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NANJING ALS STUDIENORT UND STADT - DIE RICHTIGE WAHL?
So, weiß jeder wo Nanjing denn überhaupt liegt und wie die Stadt aussieht? Also erstmal ein paar Fakten über Nanjing selbst.
Nanjing selbst ist die Hauptstadt der Provinz Jiangsu in Südchina. Nanjing wird vom Yangtse geteilt, das heißt das neue "Industriegebiet" und ein Teil des Uni-Campus liegt jenseits des Yangtse. Aber das muß weiter nicht stören, denn damit kommt man als Ausländer meist sowieso nicht so ganz in Berührung. Einwohner zählt Nanjing so um die 4,5 Millionen, was eine relativ moderate Stadt ausmacht.
Klimatisch ist Nanjing durchaus mit Städten in Deutschland zu vergleichen. Ein relativ milder Winter (ca. 2-8 Grad) wird aber durch die fehlenden Heizungen verschärft und der Sommer wird sich noch zeigen müssen, aber angeblich soll Nanjing neben Wuhan und Chongquing zu den "Hitzetöpfen" der Volksrepublik gehören. Im September und Oktober konnte man auf alle Fälle einen Vorgeschmack von der Hitze und der Feuchtigkeit des Sommers mitnehmen.
Interessant wird Nanjing natürlich auch durch die Nähe zu Shanghai, was sich wohl am meisten im hohen industriellen Niveau der Region niederschlägt. Für Euch ist das natürlich auch praktisch. So könnt Ihr nach Shanghai fliegen und in nur zweieinhalb Stunden direkt vom International Terminal des Shanghaier Flughafens mit dem Bus hier in Nanjing sein oder mit dem Zug in drei bis fünf Stunden.
Die Universität Nanjing ist eine der wohl bekannteren Unis in China, die ein Sprachprogramm anbieten. Was die Qualität betrifft, ist es jedem selbst überlassen, sich ein Urteil zu bilden. Auf weitere Details zum Studium will ich später noch eingehen.
Auf jeden Fall finden sich hier jedes Jahr so ca. 200 Studenten aus der ganzen Welt ein, um neben Sprachstudien auch MBA oder PhD-Studiengänge zu besuchen. Einen großen Anteil dieser Studenten machen amerikanische Programme aus, die ihr eigenes Sprachprogramm und "Kulturprogramm" für ein halbes Jahr absolvieren. Neben den Amerikanern dürften die Deutschen wohl die stärkste Gruppe stellen. Denn neben den fünf oder sechs DAAD-Stipendiaten nimmt auch eine Gruppe von ca. 15 Stipendiaten der Alfred-Krupp-von-Bohlen-Stiftung (Studienstiftung des deutschen Volkes) an den Sprachkursen teil.
Für mich war Nanjing bisher die richtige Wahl, denn als relativ kleine Stadt bietet Nanjing doch fast alles, was man in einem Land wie China als Westeuropäer dann doch ab und an vermißt - und dabei ist es noch bei weitem nicht so überfrachtet mit Fast-Food-Reklame und teuren Restaurants, Nachtclubs oder In-Treffs wie Shanghai oder Beijing.
VORBEREITUNG
Eine eigentliche Vorbereitung auf den "Kulturschock China" kann ich Euch nicht unbedingt geben. Ich habe auf jeden Fall einiges vergessen, was nice to have gewesen wäre. Mal sehen, ob ich so einiges noch zusammenbringen kann.
Impfungen
Die Standardimpfungen sind auf alle Fälle angebracht. Typhus, Tetanus und so und dann solltet Ihr auf keine Fälle die Hepatitis-Impfung vergessen. Aber die werden wohl doch sowieso in diesem Gesundheitszeugnis gefordert. Das solltet Ihr auch mit irgendwelchen roten Stempeln Eures Arztes und des Gesundheitsamtes versehen lassen. Das macht einiges einfacher. Eine Kopie des AIDS-Tests und vielleicht des EKGs ist auch hilfreich, wobei ich nie Röntgenbilder gebraucht habe, aber das kann an anderen Unis auch wieder anders aussehen. Falls Ihr einen vollständig ausgefüllten Impfpaß besitzt, dann packt den auch ein, denn das kann Euch eine unnötige Blutabnahme in einer chinesischen Gesundheitsbehörde und jede Menge unnötige Lauferei ersparen. Falls Ihr aber doch eine Blutabnahme vornehmen lassen müßt, dann achtet auf alle Fälle darauf, daß Ihr frische Nadeln bekommt, denn es ist schon Leuten hier passiert, daß sie eine Auswahl an Nadeln bekommen haben, wobei einige billiger, weil schon benützt waren.
Eine Malaria-Impfung ist für Nanjing nicht nötig. Ob Ihr Euch Präventivmedikamente mitnehmen solltet, liegt wohl hauptsächlich daran, wohin Ihr in Euren Semesterferien reisen wollt. Falls es in den tiefen Süden geht, kann es empfehlenswert sein. Die Medikamente gibt es in Nanjing auch kostenlos über Euren Danwei zu beziehen, aber es ist ein ziemlicher Streß und Ihr solltet auch nach Möglichkeit genau wissen, was Ihr wollt.
