Der Wankelmotor


 
Als der Wankelmotor bei NSU eine gewisse Reife erlangt hatte, begannen die Verhandlungen mit Lizenz-Interessenten in aller Welt. Zu ihnen gehörte auch die Toyo Kogyo Co. Ltd. in Hiroshima/Japan, mit der sehr bald auch ein Lizenzvertrag zustande kam. Man hatte bei NSU recht genaue Vorstellungen davon, wie die Lizenzen in der Welt zu verteilen wären, so daß man sich nicht wundern darf, daß der japanische Lizenznehmer nun zwar Kreiskolbenmotoren nach der NSU-Lizenz bauen, diese jedoch nicht in Deutschland verkaufen darf. Wenn auch Neckarsulm einen gewissen Vorsprung hatte, der sich schon dadurch äußert, daß man als erster Produzent einen serienreifen Wagen mit Wankelmotor fertig hatte, sa war man sich der Emsigkeit japanischer Entwicklungsstellen wohl bewußt und konnte sich ausrechnen, wie bald es einen japanischen Wagen mit Wankelmotor geben würde. Denn über die industriellen Anfänge der Nachkriegszeit, in der praktisch alles "nachempfunden" wurde, was aus Europa kam, ist man in Japan längst hinweg und verstand es bald, eigene Wege zu gehen. Gewiß gibt es immer noch so etwas wie einen "europeen look", doch darf das nicht darüber hinwegtäuschen, daß darunter Dinge stecken, die unseren vergleichbaren Erzeugnissen keineswegs nachstehen. Toyo Kogyo begann mit der Entwicklung des Kreiskolbenmotors ähnlich wie NSU, man sah jedoch bald ein, daß ein Mehrscheibenmotor 

dem "derzeitigen Stand der Technik" angemessener wäre, als ein Einscheibenmatar, wie er im NSU-Spider steckt. So entstand neben einem Zweischeibenmotor auch einer mit 4 Scheiben, beides sind - wie unsere Bilder zeigen - Vergasermotoren mit Fremdzündung. Der kleine!e Motor hat 800 c cm Volumen für zwei Arbeitskammern und ist mit einem vollsynchronisierten Vierganggetriebe gekuppelt. Er soll in den auf Bild 1 gezeigten Sportwagen "Mazda Cosmos" eingebaut werden. Ober die Verwendung des gräßeren Motors ist noch nichts bekannt, doch ist offensichtlich, daß auch er als Automabilantrieb gedacht ist. Ober den Wagen selbst sind folgende Daten bekannt: länge 4150 mm, Breite 1595 mm, Höhe 1180 mm, Radstand 2200 mm, Spurweite 1250 mm, Gewicht etwa 900 kg, 2 Sitzplätze. Reifendimension 5.60-14". Vorerst soll eine starre Hinterachse an längsblattfedern verwendet werden, die Vorderräder sind wie üblich einzeln an übereinanderliegenden Querlenkern geführt. 
Die zweisitzige Karasserie wirkt ansprechend, wenn uns auch der HeckÜberhang etwas gewaltig erscheint. Aber schließlich ist der-Wagen gegenwärtig erst in der Erprobung, so daß Nachteile ader Mängel ohne Schwierigkeiten ausgemerzt werden kännen. Wann der Wagen in die Serienfertigung geht, ist nach nicht bekannt. Auf jeden Fall ist auch er ein hachinteressanter Anfang. Ba. 


Zurück