Wissen Sie eigentlich, wie Bierdeckel aufgebaut sind?

 

Jene in Gaststätten zuhauf anzutreffenden Zellulosescheibchen, die schon manch einer im Suff für sonstwas hielt und genußvoll hineingebissen hat,um sie danach weniger genußvoll wieder der Verwitterung preiszugeben ?

Falls ja, dann lesen Sie bitte nicht weiter, wenn nicht, macht's auch nichts. Die Zellulose wird einfach zusammengepreßt, und zwar mit dem vielfachen Erdatmosphärendruck. Doch woher stammt diese Zellulose? Meistens aus minderwertigem Holz von Bäumen, die vielleicht schon einmal in einem tropischen Regenwald standen. Kollege Gernert hätte seine wahre Freude dran. Tja, diese Gewächse entstanden im Laufe der Evolution, an deren Anfang einmal Einzeller standen, wie z.B. Bakterien oder einzellige Algen.

Das erste Leben entstand also im Wasser, was auch erklärt, daß Bierdeckel hydrophil sind. Aber zurück zur Entstehungsgeschichte: Irgenwann, so vor 500 Mio. Jahren, kamen dann die wirklich hirnlosen Wesen auf die Welt, von denen manche Artgenossen sogar als giftigste Tiere der Erde zählen. Richtig, die Rede ist von Quallen, bzw. der Würfelqualle, engl. Box jellyfish. Diese existieren doch glatt schon ein halbes Megajahr. Bierdeckel gibt es hingegen in allen Farben und Formen, so wie die Quallen.

Doch irgendwann wurden diese Quallen zu Erdöl, während sich die Tropenwälder mit Kohle begnügen mußten, was ja auch irgendwie logisch klingt, da eine Qualle ja bekanntlich aus über 98% aus Wasser besteht, was ja flüssig ist.

Zwar hat Erdöl eine höhere Viskosität, ist aber immer noch leichter dazu zu bewegen, irgendwo hinunterzufließen als Kohle, die ja aus dem Feststoff namens Holz entstanden ist, so wie der Bierdeckel. Dieser rollt höchstens, wenn er in eine runde Form gepreßt wurde, den Hang hinunter, er wird jedoch nie so fließen wie sein Verwandter Erdöl.

Was aber kam nach den Quallen? Nun ja, es entwickelten sich so langsam die ersten Wirbellosen Tiere, wie z.B. Seeschnecken oder niedere Würmer. Was aber hat eine Schnecke mit der Entstehung von Bierdeckeln zu tun, die ja sogar manchmal frevelhafterweise als Nicht-Bier-Gatränk-Unterlage verwendet werden? Eine Schnecke ist zwar kein Getränk, jedoch sondert sie ein selbiges ab. Jenes Getränk fließt bei 12,56 °C mit maximal 0.32 Metern pro Sekunde die Kehle hinunter, was eine wunderbare Mimik zufolge hat.

Ich persönlich habe es noch nie Getrunken, da die armen Schnecken ja besonders lange an der Absonderung arbeiten müssen. Jedenfalls enhält diese Flüssigkeit in keinster Weise Alkohol, womit wir wieder bei den Bierdeckeln wären, die ja in erster Linie BIER(je nach Sorte bis zu zweistelligem Alkoholgehalt) auffangen sollen.

Mit dem Erscheinen der Wirbeltiere bricht eine neue Ära ein. Der Bierdeckel kann geknickt werden, was auf einen Bruch des Zelluloseverbandes zurückzuführen ist. Bei Wirbeltieren ist es erstmals möglich, etwas zu brechen, wie beim Beispiel Bierdeckel. Viel, viel später erschien der Mensch, der sich, getreu der Bibel, den Bierdeckel Untertan machte, denn er legte ihn ja unter das Glas/den Krug/die Kanne u.s.w....!

Warum machte er das? Ein Bierdeckel ist ein friedliches Wesen, das aus friedlichen Bäumen entstanden ist. Vielleicht eine Folge des Alkohols?

Aber ich will keine voreiligen Schlüsse ziehen,und kehre somit zum Thema zurück: An welchem Baum wachsen eigentlich Bierdeckel? Vielleicht entstehen sie ja sogar unterirdisch. Wir wissen zwar, daß sie aus Bäumen produziert werden, aber wer weiss?

Was benötigt denn ein guter Bierdeckelproduzent noch alles?
Ich weiß nicht so genau, aber ich glaube,daß außer Zellulose noch mehr vorhanden sein muß. So z.B. eine Schwiegermutter, die Druck macht, um die Ware zusammenzudrücken, ebenso Farbe, um den Deckel zu bedrucken. Auch wird Öl für die Maschine benötigt, um sie in Gang zu halten, von Strom einmal ganz abgesehen.

Doch wie erhält der Bierdeckel seine Form? Es wird hier vom klassischen Modell in der runden Form ausgegangen. Es ist im Prinzip ganz einfach: Man weicht die Bäume auf und erhält so einen Zellulosebrei, der nur noch in flache Löcher gepreßt werden muß. Doch woher erhält der Fachmann diese Löcher? Er geht zum Alteisenhändler und kauft sich ein paar alte Ofenrohre. Diese zerschnippelt der gelernte Hobbybastler in viele kleine Scheibchen, die je ein Loch enthalten. Von jenen macht er dann noch das Blech außenherum weg, und übrig bleibt das zur Bierdeckelproduktion benötigte Loch. Heutzutage gibt es aber kaum noch Öfen, geschweigedenn Ofenrohre. Heute wird alles zentralbeheizt.

Daher auch die neue viereckige Form der Bierdeckel, denn es gibt noch genügend viereckige Löcher zu kaufen. So z.B. ein Fischernetzt, daß ja bekanntlich nichts anderes darstellt, als einen Haufen zusammengenähter Löcher!
Somit stellt die Lochsuche kein Problem mehr da!

Also bitte ich Sie, bei Ihrem nächsten Restaurantbesuch nicht einfach so über die historisch wertvollen Bierdeckel hinwegzusehen, sondern sich Gedanken über deren Entstehung zu machen, bzw. sich diese wieder ins Gedächtnis zurückzuholen.

 

BACK                                        HOME