Sonstige Medikamente solltet Ihr nach Eurem Gusto einpacken. Auf jeden Fall sind so die Standards (Durchfall, Magen, Fieber,…) empfehlenswert, denn nach 2 Monaten kann man fast davon ausgehen, daß es jeden mindestens einmal erwischt hat.
Studium zuhause
Eine Beurlaubung könnt Ihr mit der Bestätigung des DAAD bei Eurer Heimatuni vornehmen lassen. Bei meiner Karlsruher Uni war es aber nicht möglich, mich für das ganze Jahr direkt beurlauben zu lassen. Also gebt auf jeden Fall jemandem in Deutschland eine Vollmacht für solche Angelegenheiten.
Falls Ihr BaFöG-Empfänger seid (oder auch nicht), dann solltet Ihr auf jeden Fall frühzeitig das AuslandsBaFöG beantragen. Das lohnt sich auch für jemanden, der in Deutschland kein BAföG bekommt, könnte durch die unterschiedlichen Bemessungsgrundlagen im Ausland dann hier eine nette kleine Unterstützung bekommen. Der ganze Papierkram kann auf jeden Fall schon in Deutschland gemacht werden. Ihr braucht dann nur noch eine Bestätigung der Uni in China, daß Ihr auch wirklich hier studiert. Dabei solltet Ihr auch beachten, daß sie auf dem Formblatt "General Advanced Student" oder das Äquivalent ankreuzen.
Versicherung und Flüge
Da ist es natürlich schwer einen Tip zu geben. Das hängt ganz von den Möglichkeiten ab, die Ihr in Eurer Heimatstadt habt - und wahrscheinlich stimmen meine Preise auch nicht mehr. Dann gibt es ja auch die Möglichkeit nur one-way zu fliegen und zurück mit der TransSib zu fahren oder umgekehrt. Manch einer fliegt dann auch später aus einem anderen Land zurück oder will auf der Seitenstraße zurückfahren. Alles Möglichkeiten, die interessant sind. Es liegt also an Euren Interessen, was Ihr gerne machen möchtet oder auch wie lange Ihr Zeit haben werdet.
Ich habe auf alle Fälle einen Flug über STA (Student Travel Association, WWW-Adresse: www.sta-travel.com) in Karlsruhe gebucht. Soweit ich weiß, müßten die eigentlich in jeder größeren deutschen Uni-Stadt ein Büro haben. Die konnten mir die billigsten Studentenpreise vermitteln. So habe ich für ein Jahresticket mit Thai International nach Beijing etwa 1250 DM bezahlt. Ich hatte die Auswahl, auch nach Shanghai zu fliegen, was für Nanjing eigentlich günstiger ist. Doch damals wußte ich noch nicht, daß am Nachmittag (~13, 15 und 17 Uhr) drei Busse direkt vom International Terminal nach Nanjing fahren. Bei der Buchung solltet Ihr darauf achten, daß Ihr das Rückflug-Datum flexibel gestalten könnt, denn Ihr wißt ja nicht, was am Ende noch so passiert.
Eine Auslandskrankenversicherung solltet Ihr auf jeden Fall abschließen - und das war für mich zumindest eine ziemliche Rennerei, denn gesetzliche Krankenversicherungen bieten keine Auslandskrankenversicherung an und bei privaten gibt es große Unterschiede. Ich habe mich am Ende dann für den Auslandsschutz von STA entschieden, die ein Paket gerade für Studenten im Ausland anbieten. Gerade Sportrisiken oder Risiken, die beim Reisen mit dem Rucksack entstehen, werden mit dieser Versicherung hervorragend abgedeckt. Die sonstigen Leistungen sind auf alle Fälle mit den großen privaten Versicherungen konkurrenzfähig. Die Versicherungs-dauer ist individuell anpaßbar und als kleines "Schmankerl" kommt die Erstattung der Gebühren im Ausland noch darauf. Das heißt, STA hat ein weltweites Netz (das nächste Büro ist in Hong Kong) mit dem sie Gebühren, die im Krankheitsfall anfallen, direkt im Reiseland begleichen können. Das kann Eurem Geldbeutel im Notfall ganz gut tun, denn Ihr müßt nicht lange auf Zahlungen aus Deutschland warten.
MITNEHMEN?!
Mittlerweile bekommt man in China eigentlich fast alles, was man bei uns auch bekommt - nur die Qualität differiert meistens ein wenig und vor allem muß man erheblich länger danach suchen. In China dauert alles einfach etwas länger, aber auch daran gewöhnt man sich.
