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Inhalt: Scharfe Täuschung / Sechs Tage Sieben Nächte / Senseless / Sieben Monde-Das Böse schläft nie / Species2 / Sphere / Stadt der Engel / Starship Troopers / Tausend Morgen / Tango gefällig / Taxi / The Big Lebowski / The Replacement Killers-Die Ersatzkiller / The Gingerbread Man /
Senseless mit Fratzenschneider Marlon Wayans. Darryl ist Student und muß sein Einkommen aufbessern. Deshalb ist er Testperson für ein Wundermittel, daß die Sinne schärft. Anfangs läuft alles prima, doch dann erhöht er die Dosis und der Schrecken nimmt seinen Lauf. Wer dachte Jim Carrey's Grimmassenschneiderei in "Die Maske" sei schon das Äußerste der Gesichtsverzerrung gewesen, der wird von Wayans eines Besseren belehrt. Ein Film, der voller Absurdität und Zappelei Unterhaltung bietet. Wer's mag... (88 Min.; USA 1998; R.: Penelope Spheeris; D.: Marlon Wyans, Rip Torn)
Erneut viel nackte Haut gibt es in Species2 zu sehen. Astronaut Ross betritt den Mars, doch von seinem Trip nimmt er einen Virus mit auf die Erde. Jede Frau, mit der er schläft, gebährt kurz darauf ein Monster. Das Pentagon setzt auf die Hilfe von Eve. Ein geklontes Wesen aus den menschlichen Genen des Aliens "Sil" aus dem ersten Teil. Der war jedoch, glaubt man der Kritik, besser. Der zweite Teil verfranse sich zu sehr in "Splatter Effekten und Silikon-Produkten". Story und Spannung blieben dabei auf der Strecke. (90 Min.; R.:Peter Medak; D.:Natasaha Henstridge, Michael Madsen)
Nicolas Cage und Meg Ryan entschweben in die unendlichen Weiten des
Taschentuchkinos im "Der Himmel über Berlin"-Remake Stadt der Engel. Der Engel Cage verliebt sich in die verzweifelte Herzchirurgin Ryan und
will sein ewiges Leben für die Rückkehr auf die Erde aufgeben. [Schluchz] Die Kritik ist
sich weitesgehend einig: SCHÖN... . In wunderschönen Bildern und mit einem starbesetzten
Soundtrack erzähle der Film vom Leid eines Engels auf Erden, denn er kann nichts
schmecken, nichts fühlen und deshalb auch nicht körperlich lieben. "Nachdem man den
Film gesehen hat, weiß man die Freuden des Menschsein zu schätzen." (117
Min.)
Das man auch einen Lügendetektor betrügen kann, zeigt Scharfe Täuschung mit Tim Roth. Der verfälscht das Ergebnis des Gerätes nämlich durch ein Medikament gegen epileptische Anfälle. Die Probleme der Polizisten mit Frau und Spielschulden, weiß der Killer im Verlauf der Untersuchungen für sich zu nutzen. Spannung pur, die von ihren großartigen Schauspielern lebt, und am Ende weiß man, daß die Wahrheit eine Seltenheit geworden ist, schreibt die Presse. (102 Min.)
Sechs Tage und Sieben
Nächte verbringt Harrison Ford mit der homosexuellen, im Film
aber heterosexuellen, Schauspielerin Anne Heche, weil sie mit einem Flugzeug auf einer
einsamen hawaianischen Insel abgestürtzt sind. Anfangs können sich die beiden nicht
riechen, doch nachdem sie von modernen Piraten kreuz und quer über die Insel gehetzt
wurden, kommen sie sich, unvermeidlich, näher und stellen fest, daß ihnen der andere
eigentlich ganz symphatisch ist. Ivan Reitmann, der mit Filmen wie "Twins" und
"KindergartenCop" schon Erfolge feierte, liefert mit "Sieben Tage Sieben
Nächte" einen überaus fascettenreichen Film ab. Es gelingt ihm eine Mischung aus
Witz, Komik, Action und Romantik herzustellen, der somit viele Kinogänger anspricht. (101
Min.)
