Dieses ist nicht die Original-Seite von Mercedes-Benz!

 




 
nav_aktuell_b.gif
nav_innovation_b.gif
arr_navigation.gif
nav_forschung.gif
ZURÜCK
vis_innovation.gif
btn_home.gif
Fahren ohne Lenkrad und Pedal:
Drive by wire 

April '97. Mercedes-Benz Ingenieure arbeiten an einem elektronischen Lenk- und Bedienkonzept für die Personenwagen der Zukunft, bei dem es weder Lenkrad noch Pedale gibt, statt dessen steuert der Autofahrer den Wagen mit Hilfe sogenannter Side-Sticks in der Mittelkonsole und in der Türinnenverkleidung. 

    Die Side-Sticks sind mit einem leistungsfähigen Mikrocomputer verbunden, der aktiv Lenkung, Bremse und Antrieb steuert. Dies geschieht mit Hilfe einer Rechnerlogik, die binnen Sekundenbruchteilen aus aktuellen Daten über den jeweiligen Fahrzustand Sollwerte für eine sichere Fahrweise berechnet. Auf Basis dieser Sollwerte führt der Computer die Befehle des Autofahrers stets so aus, daß der Wagen auch in kritischen Situationen sicher in der Spur bleibt. Von der "Drive-by-Wire"-Technik, die sich gegenwärtig noch im Forschungsstadium befindet, erwarten die Mercedes-lngenieure weitere nennenswerte Fortschritte auf dem Gebiet der Fahrsicherheit. 

 
fil_white.gif
 
Lenksäule - durch Kabel ersetzt
Die Ingenieure das Forschungsinstituts Mercedes-Benz wollen zukünftig mechanische Verbindungselemente durch elektronische und hydraulische Bauteile ersetzen. An die Stelle der Lenksäule und ihrer Gelenke tritt beispielsweise ein einfaches Kabel, das mit einem leistungsfähigen Fahrdynamikrechner verbunden ist. Von dort gelangen die Richtungswünsche des Autofahrers an eine Hydraulik, die den Einschlagwinkel der Vorderräder nach exakten Vorgaben des Computers verändert. Weil alle Lenkbefehle ausschließlich per Kabel übertragen werden, heißt dieses neuartige Konzept in der Fachsprache der Ingenieure "Drive-by-Wire" - Autofahren per Kabel. Unter diesem Begriff verstehen die Mercedes-lngenieure nicht nur eine neuartige computergesteuerte Lenkung, sondern ein Komplettsystem, das auf elektronischem Wege auch aktiv in die Motorsteuerung, das Automatikgetriebe, die Antriebsschlupfregelung und die Bremse zukünftiger Personenwagen eingreift. Mit anderen Worten: Als Koordinator führt der Fahrdynamikcomputer Regie über alle Bewegungsvorgänge eines Automobils und fungiert somit als intelligenter Assistent des Autofahrers, der in jeder Situation über die Sicherheit des Wagens wacht. Im Vario Research Car, dem rollenden Forschungslabor zur Erprobung der Automobiltechnik von Übermorgen, und in der neuen fahrfähigen Coupe-Studie F 200 Imagination haben die Stuttgarter Fachleute das "Drive-by-Wire"-Konzept verwirklicht und erproben dessen Einsatzchancen durch Testfahrten in der Realität und im Fahrsimulator. Dabei wollen die Mercedes-lngenieure zunächst grundsätzliche Antworten auf Fragen zur Gestaltung und Ausführung dieses Systems finden und die Erkenntnisse auf zukünftige Mercedes-Benz Modelle übertragen. 
 
arr_up.giffil_white.gif
 
Fahrdynamikrechner - blitzschnelle Berechnung
Die Kommandos des Autofahrers erkennt die Elektronik als Wunsch für einen bestimmten Fahrzustand - Beschleunigen, Bremsen, Lenken, Rückwärtsfahren - und entscheidet dann blitzschnell, auf welche Weise sie den Befehlen des Autofahrers am besten und am sichersten nachkommen kann. Dies geschieht situationsabhängig, denn der Computer nutzt die Informationen verschiedener Sensoren, die ihm unter anderem Auskunft über Geschwindigkeit, Rad- und Motordrehzahlen, Fahrbahnzustand und Karosseriebewegungen geben. Auf Basis dieser Daten entscheidet der Rechner beispielsweise, wie weit die Räder bei Kurvenfahrt eingeschlagen werden oder mit welcher Motordrehzahl auf nasser Fahrbahn angefahren wird. Der Vorteil: Weil der Computer den technischen Zustand des Autos und die aktuelle Fahrsituation genau kennt, kann der Autofahrer die technische Leistungsfähigkeit seines Wagens voll ausnutzen, ohne die fahrphysikalischen Grenzen zu überschreiten. Die Elektronik hält den Wagen durch blitzschnelles Eingreifen in Lenkung, Bremse, Motor- oder Getriebesteuerung sicher auf Kurs - auch wenn es brenzlig wird. Das wesentliche Element dieses neuartigen Systems ist ein Referenzmodell, das sich zum einen aus den technischen Grunddaten des Fahrzeugs und zum anderen aus den aktuellen Sensorinformationen zusammensetzt. So errechnet der Computer Sollwerte, die ständig modifiziert und an den jeweiligen Fahrzustand angepaßt werden. Diese Sollwerte bestimmen das Fahrverhalten und ermöglichen in kritischen Situationen das gezielte Eingreifen des Computers in Lenkung oder Bremse. 
 