Kleidung
Trotzdem solltet Ihr einige Dinge vielleicht lieber einpacken, um Euch so manchen Streß oder manche Fahrt nach Shanghai zu sparen. Kleidung gibt es dank der großen ausländischen - vor allem amerikanischen - Bekleidungsketten in europäischem Stil und auch in westlichen Maßen, so daß Ihr Euch beim Packen des Koffers fast auf die Lieblingspullis und -hosen beschränken könnt. Aber trotzdem solltet Ihr ein paar Kleinigkeiten beachten. Gerade große Menschen wie ich können sich manchmal kleinen Problemen gegenübergestellt sehen. Schuhe in Größen über 45 sind manchmal schwer zu finden - also ein paar gute Schuhe und vielleicht ein paar Turnschuhe oder Trekkingschuhe sind doch angebracht. Dann haben große Menschen ja auch große Hände und das kann im Winter mal zu einem Problem werden, denn man benötigt in Nanjing schon ein paar gute Handschuhe (gerade wenn man bedenkt, daß eigentlich kein Gebäude eine Heizung hat - wir sind ja südlich des Yangtse und haben deshalb immer Sommer…) - und die sind wirklich alle zu klein. Das wichtigste an mitzubringenden Kleidungsstücken sind wahrscheinlich einige paar vernünftige Socken, denn ich habe noch keine Socken hier in China gefunden, die ich gerne anziehen möchte - und da heißt es wieder, ein zwei warme für den Winter können nicht schaden.
Hygiene
Und wieder: es gibt fast alles in China, besonders in den großen Einkaufszentren, aber wer sein Nivea-Shampoo von zuhause braucht, der sollte es auch einpacken. Ein paar extra Deodorants können auch nicht schaden und vor allem Duschgel ist hier nicht so reichlich vorhanden. Aber anscheinend wird es auch von Jahr zu Jahr besser.
Für Kontaktlinsenträger ist vielleicht noch anzumerken, daß es hier keinerlei Probleme geben dürfte, denn entsprechende Reinigungsflüssigkeiten oder ähnliches gibt es genügend - auch die bekannten Marken. Brillenträger können mit dem Kauf eine Zweitbrille in China immer noch ein Schnäppchen machen. Ihr solltet vielleicht vorher Eure Augen nochmal beim Optiker ausmessen lassen und die Ergebnisse mitbringen, denn das vereinfacht den Kauf.
Geld
Anscheinend haben sich die "finanziellen Beziehung" zwischen der Volks-republik und der Bundesrepublik verfestigt. So ist es keine Problem, hier ein Devisenkonto zu eröffnen, auf dem Ihr die unterschiedlichsten Währungen horten könnt. Als Bank kann ich Euch die Bank of China empfehlen, denn die haben auch in Deutschland Filialen, so daß Eure Hausbank bei Problemen sich direkt an die Filiale in Hamburg oder Frankfurt wenden kann. Eine Überweisung aus Deutschland dauert irgendwo zwischen 2 und 6 Tagen im Normalfall - also gar kein Problem. Die Gebühren für eine solche Überweisung sind auch von Bank zu Bank unterschiedlich. Das solltet Ihr vielleicht auch vorher rausfinden, damit Ihr das beste Schema für Auslandsüberweisungen ermitteln könnt.
Aber am Anfang werdet Ihr wohl doch ein wenig Geld flüssig brauchen. Am Anfang benötigt man auch im Durchschnitt mehr Geld als in den späteren drei Monaten. Jetzt kommt es natürlich darauf an, welchen Lebensstil Ihr gewöhnt seid oder ob Ihr Vollstipendiaten seid oder was Ihr alle kaufen wollt. Aber ein Betrag von 2000 - 3000 DM ist für den Start auf jeden Fall ausreichend. Ich würde Euch auch empfehlen, daß Ihr das, wenn möglich und sicher, in bar mitnehmt, denn die Umtauschkurse auf dem Schwarzmarkt (und wo Ihr da sicher tauschen könnt, findet Ihr schnell heraus) liegen etwa 10 Prozent über den Kursen der Banken - und Traveller-Schecks könnt Ihr nur bei gewissen Banken tauschen. Auch ein Umtausch in Dollar dürfte sich kaum lohnen, denn die DM steht hier noch felsenfest und mit dem Dollar könnt Ihr zumindest keinen großen Gewinn erzielen.
Eine Vollmacht für die Bank zuhause ist natürlich auch angebracht.
Sonstiges
Ein paar Kleinigkeiten solltet Ihr dann auch nicht vergessen, die das Leben einfacher, schöner und manchmal bequemer machen. Für den ganzen Papierkrieg am Anfang braucht Ihr sicher etwa 10 Paßbilder. Manch ein Fotoladen in Deutschland bietet mittlerweile das digitale Erstellen von Paßbildern an, das billig, unkompliziert und schnell ist. Nehmt da einfach einen Bogen mit.
Ein Walkman oder CD-Player kann auch nicht schaden, damit Ihr auch Eure Lieblings-CD abspielen könnt. Die gängigen Musik-CDs gibt es in China aufgrund des fehlenden Copyright-Gesetzes zum Schleuderpreis, aber deutsche und etwas vom Mainstream abgelegene Musik ist schwer zu finden - wenn nicht unmöglich.
Falls Ihr einen Laptop habt, dann wäre es sicher keine schlechte Idee, den mitzunehmen, denn er erleichtert Kommuniktion und so den ganzen anderen Computerkram ungemein.
Und für den Start kann ein Glas Nutella oder vielleicht ein paar Tafeln Schokolade nicht schaden, denn die vermißt man hier am Anfang doch ab und an ungemein.