Sphere, mit Dustin Hoffman, Samuel L.Jackson und, mit neuem unerotischen Image, Sharon "der Beinüberschlag" Stone. Die Story klingt irgendwie nach Abyss, und sie scheint auch so zu sein. Wissenschaftler entdecken am Meeresgrund ein unidentifizierbares Etwas. Wo mag es her kommen? Natürlich, aus dem All! Und gefährlich ist es obendrein! Wasserdreharbeiten haben so ihre Tücken, und so wurde auch bei Sphere um das Budget gefeilscht, gespart wurde dabei an den Computerspezialeffekten. Die sollen nämlich alles andere als beeindruckend aussehen. Auch sonst soll der Film nicht so toll sein. Enterntäinment Weekly vergab beispielsweise nur die Note 4!
Horror aus Deutschland mit Sieben Monde-Das Böse
schläft nie. Jan Josef Liefers wird von einem Wolf bei
Vollmond gebissen. Dann wird auch noch eine Leiche gefunden, Hysterie der Medien,
Durcheinander und alles mögliche treiben den Mann dazu, sich zu fragen, ob er als Werwolf
die Morde verübt hat. Wer weiß das schon. Spätestens der Zuschauer, der sich den Film
angesehen hat, und kann man den Kritikern glauben, danach der Meinung sein wird, daß man
in Deutschland sogar einen Horrorfilm machen kann. Sieben Monde soll, bis auf den Schluß
nämlich ganz gut sein. Und für alles, was keine Beziehungskomödie ist, bin ich dankbar!
Um gleich mit dem schlechten anzufangen: Die
Ausschnitte, die ich gesehen habe, haben mich voll und ganz überzeugt: Ständig grinsende
Tweens, rennen geistesgestört durch die Gegend und feuern wie verrückt auf riesige
Mistkäfer. Noch dazu will uns die deutsche Stimme des "Siebten Sinns"
(Verkehrssendung) als Nachrichtensprecher die Situation realistischer machen. Ich
allerdings habe nur auf das Kind gewartet, das vor einem Auto in Zeitlupe auftaucht.
Finger weg von Starship Troopers!
Die Story zu erzählen, dazu hab ich keine Lust, es gibt auch praktisch keine.
Stattdessen zitiere ich lieber ein CINEMA Interview mit dem Regisseur: Dieser sieht
nämlich in seinem Film eine Gesellschaftssatire. Der totalitäre Militärstaat soll
angegriffen werden. Hierzu fragt die CINEMA: Haben die Schauspieler überhaupt Ihren
ironischen Ansatz begriffen? Darauf Paul Verhoeven: Eigentlich nicht. Dabei haben
sie das komplette Drehbuch bekommen. Wie kann er dann verlangen, daß es der Zuschauer
bemerken soll!
Luc Besson wußte nicht was er machen sollte, bevor er mit dem Dreh des fünften
Elements beginnen konnte. Also schrieb er
ein Drehbuch.
Taxi erzählt die Geschichte eines
Polizisten, der sich, weil er selbst ein grauenvoller Autofahrer ist und mehr als einmal
durch die Führerscheinprüfung gefallen ist, einen Taxifahrer anheuert, der ihn bei
Verfolgungsjagden unterstützen soll. Diese gibt es haufenweise in diesem französischen
Actionfilm, denn eine eine Gruppe von deutschen Bankräubern sind in ihren schnellen
Mercedesen auf der Flucht vor der Polizei. Ein Film, der für unterschiedliche Meinungen
sorgte. Die einen finden, daß es sehr an der Story hapere, die anderen waren begeistert,
daß endlich mal jemand der amerikanischen Konkurrenz Paroli biete. Und ich meine,
aufgrund der Bilder, die ich gesehen habe, daß er zumindest sehr schon anzusehen ist. Die
Verfolgungsjagden sind auf hohem Niveau inszeniert und mit viel Action ausgestattet. (85
Min.; F 1997; R.: Gérard Pirès; D.: Sami Nacéri, Marion Cotillard)
Im Film "Tausen Morgen" geht es nicht um tausend Morgen, sondern um tausend Morgen! Capicce? Mit Starbesetzung (Jessica Lange, Michelle Pfeiffer, Jennifer Jason Leigh) inszeniert die Australierin Jocelyn Moorhouse eine moderne Version von Shakespeares "King Lear". Tausend Morgen Maisfelder will Larry Cook an seine drei Töchter verteilen und zwar zu Lebzeiten. Die jüngste Tochter hält dies für keine gute Idee und wird daraufhin von der Aufteilung ausgeschloßen. Mit zunehmendem Alter des Vaters beginnen die älteren Schwestern ihn zu bevormunden. Da tritt die jüngere wieder auf und hilft nun ihrem Vater. Der Film wurde von der amerikanischen Presse vor allen Dingen wegen der hervorragenden schauspielerischen Leistung der Hauptdarstellerinnen positiv gewürdigt. Derselben Meinung sind auch die deutschen Kritiker, die auch nur die Schauspielerinnen als einzigen Grund ansehen, weshalb man in den Film gehen sollte. (101 Min.)
