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Unser Burgfräulein
Britta
(F/E)
Vor langer, langer Zeit, am 9.Februar 1979,
erfüllte sich der sehnliche Wunsch des Ritters Horst und seiner Edeldame
Edith: ein Nachfolger ihres edlen Geschlechts wurde ihnen geschenkt. Doch,
oh Schreck! Als der Knabe zum Knappen gemacht werden sollte, gab es Probleme
mit der Rüstung: es stellte sich nämlich heraus, dass der kleine Camillo
sich zu einer Camilla (neuhochdeutsch: Britta) verwandelt hatte.
Das weitere Leben unseres jungen Burgfräuleins verlief stets unauffällig,
was hauptsächlich an ihrer stillen und zurückhaltenden Art lag. Doch trotzdem
oder gerade deshalb, warben zahlreiche edle Rittersöhne um ihre Gunst.
Das hitzigste Gefecht trug sich zu, als sich
der Tag des grossen Abschlußballes näherte (Ritter vom Wurmerich contra
Ritter vom Seehof contra Ritter vom Althaus). „Wenn drei sich streiten,
freut sich der vierte“ dachte sich Alexander „der Grosse“. Keiner weiss,
wie er Brittas Gunst er-haschte, doch man munkelte, sie wollte ein weiteres
Blutbad vermeiden.
Doch das sanfte Burgfräulein verwandelt sich gele-gentlich auch zum Schreckgespenst
und entgeistert ihre Gefolgschaft mit leicht cholerischen Anfällen, wenn
ihr etwas mal nicht auf Anhieb gelingt, oder ihr Kritik zu Ohren kommt.
Ein ganz neuer Lebens-abschnitt begann im zarten Alter von 16 Jahren:
unsere Jungfer Britta legte für immer ihren Keuschheitsgürtel für einen
Ritter der Roverrunde ab: der Glückliche war Gunther der Reife.
Ihn bezauberten die Extreme ihrer Persönlichkeit: extrem trockener Humor,
extrem natürliche Schönheit, extrem ausgebildete Geisteskräfte, extrem
soziales Engagement, extreme Sportlichkeit, extrem tanzfreudig (Berlin!),
extrem überbe-schäftigt und extrem guntherisiert.
Zwei dunkle Punkte ihrer Vergangenheit müssen jedoch noch erwähnt werden:
zum einen das unstillbare Verlangen eines sich vor Liebe verzehrenden
Stallknechts (kleiner, blonder Pfuggi), der ungefähr zwei Jahre lang stur
am Burgtor rüttelte, obwohl nie Einlass gewährt wurde. Zum anderen ihr
heisser Flirt (der total lustige Junker Dietmar), dessen Bekanntschaft
sie auf den Singletur-nieren in Berlin belustigte und mit dem sie noch
einen heissen Briefwechsel hatte. Wir hoffen, dass diese zwei dunklen
Punkte die einzigen in deinem unbefleckten Burgfräuleindasein bleiben
werden!
Zum Abschluss, edle Maid, gewähre uns
weiterhin Deine Freundschaft und behalte Deine tugendhafte Art bei, Deine
Gefolgschaft
  
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