ENDLICH IN CHINA
Wie lange hat jetzt die Vorbereitung und der Papierkrieg gedauert? Wohl fast ein Jahr oder vielleicht doch ein wenig länger. Aber irgendwann kommt man dann doch in China an und dann geht´s mit all den kleinen alltäglichen Problemchen los. Ich war dann aber doch einigermaßen überrascht, daß eigentlich alles ziemlich problemlos abgelaufen ist, obwohl ich nicht allzuviel Chinesisch gesprochen habe, als ich hierher kam. Aber das liegt wohl an dem stark ausgebildeten Gruppengefühl unter den Ausländern. Man kann eigentlich immer davon ausgehen, daß irgend jemand weiß, wo man ein Fahrrad kaufen kann oder wie man das Konto eröffnet. Informationen fließen eigentlich sehr frei und das macht das Leben am Anfang einfacher.
Aber auf ein paar Aspekte will ich doch eingehen, damit Ihr eine Vorstellung davon bekommt, was Euch hier erwartet und Ihr vielleicht über einzelne Hürden ohne Probleme springen könnt.
Ankunft
In Nanjing wird Eure Ankunft wohl zwischen dem 1. und 6. September erwartet werden, das heißt in dieser Zeit und den Tagen bis Semesterbeginn steht Einschreibung, polizeiliche Registrierung und Gesundheitskontrolle an. An diese Zeiten solltet Ihr Euch vielleicht auch halten, denn in diesen Tagen gibt es feste Termine, an denen die Beamten (außer Gesundheitsamt) ins Ausländerwohnheim kommen und Euch da registrieren. Das vereinfacht die ganze Sache, denn Ihr erspart Euch jede Menge Rennerei, die Ihr hättet, wenn Ihr zu spät kommt. In diesen Tagen fallen auch einige Gebühren an, die Ihr bereit halten solltet. So kostet die Ausstellung der Aufenthaltsgenehmigung ca. 200 Yuan, das Gesundheitszeugnis (je nach nötigen Untersuchungen) nochmals 25 - 150 Yuan und noch einige kleinere Beträge für irgendwelche Bescheinigungen, Kopien oder ähnliches.
In den ersten Tagen gibt es auch eine Aufklärung durch die Ausländerpolizei über das, was Ihr dürft und was Ihr unterlassen solltet. Das Interessanteste daran war wohl die Aufzählung der fälligen Strafen bei Nichtbeachten.
Studium
Nach all den nötigen bürokratischen Unannehmlichkeiten beginnt dann allmählich das Studium der chinesischen Sprache. Das Studium beginnt Mitte September - also einfach noch ein paar Tage Zeit, um sich zu orientieren oder auf die ersten Unterrichtsstunden vorzubereiten.
Die Kurse sind in einzelne Levels eingeteilt, die den Kenntnisstand des Chinesisch widerspiegeln sollen. So gibt es vier Stufen der Sprachkurse A-D, wobei A die höchste Stufe und D dem Anfängerlevel entspricht. Darüber gibt es noch eine Klasse, die sich hauptsächlich mit Kultur und Landeskunde beschäftigt. Die Kurse sind so gedacht, daß sie aufeinander aufbauen und jeweils für ein Semester ausgelegt sind, das heißt, daß man automatisch im zweiten Semester einen Kurs höher eingestuft wird. Eine großer Bruch soll zwischen den Levels B und C bestehen.
Eine Einstufung der jeweiligen Studenten findet vor Semesterbeginn (um den 10.09.) statt. Dazu bedient sich die NanDa des allseits bekannten und geliebten HSK. Was der aber über den tatsächlichen Kenntnisstand aussagt, bleibt wohl eher umstritten. Die Einstufung bleibt auch ein Geheimnis.
Aber Ihr müßt Euch da keinerlei Sorgen machen, denn in den ersten zwei bis drei Wochen könnt Ihr die Kurse wild wechseln. Sucht Euch einfach einen Kurs aus, der Eurem Kenntnisstand entspricht und, vielleicht viel wichtiger, der die Lehrer hat, mit denen Ihr gut zurechtkommt. Also kein Streß am Anfang über die Einstufung…
Mitte September beginnt dann der Unterricht. Die Unterrichtsmaterialien könnt Ihr mit Eurer Studentenkarte in der Bibliothek des Ausländer-wohnheims kaufen. Ein Austausch der Bücher nach einem eventuellen Wechsel der Kurse ist normalerweise auch kein Problem. Die Bücher liegen für Menschen ohne Vollstipendium etwa bei 120 Yuan.
Der Unterricht findet zu einem großen Teil in den Räumen des Wohnheims statt, das heißt, daß Ihr eigentlich gar nicht auf den Campus müßt und auch nicht allzuviel mit chinesischen Studenten in ihrem täglichen Alltag zusammenkommt - ist wahrscheinlich auch Politik. Aber einen Vorteil hat das auch, denn im Winter sind die Räume des Wohnheims im Gegensatz zu den Uni-Gebäuden beheizt - und das weiß man dann doch irgendwann zu schätzen.
