, Stabbrechen über den
Verurteilten
Germanische Frühzeit (4.-8.Jh.)
- Völkerwanderung
- Reichsbildung der Germanen:
Sagenstoffe der Edda, Götter und Heldensagen werden mündlich überliefert.
- Der burgundisch-fränkische
Nibelungenstoff thematisiert die Zerstörung des Burgundenreiches durch die
Hunnen unter Attila
Werke
- Althochdeutsche
Stabreimdichtung: Hildebrandslied, Zaubersprüche
Frühes Mittelalter (750-1170)
- geprägt durch die Regierung
Karls des Großen, sowie durch Künstler und Gelehrte an seinem Hof
- Förderung der fränkischen
Sprache, Klosterschulen als Kulturträger und Bildungsinstanz
- Einfluss der Kirchenreform
des Klosters Cluny (910 gegründet)
- um 1025 mittellateinische
Literatur, Übernahme antiker literarischer Kultur
- seit etwa 1170
frühmittelhochdeutsche Dichtung
Werke
- Wessobrunner Gebet (770/90)
- Muspilli
(Weltuntergangsdichtung Anfang des 9.Jh.)
- Heiland (Leben Jesu, um 830
für die Mission geschrieben)
Hohes Mittelalter (1170-1270)
- Blütezeit
mittelhochdeutscher Dichtung unter den Stauferkaisern Barbarossa
(1152-1190) und Friedrich II.(1215-1250), geprägt vom christlichen
Rittertum
- Seit der Abwehr der Ungarn
durch königliche Reiterheere wird das Rittertum führender weltlicher Stand
mit fester Ordnung seines Waffendienstes.
- Eine aristokratische Kultur
entsteht in scharfer Abgrenzung gegen Kleriker, Bauern und Handelsleute.
- Ritterliches Wesen wird zum
Ideal, geprägt durch die Tugenden Treue und Stetigkeit, Tapferkeit und
Mut, Zucht und Selbstbeherrschung.
- Lebensziele sind Ansehen,
ehrenvolle Bewährung und Gnade Gottes.
- Mittelpunkt ritterlichen
Lebens ist der Ritterhof, die aristokratische Höfischkeit steht im
schroffen Gegensatz zum bäuerischen Wesen.
- Der Ritter leistet:
Herrendienst (Heeresfolge, Treue zu Reich und Krone), Gottesdienst
(christliches Leben, Hilfe für Schwache, Kampf im Kreuzzug), Minnedienst
(Verehrung der höfischen, meist unerreichbaren Frau).
Autoren und Werke
- Heldenepos: Verserzählung
von ritterlicher Bewährung in "aventiuren" (wichtige
Begebenheiten in berichtenden Textabschnitten - siehe Abenteuer)
- Minnesang: Lieder der
höfischen Ritter, Verehrung der adeligen Frau
- politische Spruchdichtung
zu Konflikten zwischen Kaiser und Papst ( Walther von der Vogelweide)
- Gottfried von Straßburg
(12.- Anfang 13.Jh.): "Tristan und Isolde": um 1210 begonnen;
wichtigster Liebesroman des Mittelalters
- Nibelungenlied: um 1200 in
Österreich entstanden, verbindet Siegfried- und Burgundensage
- Walther von der Vogelweide
(etwa 1170 bis 1230): Lyriker und Spruchdichter, 1187-1194 am Wiener Hof
der Babenbergerherzöge, seine Lieder überwinden die ständischen Schranken.
Spätes Mittelalter (1270-1500)
- Aufstieg des städtischen
Bürgertums
- Schwächung kaiserlicher
Macht durch die Territorialfürsten
- Ende der Ritterzeit
- Auflösung der ständischen
Ordnung u.a. durch Fehden
- Die Pest 1350 führt zu
religiöser Besinnung.
Autoren und Werke
- Wernher der Gartenaare:
"Meier Helmbrecht" (1250-1280)
- Meister Eckhart
(1260-1327): mystische Schriften
- Mechthild von Magdeburg
(1210-1282):"Das fließende Licht der Gottheit"
- Oswald von Wolkenstein (um
1377-1445), der letzte ritterliche Minnesänger: Passionsspiele,
Vagantenlyrik, Schwänke, Meistersang
Textbeispiel

 Walther von der Vogelweide
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