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Barock (1600-1720)
Begriff
- zunächst abwertend
gebraucht für übertriebene Erscheinungsformen in Leben und Kunst
- seit Ende des 18. Jh. als
Stil- und Epochenbegriff für die bildende Kunst des 17./18. Jh. üblich
- Anfang des 20. Jh. übertragen
auf die literarische Entwicklung zw. Humanismus und Aufklärung
Historischer Hintergrund
- Glaubensspaltung,
Gegenreformation und Abwehr der Türken vor Wien prägen die Epoche, im
Süden und Westen katholisch, im Nord-Osten protestantisch bestimmt.
- Der Absolutismus beherrscht
Staat und Kirche; der Adel ist abhängig von den Landesfürsten.
- Kulturpolitik dient der
Machtentfaltung: Repräsentation und Dekoration
- Die Höfe werden kulturelle
Zentren (Wien). Daneben sind Beamtenadel und Bürgertum Kulturträger
(Leipzig).
- Dichtung ist überwiegend
Auftragsarbeit der in höfischen Diensten stehenden, zumeist bürgerlichen
Schriftsteller. Außerdem gibt es moralisierend - satirische gegenhöfische
Literatur.
Tendenzen
- Prägende Erfahrung aus dem
30-jährigen Krieg ist die "vanitas mundi", die Vergänglichkeit
des Irdischen. Sie führt zu einer antithetischen Grundstimmung aus
Todesangst und Lebenshunger, zu tiefer Frömmigkeit und Erlösungssehnsucht.
Merkmale
- Entscheidende sprachliche
Leistung: Die Überlagerung der deutschen Sprache durch lateinische
Traditionen und mittelalterliche Sprachreste wird überwunden. Es entsteht
eine weitgehend einheitliche deutsche Schrift- und Dichtersprache.
- Arbeit der
Sprachgesellschaften zur Pflege des Deutschen und zur Ausarbeitung einer Poetik
- Nach dem Verfall der Form
im 16.Jh. wird nun eine strenge Einhaltung formaler Gesetze gefordert.
- Die Dichtung wird nach
Regeln gemacht, die Beherrschung von dichterischer Tradition und Technik
ist wichtig.
- Antike Kunstformen
(Epigramm, Sonett) werden artistisch variiert.
- Auffällig sind
superlativische Häufungen weit hergeholter Metaphern und Allegorien. Diese
Sprachartistik steigert sich zur Emblemantik, zur Kunst vielfältiger
Anspielungen mit den allen Gebildeten bekannten Sinnbildern.
- einerseits Übersteigerung
im Schwulst, andererseits intensive Sprachverfeinerung und -bereicherung
Textbeispiele

 Hofmann von Hofmannswaldau
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