Der Unterrichtsstoff unterscheidet sich natürlich nach Klassenstufe. So konzentrieren sich die unteren Levels vorwiegend auf Konversation, Schreiben&Lesen und Hörverständnis, wobei die höheren dann mehr Wert auf Textverständnis oder Zeitungslektüre legen. Der Unterricht ist etwas anders aufgebaut als man es von Sprachunterricht in anderen Ländern gewöhnt ist. So erscheint doch vieles hier als stures Auswendiglernen und reiner Frontalunterricht - liegt vielleicht auch am System des Unterrichts hier in China. Es bleibt generell aber zu sagen, daß die Qualität des Unterrichts erheblich von der Motivation und den Fähigkeiten der Lehrer abhängt. Also sucht Euch Euren Kurs vielleicht nach den Lehrern aus.
Einen wichtigen Anteil an den Fortschritten des Chinesisch kann man aber auch den einzelnen Sprachpartnerschaften zuschreiben, die sich nach kurzer Zeit bilden. Dabei bietet Nanjing auch einen großen Vorteil, denn hier gibt es eine große Deutschfakultät und die chinesischen Studenten haben einen hohen Level und sind stark daran interessiert, eine Sprachpartnerschaft mit deutschen Studenten einzugehen. Man muß also gar nicht lange suchen, sondern die chinesischen Studenten "fallen einem fast in den Schoß".
Doch Sprachpartnerschaften laufen auch nicht immer unproblematisch ab, denn meist ist das Deutsch oder Englisch der Chinesen erheblich besser als unser Chinesisch und dann ergibt sich meist ganz automatisch, daß man vorwiegend Deutsch oder Englisch spricht. Wenn man diesem Problem entgegenwirken möchte, dann sollte man sich einen Nachhilfelehrer suchen, mit dem man nur Konversation machen kann. Vorzugsweise sollte es vielleicht jemand sein, der weder Deutsch noch Englisch spricht. Meist sind einem die Lehrer oder auch einzelne Fakultäten behilflich, jemanden passendes zu finden. Es ist auch nicht allzu kostspielig, denn chinesische Nachhilfelehrer verdienen bei weitem nicht so viel wie deutsche - ein Stundenlohn von 20 Yuan (etwa 4 DM) ist eigentlich normal.
Wenn neben all den Möglichkeiten Chinesisch zu lernen dann noch ein wenig Zeit bleibt, kann man auch das "kulturelle" Angebot der NanDa in Anspruch nehmen. So bietet das Department for International Students auch Kurse in Kalligraphie an, die amerikanischen Programme bieten verschiedene Möglichkeiten (Kochen, Ausflüge,…), an denen man auch als Nicht-Amerikaner meistens teilnehmen kann. Aber es werden auch privat Möglichkeiten geboten, einen tieferen Einblick in chinesische Kultur und Tradition zu bekommen. So wird Unterricht in verschiedenen traditionellen Musikinstrumenten, Kurse in TaiJi Quan oder Wushu angeboten. Eine entsprechende Ankündigung findet Ihr meist am schwarzen Brett des Wohnheims.
Das Semester ist in Nanjing eher kürzer als in anderen Universitäten. Der Beginn liegt Mitte September und das Wintersemester endet irgendwann kurz vor Weihnachten. Das Sommersemester beginnt dann wieder Anfang März und soll irgendwann Ende Juni enden. Das heißt, Euch bleiben zwischen Winter- und Sommersemester eigentlich zwei Monate Zeit, um Euch im Land umzusehen oder auch nach Deutschland zu fliegen.
Wohnung
In Nanjing gibt es im Gegensatz zu anderen chinesischen Städten mehrere Möglichkeiten unterzukommen. Die meisten chinesischen Städte erlauben es den ausländischen Studenten nicht, außerhalb des Campus bzw. außerhalb der dafür vorgesehenen Wohnheime zu wohnen. Die Behörden in Nanjing machen es einem relativ leicht, eine Wohnung außerhalb des Campus zu nehmen. Man benötigt eigentlich nur ein Formblatt des Sekretariats an der Uni, eine Registrierung bei der örtlichen Polizeistelle und dann noch eine Registrierung bei der Ausländerpolizei. Das größte Problem dabei könnte das Auffinden der für die Wunschwohnung zuständigen Polizeistelle sein, aber da hilft Euch der Vermieter bestimmt auch weiter.
Xi Yuan
Aber weil das Ausländerwohnheim Xi Yuan wohl Eure erste Anlaufstelle sein dürfte (und wohl die endgültige für Vollstipendiaten, denn die bekommen das Zimmer ja gestellt) will ich Euch alle Alternativen beschreiben.
Xi Yuan bietet für den Anfang den Komfort, Leute und die Umgebung kennenzulernen. Darüber hinaus bietet es nicht allzu viel. Auf 20 Stockwerken werden Studenten untergebracht. Dabei teilen sich meistens zwei (in wenigen Fällen drei) Studis ein Zimmer. Die Zimmer sind spartanisch eingerichtet und manch einer war über die Härte des Bettes beim ersten Fallenlassen nach der langen Reise doch einigermaßen überrascht. Im Angebot sind Zimmer für 3.50, 4, 5 und 10 Dollar die Nacht, was jeweils für eine Person ist, das heißt, wenn Ihr ein Zimmer für Euch alleine möchtet, dann wird der doppelte Preis fällig. Die Unterschiede bei den zwei billigsten Varianten besteht lediglich in der Größe des Zimmers, bei 5 Dollar-Zimmern sind ein Fernseher und das wöchentliche Wechseln der Bettwäsche vorgesehen und bei den 10 Dollar hat man dann allen möglichen Komfort, Bettwäsche, Teppichboden, Klimaanlage.