Wen interessiert schon die Story, wenn es schön
Krach, Bumm und Peng macht! The Replacement Killers-Die Ersatzkiller ist so
ein Film. Als sich ein Profikiller, gespielt von Hong Kong-Kino-Star Chow Yun Fat,
weigert, einen kleinen Jungen zu erschießen, hat er den mächtigen Triadenboss Wei und
seine bösartigen Killer auf den Fersen. Chow Yun Fats erster US-Film ist ein John Woo
für Arme. Regisseur Antoine Fuqua, ein ehemaliger Werbefilmer, "reduziert sein
Vorbild auf MTV-Format", so die Presse. Zwar war Woo Produzent im Hintergrund, aber
die Tiefe eines von John Woo inszenierten Filmes fehlt. Fuqua setzt mehr auf die visuellen
Effekte, als auf die Mischung zwischen Action und schauspielerischem Talent, wie es sie in
"Im Körper des Feindes gab". Netter Gag am Rande: Till Schweiger als
nichtssagender Killer in seinem ersten US-Film.
Robert Altmans neuer Film The Gingerbread Man mit dem Shakespeare-Mimen Kenneth Branagh handelt von folgendem: Anwalt feiert erfolgreichen Prozess, verliebt sich in Kellnerin und wird in deren Familienprobleme verstrickt. Anwaltfilm? Ja, es ist eine neue Grisham-Verfilmung, allerdings von Altmann stark überarbeitet. Auch dieser Film sorgt für unterschiedliche Meinungen. Die einen halten ihn für viel zu kompliziert, die anderen für genial. Gerade die Tatsache, daß so viele Geheimnisse nicht aufgeklärt werden, mache das faszinierende des Filmes aus. Außerdem muß man anmerken, daß der Film nichts für die breite Masse ist. Schwere Altman-Charakterstudien machen den Film nicht gerade mainstreamtauglich. Doch gerade das wollte der amerikanische Filmverleih Polygram. Kurzerhand schnitt er den Film noch einmal neu, ohne das Einverständnis des Regisseurs. Schnelle Schnitte sollten den Film leichter verdaulich machen. Doch eine große Gegenoffensive mehrerer Regisseure, die sich mit Altman symphatisierten verhinderten dies. So können wir uns nun einen anspruchsvollen, aber guten und vor allen Dingen spannenden Film ansehen.
Noch was zum
Lachen: Walter Matthau und Jack Lemmon in Tango gefällig. Die zwei Herren machen
kostenlos eine Kreuzfahrt, müssen dafür allerdings als Tanzpartner für einsame, reiche,
alte Damen an Bord dienen. Es kommt zu allerlei komödiantischen Einlagen, mal mehr, mal
weniger witzig. Absolute Stars, ohne die dieser Film so witzig wäre wie ein Wasserstrudel
im Waschbecken in Australien, sind Matthau und Lemmon. Die alten Greise sind halt noch
immer saukomisch!
The Big Lebowski von den Coen Brüdern, die mit ihrem skurillen Humor schon in Fargo überzeugen konnten, handelt von folgendem: The Big Lebowski ist ein ständig bekiffter Althippie, der in Gedanken noch immer in den 70ern lebt, bis, ja bis er mit einem Millionär verwechselt, und von zwei Geldeintreiber gejagt wird. Für Feunde des schrägen, schwarzen Humors ein Muß, von der Kritik mit Lob überschüttet.
Bilder vom jew. Verleih