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Die Common-Rail-Technik beim Dieselmotor: Elektronik, Mechanik, Hydraulik und Software sind eng aufeinander abgestimmt. Sie ergänzen sich optimal und erlauben so einen noch günstigeren Kraftstoffverbrauch bei verbesserten Emissionswerten. Dazu wird der Kraftstoff (gelb) durch eine Hochdruckpumpe in eine für alle Zylinder gemeinsame Zuleitung (Common Rail) gedrückt (rot). Dort liegt er mit bis zu 1350 bar an den Injektoren an. Elektrisch angesteuerte Magnetventile bestimmen die Einspritzung in den Brennraum. Die Motorelektronik (grün) fragt die Stellung des Gaspedals ab, ebenso wie den Druck am Common-Rail, die Frischluftzufuhr zum Motor, | die Drehzahl und Temperatur. Abhängig von den Betriebsbedingungen, kann die Elektronik die Kraftstoffzumessung optimal steuern. Spezielle Simulationswerkzeuge erlauben es, das Verhalten des Systems am Computer zu studieren. Die Kopplung der verschiedenen Domänen wie Hydraulik, Software, Mechanik wird durch Verwenden von Referenzmodellen erreicht, die über die Bosch-Standardmodell-Bibliothek in einer werkzeugunabhängigen Beschreibungssprache zur Verfügung stehen. Der Austausch der verschiedenen Modelle geschieht durch einfache Parameterübergabe. |
| Der
Einsatz verschiedener domänenspezifischer Simulationswerkzeuge während
der Entwicklung von mechatronischen Systemen ist nur dann effizient, wenn
der Modellaustausch zwischen den Simulationswerkzeugen unterstützt
wird. Der direkte Modellaustausch zwischen unterschiedlichen Werkzeugen
ist wegen der werkzeugspezifischen Modellbeschreibungssprachen schwierig.
Eine Analyse der typischen Komponenten bei mechatronischen Systemen ergibt aber, daß sich diese aus wenigen einfachen domänenspezifischen Elementen zusammensetzen lassen. Diese Standardelemente sind im Bereich der Hydraulik beispielsweise Drossel, Ventil oder Leitung, in der Elektronik Widerstand, Kondensator oder Transistor, in der Mechanik Masse mit Reibung, Getriebe oder Kupplung. Diese Elemente sind in einer Bosch-Standardmodell-Bibliothek enthalten und für die Produktentwicklung über das Bosch-Intranet verfügbar. Kern der Standardmodell-Bibliothek ist die Dokumentation der Standardelemente. Diese umfaßt für jedes Element eine Beschreibung des physikalischen Verhaltens in Worten, die physikalischen Gleichungen, Parameter (zum Beispiel Leitfähigkeit oder Permeabilität), Zustandsgrößen (zum Beispiel Strom, Spannung, magnetischer Fluß, Druck) sowie Ein- und Ausgänge. Hinzu kommt noch als wesentlicher Bestandteil ein Referenzmodell in der werkzeugunabhängigen Modellbeschreibungssprache VHDL-AMS. Bibliothek Dieses
Referenzmodell ist das zentrale Bindeglied zwischen den Domänen. Aus
der Bibliothek werden nun die werkzeugspezifischen Standardmodelle abgeleitet.
Jedes Standardelement ist für die verschiedenen Werkzeuge somit durch
identische mathematische Gleichungen und Parametersätze beschrieben.
Ist ein Standardmodell für ein bestimmtes Simulationswerkzeug noch
nicht vorhanden, so kann aus dieser Dokumentation mit geringem Aufwand
das werkzeugspezifische Modell abgeleitet werden.
Als erste Entwicklungsschritte werden im Beispiel des Common-Rail-Systems im Hydrauliksimulator die Komponenten in Form von Standardmodellen zum Gesamtsystem zusammengesetzt. Im Elektroniksimulator und dem Simulationswerkzeug für die Software wird nun aus den gleichen Standardelementen ebenfalls das Gesamtsystem aufgebaut. Die Entwickler für die Hydraulik, Elektronik und Software haben somit in ihren Werkzeugen ein Modell des Gesamtsystems mit jeweils gleichem Verhalten und identischen Parametersätzen. Mit ihren spezifischen Entwicklungswerkzeugen können sie nun detaillierte Untersuchungen vornehmen. Neue Ergebnisse gehen in veränderte Parametersätze ein, die unter den beteiligten Entwicklern ausgetauscht werden können. Das Problem des Modellaustauschs zwischen den physikalischen Domänen wird somit auf einen Parameteraustausch reduziert. Erfolgt beispielsweise eine Änderung in der Leistungselektronik durch eine verfeinerte Rechnung, so wird auch das korrespondierende einfachere, aus Standardelementen aufgebaute Komponentenmodell modifiziert. Dies steht dann wieder den übrigen Simulationswerkzeugen als Ausgangspunkt für weitere Untersuchungen zur Verfügung. Mit der Standardmodell-Bibliothek und dem beschriebenen Modellaustauschverfahren steht jederzeit ein identisches Systemmodell für alle Simulationswerkzeuge bereit, welches während des gesamten Entwicklungsprozesses automatisch aktualisiert wird und damit auch als Referenz für alle weiteren Untersuchungen gilt. Spezielle, bei externen Kunden eingesetzte Simulationswerkzeuge können in dieses Konzept ebenfalls leicht eingebunden werden; dadurch wird der aufwendige Modellaustausch deutlich vereinfacht. |
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