Ihr könnt mit einem Formular, das Ihr mit Eurer Immatrikulations-bescheinigung bekommt, ein Zimmer in der gewünschten Kategorie reservieren - eine Garantie, daß Ihr das dann auch bekommt, ist das aber noch lange nicht. Ihr könnt die Zimmer täglich, wöchentlich oder auch monatlich bezahlen. Wenn Ihr die ersten sechs Monate auf einmal bezahlt, bekommt Ihr einen Rabatt von 5 Prozent, das ganze Semester bedeutet einen Rabatt von 10 Prozent (glaube ich). Aber davon würde ich Euch mal abraten, denn, wie schon erwähnt, es gibt genügend andere, attraktivere und vor allem billigere Möglichkeiten unterzukommen, so daß das Xi Yuan für die meisten eher eine Art Absprungbrett ist (solange sie sowieso wie wir Selbstzahler für das Zimmer selbst zahlen müssen).
Badezimmer, Toiletten und Dusche werden geteilt, d.h. ein Flur mit ca. 25 Personen teilt sich 2 Duschen und zwei Toiletten. Die Badezimmer sind erträglich sauber, auch wenn man sich manchmal eine westliche Toilette wünscht. Warmwasser gibt es eigentlich immer.
Wenn Ihr die Möglichkeit habt, dann nehmt Euch bei Eurem Einzug ein Zimmer auf der Seite der geraden Nummern, denn da scheint am Tag durchschnittlich etwas mehr Sonne rein als in die Zimmer mit ungeraden Nummern - und im Winter kann das ab und an doch sehr hilfreich sein, denn die Heizung wird nur zweimal am Tag für etwa 2 Stunden angeschmissen, morgens und abends. Daneben gibt es wenig Möglichkeiten, die einzelnen Zimmer zu heizen, denn die Stromkreise sind so schwach abgesichert, daß beim gleichzeitigen Betrieb von Fön und Toaster (was ja nicht erlaubt ist) die Sicherung fliegt.
Auf jedem Flur gibt es auch eine Küche, die mit Gaskochern und manchmal auch dem nötigsten an Geschirr ausgestattet ist. Kühlschränke gibt es nicht. Meistens finden sich aber ein paar Leute, die sich zusammentun und gemeinsam einen anschaffen. Raum und Strom ist in den Küchen vorhanden. Die Sauberkeit hängt jeweils von den Stockwerksmitbewohnern ab.
Außerdem bietet das Xi Yuan auch einen Waschservice, der zuverlässig, billig und schnell ist - nur trocknen muß man die Wäsche selbst. Daneben gibt es noch eine Mensa, ein Café mit Internet-Zugang, einen Kraftraum, eine Bibliothek und die Stufen, auf den man immer nette Leute mit einem Bierchen in der Hand treffen kann, die vor allem am Anfang immer etwas neues zu erzählen haben.
Alternativen zum Xi Yuan
Aber für den Preis, den das Xi Yuan kostet, bietet es doch relativ wenig an Wohnqualität. So sind die Alternativen in allen Fällen bedenkenswert.
So gibt es die Möglichkeit, bei einer chinesischen Familie zu wohnen. Für ein möbliertes Zimmer zahlt man in diesem Fall ca. 600 Yuan (ca. 120 DM). Daneben kann man meist mit der Familie essen, so daß für Verpflegung nochmals ca. 300 Yuan pro Monat anfallen. Das ist im Gegensatz zu den Preisen im Xi Yuan sehr erschwinglich und man hat sein eigenes Zimmer. Darüber hinaus ist man im ständigen Kontakt mit Muttersprachlern, die in den wenigstens Fällen Englisch sprechen, so daß das eigene Chinesisch erheblich verbessert wird. Aber es kann auch zu Problemen führen. Es muß wohl jeder selbst entscheiden, ob das das richtige für ihn ist. Es gibt in der Nähe der Uni eine Vermittlungsstelle, die ausländischen Studenten weiterhilft, eine chinesische Familie zu finden.
Dann kann man sich auch noch eine eigene Wohnung nehmen. Um die Uni herum gibt es eine Vielzahl von Maklern, die privat Wohnungen vermitteln. Das ist relativ problemlos und kann sehr schnell gehen. Ich habe zusammen mit einem Freund diese Alternative gewählt und nach der Entscheidung, daß wir ausziehen wollen, haben wir an einem Tag Wohnungen angesehen und zwei Tage später konnten wir schon in die neue Wohnung einziehen. Für den Service verlangt der Makler im Normalfall eine Monatsmiete.
Mit ein bißchen Verhandlungsgeschick kann die Wohnung auch mit all dem ausgestattet werden, was man sich wünscht - Klimaanlage, Kühlschrank, Kochmöglichkeit, Heizung, zusätzliches Bett,… Die Wohnungspreise sind stark von Lage und Qualität abhängig. Aber man kann eine Einzimmerwohnung so ab 800 Yuan (ca. 160 DM) bekommen. Für sehr schöne 2-Zimmer-Wohnungenn in zentraler Lage (bei der Uni) zahlt man so ab 1200 Yuan aufwärts. Dann kommen noch Strom und Wasser dazu, aber das ist monatlich wirklich nicht so viel. In den meisten Fällen wird auch ein Telefon, Fernseher und ähnliches gestellt.
