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Der nächste Schritt war nur sehr schwer vorauszuplanen. Zwei extrem dynamische Persönlichkeiten, Robin Williams und Patch Adams, mußten unter einen Hut gebracht werden.
Shadyac kommentiert: "Es entstand sofort eine Art symbiotischer Beziehung zwischen den beiden. Patch ist einer der belesensten Menschen, die ich kenne. Und auch Robin hat für alles eine Auskunft parat. Sie erfanden sofort eine Art Zitierwettbewerb. Sie spielen auch beide gern den Clown. Sie waren unzertrennlich." Patch erinnert sich an seine erste Begegnung mit Williams: "Es war auf dem Set eines Films, den er gerade beendete. Er fing sofort mit Clownerien an, und ich dachte, ich hätte einen Bruder gefunden. Ich kenne nicht viele Menschen, die so großzügig, so leidenschaftlich und so humorvoll sind. Bei ihm hatte ich sofort das Gefühl: Dieser Mensch verstellt sich nicht."
Williams und das Produktionsteam arbeiteten im Sinne von Patch mit der Make-A-Wish-Stiftung zusammen, um die Wünsche einiger Kinder zu erfüllen, die sich zur Zeit der Dreharbeiten einer Krebsbehandlung unterziehen mußten.Die Kinder erscheinen zusammen mit Williams in den Szenen, die auf der Kinderstation spielen. Diese Szenen verleihen der Aussage des Films Kraft und Würde. Williams, der schon seit langem die Make-A-Wish-Stiftung unterstützt und der jeden Moment seiner freien Zeit mit den Kindern verbrachte, kommentiert: "Den Kindern hat es riesigen Spaß gemacht, in dem Film mitzuspielen. Die Eltern bestätigten, daß es den Kindern wirklich geholfen hat. Und das ist ja das Hauptziel von Patch. Das Herumalbern und der Einsatz von Musik und Kunst und all die Dinge, die normalerweise nichts mit Medizin zu tun haben, können eine deutliche Heilwirkung erzielen." Die Crew-Mitglieder konnten die Begeisterung der Kinder täglich miterleben. Williams trug auf seinem Weg zum Set immer Kinder auf dem Rücken, unter dem Arm, oder sie hingen an seiner Seite. Ein Junge meinte: "Sie sind mehr als ein Schauspieler, Sie sollten Komiker werden." Williams erwiderte kichernd: "Vielen Dank. Ich werde diesen Rat nicht vergessen." Eine der interessantesten und spannendsten Szenen wurde im Studio von Ashville gedreht: eine Überraschungsparty für Carin. In einem Raum, der ganz mit Luftballons angefüllt war, wurde ein Experiment gefilmt, das Patch tatsächlich für seine Patienten ausgeführt hat.
Shadyac erklärt: "Es war eine merkwürdige, aufregende Erfahrung.Wenn sich jemand in einer Ecke des Raums bewegte, fühlten es die Personen in der gegenüberliegenden Ecke... die gesamte Energie wird durch die Ballons zusammengehalten." Und Monica Potter erinnert sich: "Es war unglaublich. Ballons überall, man konnte sich kaum bewegen. Wir filmten mit einer Steadicam, und die Ballons bewegten sich fortwähren vor der Kamera. Dabei versuchte Robin, mir ein Gedicht vorzulesen. Es war sehr lustig, aber wir mußten es ein paarmal drehen." In der University of North Carolina, Chapel Hill, die als Double für die Virginia Medical University dient, glaubte Shadyac die klassische Ivy-League-Atmosphäre anzutreffen, die hervorragend zu der fiktiven medizinischen Fakultät paßte. Dank der positiven Aussage und des liebevollen Humors war PATCH ADAMS der erste Film, der seit dreißig Jahren auf dem Campus gedreht werden durfte. Das Setting war so malerisch, daß selbst Patch zugeben mußte: "Wenn meine Schule so schön gewesen wäre, dann hätte ich vielleicht nicht so rebellisch sein müssen." Obwohl die Darsteller und die Crew den UNC-Campus nach dem Frühjahrssemester übernahmen, war immer noch reichlich Gelegenheit für die Studenten, mitzumachen und zuzuschauen. Für die Außenaufnahmen wurden täglich ca. 200 Statisten benötigt. Die Kostümdesignerin Judy Ruskin kleidete sie epochengerecht ein: in konservativ-zugeknöpfte Anzügen, mit viel Polyester, Kordjacken und Strickwesten mit V-Ausschnitten. Der Campus diente als Schauplatz für die legendäre 'Nudelszene', in der ein Schwimmbad mit Wasser und 12.000 Pfund Nudeln aufgefüllt wird. Die Nudelszene wurde im Film übertrieben dargestellt, aber sie gehört tatsächlich zu den Experimenten, die Patch angestellt hat, um zu zeigen, daß es für ihn keine Grenze gab, wenn es darum ging, einen Hoffnungsschimmer in seinen Patienten zu erwecken. Zu seinen unorthodoxen, humorvollen Methoden ließ sich der junge Patch durch einen Insassen einer psychiatrischen Anstalt inspirieren. Rudy (Michael Jeter) hatte Visionen von Dämonen in Form bösartiger Eichhörnchen. Diese Idee war für den damals achtzehnjährigen Patch so ungeheuerlich, daß er sich entschloß, Rudy im Kampf gegen seine Ängste beizustehen. Dazu erfand er ein humorvolles Spiel. Diese Erfahrung hatte eine nachhaltige Auswirkung auf Patchs ganzes Leben. Patch hierzu: "Rudy bekam keinen Besuch von Freunden; zu mir kamen hingegen viele. Seine Tränen wogen so schwer wie Millionen Pfund, meine kaum ein Gramm. Als ich mich um Rudy kümmerte, mußte ich nicht mehr leiden; ich wurde abgelenkt von meinen Sorgen, und es war mir peinlich, daß mein Leid vergleichsweise so gering war. Damals entdeckte ich, was für eine große Freude es ist, anderen zu helfen." |