Der Wankelmotor


 
NSU Spalt-Prinz 
Seit der Vorstellung im Johre 1958 gehörte dos NSUSport-Prinz-Coupe (Serienbeginn März 1959) zum NSUAutomobil-Progromm Eine Untersuchung der Käuferstruktur dieses Autos hat ergeben, daß es im wesentlichen zwei Gruppen waren, die sich für den Sport-Prinz entschieden Einmal die jungen Fahrer, die Wert darauf legten, nicht nur ein lebendiges, sondern auch ein formschönes und gleichsam repräsentatives Auto zu haben, und zum anderen der inzwischen bedeutende Kreis solcher Bürger, die die Anschaffung eines Zweitwagens in Erwägung zogen Es gab viele höhergestellte Damen, gleichermaßen Ehefrauen wie Berufstätige, die zur Bewältigung ihrer Einkaufs-, Sport- und Berufsprobleme einen Sport-Prinz bewegten Es waretwas Eigenartiges um das Caupe schlechthin, denn es bot als Zweisitzer weniger Innenraum als die vergleichbare Limousine (Prinz III 

III). Auch wenn die NSU-Werbung das Sportwägelchen als 2+2-Sitzer deklarierte, hinten fühlten sich höchstens kleinere Kinder auf kurzen Strecken wohl. Der Reiz, dieses spürbar teure coupe anzuschaffen, muß demnach vor allem in der Exclusivität der eleganten Linie gelegen haben. In der Tat. Neckorsulm engagierte den italienischen Karosseriebaukünstler Nuccio Bertone. Ihm, besser gesagt seinem Chefdesigner Franco Scaglione, gelang es, die aparte Erscheinungsart des Sport-Prinz zu kreieren. Gebaut wurde er anfangs in Turin bei Bertone, ab etwa 1960/61 in den Karosseriewerken der in Heilbronn ansässigen Firma Drauz. Es läßt sich nicht leugnen, daß der Sport Prinz unter deutscher Regie wesentlich an Qualität gewonnen hat - auch seine Technik wurde permanent verbessert - eines aber an dem Wagen galt mehr als kurios: verteuerten sich andere Automobile von Jahr zu Jahr, so rutschte der Anschaffungspreis des Sportwagens immer tiefer in den Keller. Unter der DM5.000-Grenze angelangt, konnte man endlich von einem günstigen Automobil reden. 
Technisch betrachtet, übernahm für die ersten Sport-Prinzen die Mechanik des Prinz II: Also einzeln aufgehängte Räder (vorn an Trapezlenkern, hinten an Querlenkern), die durch langhubige Schraubenfedern und hydraulische Stoßdämpfer abgefedert wurden. Das vollsynchronisierte Vierganggetriebe sorgte für zügigen Gongwechsel. Bis August 1961 diente der auf 30 PS Leistung gesteigerte 583-ccm-Motor als Antriebsquelle (mit ihm lief auch der Prinz 30), dessen technische Besonderheit in der über Schubstangen angetriebenen, obenliegenden Nockenwelle bestand. NSU sprach hier von dem sogenannten Ultramax-System. Verbesserte Technik, mit der im September 1960 der P.rinz III aufwartete, ließen die Neckorsulmer auch ihrem deutsch-italienischen Produkt angedeihen: eine wirkungsvoller arbeitende Heizungsanlage und modifizierte Sitze. Doch seine etwas im Widerspruch zur Eleganz stehenden rauhen Eigenarten (direkte Lenkung, dröhnender Motor und ruppige Kupplung) nahm man ihm erst mit der Einführung des Prinz 4. Jetzt waren 2,9 (vorher 2,4) Lenkraddrehungen von Anschlag bis Anschlag erforderlich, durch geringfügiges Aufbohren des Motors von 583 c cm auf 598 c cm ließ sich bei unveränderter Leistung eine Verbesserung der Laufruhe erreichen. Für sanfteres Anfahren und geringeren Pedaldruck sorgte der Einbau einer Federscheibenkupplung. Die Vorderräder rollten an Trapezlenkern und wurden nun von progressivarbeitenden Schraubenfedern mit Gummizusatzfedern und Querstabilisator abgefedert. Durch Einbau der Prinzair-Luftkissen an der Hinterachse ließ sich der Fahrkomfort, verglichen mit SportPrinzen der ersten Serie, wesentlich steigern. Auch wenn das Sport-Prinz-Coupe mit seinen DM 87,- Jahressteuer damals als einer der wirtschaftlichsten Wagen auf dem deutschen Markt gelten durfte, wurde es nie - im Vergleich zum Prinz 4 - in riesigen Mengen gebaut. Die Nachfrage nach diesem Außenseiter blieb nun einmol gering, und als im Juni 1967 der letzte Sport-Prinz vom Band rollte, zählte man gerade 20.831 Einheiten. 


Zurück