Nachdem Ihr ausgezogen seid, müßt Ihr nur Eure neue Adresse der Uni, der örtlichen Polizeistation und der Ausländerpolizei mitteilen, so daß die Euch auch finden können. Das ist also in Nanjing wirklich kein Problem und dafür darf man den örtlichen Behörden wirklich dankbar sein.
Lebenstechnisches
Nach all den nötigen Anfangsproblemen und -schwierigkeiten gibt es natürlich auch im täglichen Leben ständig neue Herausforderungen.
Essen
Das erste größere Problem, was im Endeffekt gar keines ist, stellt die "Nahrungsaufnahme" dar. Bei all der Auswahl an chinesischen Gerichten fällt es einem oft schwer, zu sagen, was man denn jetzt gerade möchte. Für den Anfang bieten die kleinen Restaurants um das Wohnheim herum genau das, was man sich als Ausländer in China als erstes wünscht: eine englischsprachige Speisekarte. Das hört sich vielleicht ziemlich banal an, aber man ist anfangs wirklich sehr froh darum, gerade wenn es ums Essen geht.
Die kleinen Lokals um das Wohnheim bieten eine Fülle an chinesischen Gerichten, die dem Geldbeutel und dem Appetit von Studenten sehr angepaßt sind. Darüber hinaus findet sich auch auf manch einer Speisekarte auch manches westliche Gericht, das man mitunter auch empfehlen kann. Nach ein paar Wochen sehnt man sich einfach mal nach etwas, das man notfalls auch ohne Stäbchen essen kann.
Kleinere Märkte in der Nähe der Uni versorgen die Bewohner der angrenzenden Viertel mit frischem Gemüse, Fleisch und Obst. Handeln ist im Gegensatz zu anderen Märkten auf den Gemüsemärkten leider nicht so üblich - oder die erzielten Erfolge sind eher vernachlässigbar klein (und beim Wiegen können die Verkäufer jeden Ausländer übers Ohr hauen…).
Es ist vielleicht zu sagen, daß manch ein - oder eigentlich fast jeder - ausländischer Student nach ein paar Wochen mindestens einmal Probleme im Magen hatte. Ob das am Essen liegt, bleibt mal dahingestellt. Auf jeden Fall sollte man darauf vorbereitet sein und sich vielleicht aus Deutschland entsprechende Medikamente mitbringen.
Die Devise, die hier bei chinesischem Essen herrscht, lautet: Erstmal versuchen und dann ein Urteil bilden. Manche Dinge schauen wirklich ziemlich übel aus, schmecken dann aber hervorragend. Und Dinge wie hundertjährige Eier, Hühnerfüße, Schlange oder Hund stehen auch nicht jeden Tag auf der Speisekarte.
Kommunikation
Ein großes Problem stellt sich für jeden, der nach China kommen will. Man stellt sich ja vor, daß man von der Welt abgeschnitten sein wird und kaum Kommunikation möglich ist. Aber das scheint sich in den letzten Jahren erheblich gebessert zu haben. Internet heißt hier das Zauberwort. Auch in China schießen Internet-Cafés wie Pilze aus dem Boden und eigentlich kann auch jeder zuhause eine Internet-Verbindung bekommen.
So gibt es die Möglichkeit, in diversen kleineren und größeren Internet-Cafés rund um die Uni zu unterschiedlichsten Preisen - sie reichen von 9 Yuan bis 18 Yuan die Stunde - sich auf den großen Datenhighway zu begeben. Dabei sollte man vielleicht schon vorher mal über einen Account bei einem kostenlosen eMail-Anbieter nachdenken. Dabei bieten sich natürlich die großen an: Hotmail von Microsoft (www.hotmail.com), Yahoo-Mail (www.yahoo.com) oder deutsche Anbieter (www.gmx.de). Die sind in den meisten Fällen komfortabel und schnell abzurufen - naja, schnell ist in China relativ, der Netzausbau ist noch nicht so fortgeschritten wie in Europa.
Natürlich kann man sich auf die konventionelle Art der Kommunikation verlassen. Telefon und Post gibt es auch in China.
Ein Brief nach Deutschland dauert irgendwo zwischen 6 und 20 Tagen, die Gegenrichtung etwa genau so lange. Manchmal kann es aber doch vorkommen, daß irgendwelche Briefe verloren gehen und oft scheint es auch zu passieren, daß Briefe aus Deutschland geöffnet werden. Deshalb sollte man möglichst vorsichtig sein mit Paketsendungen. Schokolade tendiert manchmal dazu verlorenzugehen.
Telefon ist leider ziemlich teuer und manchmal auch ein wenig kompliziert, denn bei weitem nicht alle Telefonleitungen bieten die Möglichkeit internationale Gespräche zu führen. Gerade werden im Xi Yuan die einzelnen Zimmer mit privaten Telefonen ausgestattet, von denen man unter dem Gebrauch von speziellen Telefonkarten auch internationale Gespräche führen können soll. Das wird sich aber erst in den nächsten Monaten herausstellen.
