Der Mensch denkt - Chip lenkt

Heute findet man in allen Bauteilen des modernen Autos Digitaltechnik. In den Oberklassewagen verknüpfen Mikroprozessoren Motor, Fahrwerk und Chassis. Die Verbindungen durch Kabel werden wegen des Gewichtes durch Netzwerke ersetzt.


Aufbau

Da der Preis den Konkurrenzkampf entscheidet, faßt man unterschiedliche Systeme mit gleichen Aufgaben zusammen. So führt ein Versagen night gleich zum Zusammenbruch der gesamten Baugruppe. Dies ist umso wichtiger, als ein Ausfall über Leben und Tod entscheidet. 

Von Bedeutung ist, daß die Elektronik auf nicht relevante äußere Einflüsse nicht reagiert (EMV). Damit wird sie aber anfälliger für Fehler.


Was gibt es?

Beim Bremsen soll die Elektronik die Hydraulik ablösen. EHB wird zu EMB. Zu Beginn der 70er Jahre wurde das ABS erfunden; es kontrolliert alle Werte und verhindert das Blockieren der Räder. 

Die Weiterentwicklung des ABS ist das ESP, das durch den "Elchtest" der E-Klasse von Mercedes berühmt wurde. Es hält das Fahrzeug in Extremsituationen in der Spur. Es wird dazu im Bereich von Sensoren zur Luftdruckbestimmung geforscht, das System ist noch verbesserungsbedürftig.

 Mit Hilfe eines "Bremsassistenzsystems" versucht man bei Vollbremsungen den optimalen Druck schneller aufzubauen. 

Vorgesehen ist weiterhin der Wegfall der Lenksäule und der Pedalerie. Die Lenkung mittels Joystick ist aber im Straßenverkehr noch nicht erlaubt. 

Ein Tempo- und Abstandsautomat soll dem Fahrer den optimalen Sicherheitsabstand einhalten lassen. Gekoppelt mit dem Bremssystem könnte er nicht nur Einparkhilfe, sondern auch ein optimaler Schutz for Auffahrunfällen sein. Ganz kühne Versuche experimentieren sogar mit einem "führerlosen Auto".

Im Innenraum des Autos soll ein PC serienmäßig vorhanden sein und für Sicherheit, Orientierung und Kommunikation sorgen. Neben dem Navigationssystem soll er die Möglichkeit bieten, das Auto mit dem Internet zu verbinden und einerseits einen rollen Arbeitsplatz schaffen, andererseits Wartungs- und Hilfsfunktion abrufen oder aktivieren können.

Ausgerüstet mit einem Infrarot-Sichtsystem kann der PC Hindernisse erkennen, Scheinwerfer kontrollieren, Klimaanlagen regeln, Scheibenwischer bedienen. So soll der Fahrer entlastet werden.

Ein Chip in der Brieftasche des Fahrers soll automisch Türen öffnen, Sitze einstellen, die Sitzposition erkennen und optimieren und Airbags, wenn nötig, deaktivieren.


Folgen

Dieser gesamte technische Aufwand, so gut er auch sein mag, hat aber Nachteile. Vor allem fordert er mehr Energie, sodaß das Auto der Zukunft auch wesentlich mehr Energie verbrauchen wird, um alle Systeme zu versorgen und in Gang zu halten. Diese wird es auch Elektrizität, Benzin/Diesel und Wasserstoff schöpfen.

Auch das Gewicht wird sich die zusätzliche Technik nicht unwesentlich erhöhen, was ebenfalls erhöhten Energiebedarf bedeutet.


Schlußbemerkung

Bei aller Entwicklung darf man nicht vergessen, daß Elektronik den FAHRER nicht ersetzen kann. Elektronik kann nur so funktionieren, wie man sie einstellt. Selbständig denken und reagieren kann sie nicht.



(Zusammenfassung von D. Fiesel, T. Dorr, A. Höltje - Klasse Kfz-99/1
nach: Labs, L. und Höfer, M; Mensch denkt, Chip lenk
in: C't, Heft 5/2000)


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