arr_up.giffil_white.gif
 
Funktionsweise - alles im Griff mit Side-Stick
Die Mercedes-Forschungswagen Vario Research Car und F 200 Imagination zeigen, daß sich durch die elektronische Steuerung auch im Innenraum zukünftiger Personenwagen einiges ändern kann.
Das herkömmliche Lenkrad hat ausgedient - an seine Stelle treten die sogenannten Side-Sticks. Das sind ergonomisch geformte Hebel, die ihren Platz in der Mittelkonsole und in der Türinnenverkleidung finden. Mit ihrer Hilfe hat der Autofahrer alle Bewegungen seines Wagens im Griff: Er kurbelt nicht mehr am Lenkrad, sondern bewegt lediglich den Side-Stick nach links oder rechts; er beschleunigt oder verzögert das Auto nicht mehr per Pedal, sondern druckt dazu den Stick nach vorne oder zieht ihn nach hinten. 
 
arr_up.giffil_white.gif
 
Side-Sticks - eröffnen neue Dimensionen
Darüber hinaus bietet der Einsatz von Side-Sticks noch eine Reihe zusätzlicher Sicherheits- und Komfortvorteile, die das Team der Mercedes-Forschungsingenieure ebenfalls bei den Tests im Fahrsimulator untersuchen wird: 

Die Lenkübersetzung und die Lenkkräfte können variabel gestaltet und an die jeweilige Fahrsituation angepaßt werden. Der Vorteil: Beim Einparken oder Rangieren lassen sich die Räder per Side-Stick schneller und leichter bewegen als mit einem herkömmlichen Lenkrad. 
Beim Bremsen muß der Fuß nicht vom Gas- auf das Bremspedal umgesetzt werden, so daß der Fahrer schneller reagieren kann.

Beim Frontalaufprall verringert sich das Verletzungsrisiko der Insassen, da es weder zu einem Pedal- noch Lenkradaufprall kommen kann. 
Während der Fahrt erlaubt der Side-Stick eine bequemere Körperhaltung. Die Position der Füße ist beispielsweise beliebig wählbar, da es keine Pedale mehr gibt. Auch ist der Ein- und Ausstieg hierdurch verbessert.

Durch den Verzicht auf Pedalerie und Lenkrad lassen sich Innenraum und Instrumententafel künftiger Personenwagen noch ergonomischer gestalten. 
Zum Aufgabenspektrum der Fachleute zählt auch die Kombination des "Drive-by-Wire«-Systems mit dem aktiven ABC-Fahrwerk (Active Body Control), das die Karosseriebewegungen bei Kurvenfahrt in engen Grenzen hält und dadurch neue Dimensionen hinsichtlich Handling, Fahrstabilität und Spureinhaltung eröffnen wird. 

 
arr_up.giffil_white.gif
 
Flugzeugtechnik - ins Automobil geholt
Mit den Side-Sticks und dem Fahrdynamikrechner holen die Stuttgarter Automobilforscher Flugzeugtechnik ins Automobil. Denn elektronische Steuerungssysteme (»Fly-by-Wire") gehören heute zur Standardausstattung moderner Düsenjets wie den Airbus-Modellen A 319 bis A 340.
Mit dem Einsatz der multifunktionalen Side-Sticks anstelle des traditionellen Steuerknüppels haben die Airbus-Ingenieure vor Jahren eine regelrechte Revolution ausgelost und alle bisherigen Steuer- und Bedienkonzepte für Flugzeuge auf den Kopf gestellt - eine Revolution, die sich vielleicht auch auf dem Gebiet der Pkw-Steuerung anbahnt. 
 
arr_up.giffil_white.gif
© DaimlerChrysler, 1998 
 

fil_blank.gif fil_blank.gif

fil_white.gif
Fahrerplatz Konzeptstudie F200
fil_white.gif
arr_down.gif Lenksäule - durch Kabel ersetzt 
fil_white.gif
arr_down.gif Fahrdynamikrechner - blitzschnelle Berechnung 
fil_white.gif
arr_down.gif Funktionsweise - alles im Griff mit Side-Stick 
fil_white.gif
arr_down.gif Side-Sticks - eröffnen neue Dimensionen 
fil_white.gif
arr_down.gif Flugzeugtechnik - ins Automobil geholt