Die Kosten liegen je nach Tageszeit zwischen 3 und 5 DM, d.h. mit einer TeleCard der deutschen Telekom kommt man im Moment auch billiger davon. Dabei besteht wieder die Schwierigkeit, daß die kostenfreien Rufnummern, die zur Anwahl des TeleCard-Service benötigt werden, an den meisten öffentlichen Telefonzellen gesperrt sind. Aber wahrscheinlich dürften sie bei den privaten Leitungen im Xi Yuan funktionieren. Alternativen zur TeleCard dürfte es in Deutschland ja mittlerweile ja auch geben. Dabei sollte man aber beachten, daß die einzelnen Telefongesellschaft auch wirklich einen Vertrag mit der Volksrepublik abgeschlossen haben. Eine weitere Möglichkeit besteht immer noch in einem Callback-Service. Diese Möglichkeit ist aber eher schwierig von China aus zu benützen, könnte aber Euren Eltern oder Freunden in Deutschland jede Menge Geld sparen, denn die Tarife für ein Gespräch zwischen Deutschland und China können bei ca. 80 Cents liegen - und das liegt weit unter den Tarifen in Deutschland. Eine interessante Internet-Adresse für Informationen über deutsche Telefongesellschaften könnte www.billiger-telefonieren.de sein. Vielleicht findet Ihr da die ideale Telefongesellschaft, die den Menschen daheim viel Geld sparen hilft.
Information
Neben der Kommunikation stellt die Information in China ein weiteres Problem für uns dar. Es ist sehr schwierig, internationale Zeitungen oder Nachrichten zu bekommen. Wenn man nicht gerade das Glück hat, daß man in Shanghai oder Beijing lebt, gibt es nicht viele Möglichkeiten. In Nanjing hat man nur ab und an die Chance, eine etwas ältere (ca. 1 Monat) Time oder Newsweek zu ergattern.
Aber auch da hilft das Internet weiter. Große deutsche Nachrichtenmagazine oder Zeitungen unterhalten eigentlich alle eine Internet-Seite. Verschiedene Zeitungen bieten auch an, daß ein kostenloser Newsletter an den eigenen eMail-Account geschickt wird. So schickt die Deutsche Welle (www.d-welle.de) täglich zweimal die Textfassung der verlesenen Nachrichten an die subskripierten Adressaten. Die Information ist nicht besonders tiefgehend, aber bietet einen ersten Überblick.
Internationale Agenturen wie CNN bieten einen ausgefeilteren Service, so daß man sich z.B. eigens angepaßte Internet-Seiten mit dem persönlichen Interessensprofil erstellen kann (www.cnn.com/CustomNews).
Aus all diesen Informationen kann man so nach und nach sich sein Weltbild wieder zusammensetzen und vielleicht läßt sich der Spiegel auch irgendwann überreden, daß er ca. 18 deutschen Studenten im fernen Nanjing ein Auslandsabbonement zur Verfügung stellt. Auf einen Versuch käme es ja mal an.
Arbeit
Manch einer soll ja neben seinem Studium hier auch ein wenig Zeit übrig haben und will sich vielleicht eine Mark nebenher verdienen.
Grundsätzlich ist das Studentenvisum kein Arbeitsvisum, also eigentlich ist uns arbeiten untersagt. Doch bei dem Bedarf an ausländischen "Lehrkräften" besteht ohne weiteres die Chance, nebenher etwas dazu zu verdienen. So werden ständig und hauptsächlich Englisch-Lehrer meist für einen Konversationskurs gesucht. Dabei werden natürlich Muttersprachler bevorzugt, da die aber bei weitem nicht so zahlreich gesät sind, kann auch jeder andere als Lehrer herhalten.
An der Deutschabteilung gibt es aber auch die Chance, ein paar Kurse zu halten. Und dann gibt es noch ein privates Sprachinstitut, das sich vor allem auf Deutschkurse spezialisiert hat. Die Entlohnung (ca. 45 - 60 Yuan) entspricht natürlich auch nicht deutschen Standards, aber eigentlich ist es vor allen Dingen eine interessante Erfahrung, chinesischen Kindern oder auch Studenten Unterricht zu geben.
…ZUM SCHLUSS
Wahrscheinlich habe ich noch viele kleine wichtige und unwichtige Details vergessen. Aber wenn ich mich recht an meine Vorbereitung erinnere, dann haben sich tausend kleine Fragen aufgedrängt, die mir wohl wirklich kein Bericht hätte beantworten können. Aber deshalb möchte ich einfach nochmals sagen, daß wir im Moment hier sind und Euch gerne weiterhelfen werden. Schreibt einfach eine eMail an die Menschen, die in Eurer "zukünftigen Heimat" sind und die werden Euch bestimmt gerne weiterhelfen.
Ich kann nur sagen, daß die Erfahrungen hier in China einige der interessantesten Erfahrungen meines Lebens waren und daß es bisher sehr viel Spaß gemacht hat.
| Nanjing University, Xi Yuan
Shanghai Lu, Jin Yin Jie 20 Nanjing, 210093 China |
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