BROKER'$ - die abizeitung98

 

Deutsch – LK 96/98

Der Tragödie erster Teil

 

Monolog im Himmel

(Auftritt lustige Person)
,,Habe ich schon erzählt, ich war da mal in Sölden. Im Bus waren eine Damen- und eine Herren- Fußballmannschaft. Die haben alle halbe Stunde, nach jedem Bier, so ein - wie heißt das? - Pflümli getrunken.. .bla bla bla...“
(Auftritt lieber Gott)
,,Von Zeit zu Zeit seh’ ich den Otto gern, doch bezweifle ich die Fähigkeit dieses Herrn, neun Leute durch das Abitur zu bringen - nein, das wird ihm nicht gelingen.“
Lustige Person: ,,Es gilt.“
Lieber Gott: ,Die Wette wirst Du noch verlieren...“
(Lustige Person ab in Raum I)

Es begab sich aber zu einer Zeit als 9 hochmotivierte Kollegiaten vor dem Raum I standen, noch ungewiss, welche Persönlichkeit sie zum Abitur geleiten sollte. Da plötzlich erschien die lustige Person.
Bei näherem Hinschauen entpuppte sie sich als Volker Otto, der uns sogleich zu einem literarischen Einführungsseminar in die Bücherei entführte. Dort wurde jedem Schüler eine oftmals in Altdeutsch geschriebene, mehrbändige Literaturgeschichte aufgezwun-gen.
"Darüber haltet Ihr alle ein kurzes Referat in Form eines Statemänts mit Händout“ befahl die lustige Person streng.
Auf die Frage eines interessierten Saschas, ob dazu auch ein Thesenpapier anzufertigen sei, antwortete die lustige Person süffisant: ,Nein! Ein Händout reicht“ (Aha!).
Als besagter Schüler sein Statement gehalten hatte, hatte Volker Otto viel zu bemän-geln: ,,Es war ja ein erster Versuch, aber Du hast nur einen Fahrplan und kein Thesen-papier geliefert.“
Solche Späße machte unsere lustige Person öfters.
So gab sie zum Beispiel bei einem Gedichtvergleich zwei Schülern das selbe Gedicht auf, Heinrich Mann stempelte sie zum Antisemitisten, Faust ist nicht so wichtig, das müssen wir nicht lesen“ und ,,Sie müssen wissen, die Romantik war gar nicht so wie sie denken, sondern das ist alles ironisch gemeint“ (Aha!).

Aber auch ihr technisches Know - How hielt sich stark in Grenzen: so fehlten bei Otto - Kopien stets ein paar Zeilen am Rand, in der Mitte und oben und das Blätter - Austeilen im Kurs war stets eine Katastrophe (,,Herr Otto, mir fehlt Seite 2!“, ,,Ich hab’ Seite 4 und Seite 6 doppelt, aber Seite 3 fehlt!“, ,,Ich hab’ überhaupt keine Blätter!“ daraufhin lustige Person: ,,Ach, Ihr seid 9 Leute im Kurs? Ich geh’ noch mal schnell zum Kopieren“).
Es gab auch eine gewisse Kontinuität in den Stunden der lustigen Person: jede Stunde hörten wir „wir sind aber jetzt vom Thema abgekommen!“.

