BROKER'$ - die abizeitung98

 

Sledge, der Echte!Sletsch - Saison



Es begab sich zur Hauptbrunftzeit, als vier unerschrok-kene Jägermeister sich auf die Fährte eines seltenen Individuums machten.
Zunächst suchten die vier Freunde das Hauptrevier ihrer erhofften Beute auf. Aber das kleine verschlafene Kloster namens Frauenroth, idyllisch gebettet in tiefster Rhön, wo Fuchs und Hase sich trotz Jäger gute Nacht sagen, brachte nicht den erwünschten Erfolg. Dieses unter Naturschutz zu stellende Wesen war nämlich trotz intensivster Suche nirgendwo aufzufinden.
Ein Blick in den Stall „An der Klostermauer“ überzeugte uns davon, dass Schletsch mit geradezu übersinnlichcn Kräften einer inneren Eingebung folgend auf seinen silhergrauen, altersschwachen Mustang mit dem amtlichen Brandzeichen KG-CD 1 02 gestiegen war und die Weite der Prärie gesucht hatte.
Aber auf das Wildeste entschlossen kamen die Verfolger auf eine alte Jägerlist: sie nutzten die Nasen der beiden daheim gebliebenen, erfahrenen Spürhunde. Diesen nachreitend gelangten sie in den Großstadtdschungel (?) von B.K. Die Spur endete schließlich vor den Toren des Gymnasi-ums. Da hier die Bluthunde keiner eindeutigen Fährte mehr folgen konnten, und sich die Hauptspur in mehrere schwächere Spürchen verzweigte, beschlossen die Jäger jeder gesondert nachzuge-hen.
Endlich stießen sie auf einen Berg von gebrauchten Taschentüchern, deren Herkunft sich auf Schle-tsch zurückverfolgen ließ. Völlig verzweifelt wandten sich die Gefährten an Schüler und Lehrer (wo vor allen die Aussagen seines „ehemaligen Lehrers“ Thomas Schlereth von großer Bedeutung waren) die in etwa folgendes Bild dieser Spezies beschrieben:
Das Erscheinungsbild ist durch eine unauffällige Tarnkleidung gekennzeichnct, die aus in naturfarb-tönen gehaltenen Jeans, grünem Hemd, wahlweise mit oder ohne grünem Pulli und den obligato-rischen Tumschuhen besteht. Sein Verhalten ist übermüßig fleißig, kombiniert mit hoher Intelligenz, was zur Folge hat, dass das Geschöpf super Noten in den Naturwissenschaften Mathe und Physik hat, denen die anderen Noten aber in nichts nachstehen.
Außerdem zeugten die Vorfreude auf das bevorstehende Deutschabitur und das acht bis neun Punk
te Traumfach Englisch von reger Sprachbegeisterung. Kaum inspiriert von diesem Persönlich-keitsprofil verließen sich die vier Großwildjäger nunmehr auf ihr Gehör. Sie vemahmen in weiter Ferne Jagdgeräusche von Horn und Trompete.
Doch wieder zu spät, denn ungeschickt wie sie waren, pirschten sich die Wilderer leider nur fast geräuschlos und auch noch mit dem Wind an. Aufgeschreckt durch einen brechenden Zweig schwang sich das Individuum auf seinen motorisierten Drahtesel.
Auf eine falsche Fähre gedrängt verschlug es ihn nach Zahlbach, den Ort des von ihm „geliebten“ Lärmes und Zigarettenrauches. Ein kurzes Verhör des Barkeepers räumte letzte Mißverständnisse aus. Unser Gesuchter ist sicherlich kein Partylöwe in diesem Sinne, was kontinuierliches Missen bei Kollegstufenfeiern erklärte.
Letztendlich fanden die Jägersleut’ ihn aber doch !! Zusammen mit vier von ihm, unserem Saufani-mateur, zugerichteten Schnapsleichen hatte er beim T H W Unterschlupf gefunden. Sich in voller Lebensgröße aufrichtend grüßte er, Stefan Schlereth, seine Verfolger mit den Worten: „Wollt ihr auch einen Selbstgebrannten“ und nippte spärlich an seinem Gläschen.
Wir strahlten glücklich, und die Party, dessen verkappten Organisator wir nach stundenlanger Suche ausfindig gemacht hatten, begann.

Nun gut, Sledge, nach langem gemeinsamen Kampf wünschen wir Dir für Deine Zukunft alles Gute. Ob Du Dich der Forstwirtschaft oder dem Jurastudium in München widmest, sei Dir überlassen. Doch laß gelegentlich mal was von Dir hören.

Die „Großwildjäger“

 


BROKER'$ - die abizeitung98
BROKER'$: die online-ausgabe
du bist besucher nr. bei BROKER'$
stefan schlereth

URL: http://www.abitur98.de/schlereth.htm
update: 02.02.1999
copyright 1998, 1999 by Benedikt Wahler
and the article's respective authors

Isabell Schmitt Dominique Scherer Zurück zum Inhalt



Werbung unseres Providers: