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| Zum Wohlsein! |
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| Fahrwerke werden auf Straßen rund
um den Globus getestet - und im Fahrsimulator.
Hier muß der Mensch nicht mehr fahren und messen, sondern einen Rechner mit relevanten Daten füttern und aus den Ergebnissen die richtigen Schlüsse ziehen. Mit dem "Popometer" wird die Feinabstimmung vorgenommen. 65% der Fahrwerkentwicklung werden per Simulation abgewickelt. Man muß keine Prototypen mehr bauen, die Millionen kosten, die Entwicklungszeit kann auf die Hälfte reduziert werden. Das weltweit beste Komfortlabor steht siet '98 beim weltweit führenden Automobil-Zulieferer Johnson Controls in Plymouth/Michigan. Der Fahrsimulator kostest allein 7 Millionen Mark. Mit dem Simulator kann man das Federungsverhalten, die Vibrationen und Geräusche eines Fahrzeugs virtuell erproben. Der Rütteltisch besteht aus einer sechsachsigen Hydraulikanlage und kann Schwingungen bis 50 Hz erzeugen. Vom Pickup bis zur Luxuskarosse kann alles getestet werden, Lautsprecher, Abroll-, Wind- und Motorgeräusche. Die Kunden, u.a. Ford, GM, Honda und Toyota, können unterschiedliche Strecken - z.B. amerikanische Freeways, aber auch die Schlaglochpisten von Sao Paulo abrufen lassen. Leinwand und Rütteldeck sind, im Gegensatz zu dem auf fahrdynamische Erprobungen ausgelegten Mercedes-Fahrsimulator in Berlin, entkoppelt, deshalb erfordert das virtuelle Fahren im Johnson-Simulator Gewöhnung. Beschleunigung, Bremsverzögerung oder Querkräfte in den Kurven sind nicht spürbar, was die Sinne irritiert. Der Wagen schlingert scheinbar wie auf Kugeln, bei abrupten Manovern tritt zwar kein Rauch, bei untrainierten Passagieren jedoch Übelkeit auf. Es geht aber nicht nur um das Fahrverhalten der Autos, sondern auch um ihre Bedienerfreundlichkeit. Die Versuchsfahrer werden deshalb mit Sensoren bestückt, die die Muskelaktivität als Maßstab für körperliche Ermüdung messen. Videokameras erfassen außerdem die biomechanischen Abläufe im Innenraum der Autoatrappe und zeichnen auf, ob sich der Fahrer beim Öffnen des Handschuhfachs oder beim Einstellen des Radios verrenken muß und so Verkehrsgeschehen abgelenkt wird. Im Komfortlabor bei Johnson Controls werden die Ergebnisse der Fahrprüfung durch Computeranalysen unterstützt. Sie zeigen z.B. die Druckverteilung auf Sitzkissen und Lehne. Mit dem Konstruktionsprogramm RAMSIS wird das Innen-Layout auf die Größe des Menschen zugeschnitten. Früher wurden die Autos von außen nach innen konstruiert, heute ist es genau umgekehrt. Neue Wege sind erforderlich, um die überholte, seit 35 gültige Normengruppe abzulösen. Komfort hat viele Facetten - die Sitze, die Erreichbarkeit von Bedienelementen, die Klimatisierung, Geräusche, Vibrationen, Haptik, Optik und Geräusche im Innenraum. Alle Faktoren, viele unterschwellig, tragen zum Wohlbefinden an Bord bei. Und beim Autokauf avancieren sie schon deshalb in ihrer Bedeutung, weil sich der Anteil der über 65-jährigen Autofahrer bis zum Jahr 2030 verdoppelt haben wird. Und die wollen sich in ihrem Auto so wohlfühlen wie in ihrem Wohnzimmer.
(Zusammenfassung von: B. Sagasser, D. Grobe, M. Reimann, F. Panitz - Klasse Kfz-99/1 und ..... - Klasse Kfz-99/2 nach: Fischer,T.; Zum Wohlsein in: AutoMotorSport, Heft 5/2000) |
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