lustig ging's zum im Deutsch-LK
Im Februar 97 jedoch kam das Ereignis, welches das Kursleben und -niveau schlagartig verändern sollte:
Michael Seubert kam auf die glorreiche Idee zu seinem Geburtstag im Deutsch - LK eine Runde Pflümli auszugeben.
Diese Tradition wurde bei allen anderen Geburtstagen übernommen und weitete sich bald auf alle andere Ereignisse aus: bestandener Führerschein, anstehende Klausur, schönes Wetter, Freitag; all diese Ereignisse waren Gründe zum Trinken.
Auch die lustige Person war stets eifrig mit dabei. So auch bei der im Sommer anstehenden lang erwarteten Kursfeier in Ottos Garten. Wir trafen uns zu neunt in seiner Hollywood - Schaukel und lernten unsere erste Lektion in diesem Jahr: Schaukele nie mit mehr als 5 Personen, weil sonst Umsturzgefahr droht.
Das Unglück mit der Hollywood-Schaukel
Nach einem leckeren und von uns an-gerichteten Mahl schritten wir zum feucht - fröhlichen Teil des Abends über: Pflümi und Bier (in kleinen Maß- krügen) standen bereit.
Die lustige Person erwies sich hierbei als kundiger und erfahrener Bierzapfer. Nach intensivem Studium der Bedie-nungsanleitung hieß es endlich: ,,0 zapft is’ !“.
Die lustige Person belustigte uns mit lustigen Anekdoten: die erhebenste Erkenntnis war, dass man ein Auto auch ohne zu kuppeln schalten kann. Am späten Abend sorgte Herr Otto durch Kerzen auf seinem hauseigenen Teich für romantische Stimmung. Wir feierten bis spät in die Nacht (12 Uhr). Dann wurden wir eindringlich gebeten, die Feier zu beenden. Diese wurde dann kurzerhand im Kurgarten fortgesetzt.
Den krönenden Abschluß der Ära Otto bildete die Ausbildung in der Schule der Peripatetiker. Im Klartext bedeutete dies, dass wir alle durch den Pausenhof wandelten und keiner wußte warum.

Der Tragödie zweiter Teil

Während der Berlinfahrt erfuhr der Deutsch - LK plötzlich, dass die lustige Person die Wette mit Gott verloren hatte und eine andere Person ihren Platz einnehmen sollte: der einigen schon aus dem Geschichts - LK bekannte Homunculus.
Die Panik war riesengroß: ,,Wer gibt mir Nachhilfe in Deutsch?“ war eine von allen Kursteilnehmern geäußerte Frage.
Gleich zu Beginn teilte dann der Homunculus seine schon aus dem Geschichts - LK berühmt berüchtigte Referats - Liste aus. Auch wurden sofort Sonderschichten eingelegt, so dass die LK - Stundenzahl von 5 auf teilweise 9 dramatisch stieg.

Aber der Homunculus Erich Grosch nahm den Kursteilnehmern rasch alle anfänglichen Ängste und Sorgen. Schon nach wenigen Stunden überstieg das von ihm ausgeteilte (sorgfältig mit Computer erstellte (auch bunt) und ordentliche kopierte) Material das von der lustigen Person.
Das homunculus’sche Allgemeinwissen war scheinbar grenzenlos. Trotz ausgeklügelter Fragestel-lung schafften wir es bisher nicht ihm eine Frage zu stellen, die er nicht beantworten konnte.
Das legale Doping-Mittel der LKler
Sichtlich beeindruckt zeigte sich Erich Grosch von unserem alltäglichen Ritual: zu Beginn jeder Stunde wurde der Schrank, in dem sich unsere bis dahin getrunkenen und noch zu trinkenden Pflümli befinden, geöffnet die Pflümli angeprießen und daraufhin zurück in den Tabernakel gestellt.
Neu war für den Deutsch - LK unter der Führung des Homunculus der Einsatz von audiovisuellen Medien.
Schließlich war es nicht halb so schlimm wie erwartet. Durch seinen trockenen Humor wurde so manche Stunde sogar richtig lustig.

 

An dieser Stelle möchte sich der gesamte Deutsch - LK bei seinen beiden Kursleitern bedanken. Besonderer Dank gilt Herrn Grosch für seine zusätzliche Mehrarbeit und Belastung und seiner exquisiten Vorbereitung auf das Abitur.

Der LK Deutsch und seine beiden Götter

 


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lk deutsch: volker otto & ernst grosch

URL: http://www.abitur98.de/lkdeutsch.htm
update:10.02.1999
copyright 1998, 1999 by Benedikt Wahler
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